Direkter Play-off-Einzug
Platz sechs der DEL-Tabelle berechtigt zur direkten Play-off-Teilnahme und erspart eine kräftezehrende Play-in-Runde. Die Eisbären schlugen mit den Adlern Mannheim und Red Bull München innerhalb von zwei Tagen zu Hause zwei absolute Topteams. Am 13. März lagen die Hauptstädter gegen Mannheim nach dem ersten Abschnitt 1:2 hinten, doch Veilleux, Lancaster und Noebels schossen den 4:2-Eisbären-Sieg heraus. Zwei Tage später, gegen München, lagen die Berliner nach zehn Minuten durch Wiederer vorne. Im Mitteldrittel glich de Souza per Volley aus – doch dann trafen nur noch die erbarmungslos effizienten Eisbären: Tiffels, Eder, Ronning und Veilleux. Endstand 5:1. In der Play-off-Serie Best-of-Seven ab dem 24. März haben die Straubing Tigers als Dritte Heimvorteil.
Arrivederci Europa
Für die Berlin Recycling Volleys war am 11. März die europäische Saison beendet. Nach der Abreibung des Viertelfinal-Heimspiels im CEV-Pokal gab es für sie auswärts bei Gas Sales Bluenergy Piacenza auch nichts zu bestellen. Zwar waren die Satzergebnisse etwas knapper, doch am Ende stand auch hier ein 3:0 für die Italiener. In ihrem letzten Bundesliga-Heimauftritt der Hauptrunde empfingen die Berliner am 14. März im Rahmen eines Doppelspieltages die Netzhoppers Königs Wusterhausen. Sie gewannen schnell Satz 1, ließen sich aber noch den zweiten Durchgang von KW abknöpfen. Danach machten die Volleys ernst und siegten, angeführt von Jake Hanes (25 Punkte), mit 3:1. Im zweiten Teil des Doubleheaders hatte Kooperationspartner BBSC Berlin in der 2. Bundesliga Pro der Frauen vor noch dagebliebenen 3.845 Fans (Frauen-BL-Saisonrekord) Eintracht Spontent Düsseldorf zu Gast. Der BBSC steht schon lange als Absteiger fest, führte aber mit 2:1 gegen das Team aus dem Mittelfeld, bevor der Einbruch kam. Im Tiebreak war wieder alles möglich, doch diesen riss Düsseldorf mit 15:13 zum 3:2-Gesamterfolg an sich.
Kampf um die Spitze
Um noch die Chance auf den Gruppensieg in der Champions League am Leben zu halten, mussten die Basketballer von Alba Berlin am 11. März hart arbeiten.
Bei Karditsa Iaponiki (Griechenland) ging aber über einen langen Zeitraum wenig zusammen: Die Dreier fielen nicht, dafür verloren die Berliner ein ums andere Mal den Ball. Jack Kayil verletzte sich, der Rückstand wuchs. Jack Kayil kam zurück – Alba startete ein Riesen-Comeback und stahl mit 76:71 den Griechen noch den Sieg.
So viel Drama hatte das Bundesliga-Auswärtsspiel am 15. März beim zuletzt 13-mal sieglosen Mitteldeutschen BC in Weißenfels danach nicht zu bieten, aber anders, als gedacht. Alba wurde nach allen Regeln der Kunst vorgeführt und verlor mit 68:99, bleibt aber Zweiter der BBL-Tabelle hinter dem FC Bayern. Ein Auftritt, der zu denken geben sollte.
Handball
Kantersieg vor dem Break
Die Füchse mussten als feststehender Champions-League-Gruppensieger nicht gewinnen, konnten ohne Druck agieren. Doch das tat ihrem Heimspiel gegen HBC Nantes am 12. März nicht gut. Die Franzosen als fixe Vierte der Gruppe hingegen spielten befreit auf. In Hälfte 1 lief es nach einigem Stottern länger gut für die Berliner, doch dann warfen sie den Keeper von Nantes, Ignacio Biosca García, berühmt. Nun übernahmen die Franzosen die Führung – und gaben sie bis zum 34:37-Endstand nicht mehr ab. Die sonntägliche HBL-Heimaufgabe gegen den HC Erlangen dagegen geriet nach wackligem Start zum Schützenfest. Mathias Gidsel (11 Tore) zeigte beim 45:29-Erfolg seine hohe Wurfvariabilität, Dejan Milosavljev parierte 17 Würfe. Da die SG Flensburg-Handewitt das Nordderby beim THW Kiel deutlich verlor, kletterten die Füchse wieder auf Rang 2. Nach der Länderspielpause geht es für sie am 28. März weiter mit einem Auswärtsspiel beim Spitzenreiter SC Magdeburg, der sechs Punkte vor den Berlinern liegt.
Teilnehmer-Rekord
Bei der 20. Auflage des GO! Halbmarathons von GO! Saar 05 Saarbrücken hat bestes Laufwetter mit kühlen Temperaturen und sonnigen Abschnitten für einen neuen Teilnehmerrekord mit 750 Startern gesorgt. „Laufen boomt weiterhin. Wir freuen uns über den großen Zuspruch“, sagte Saar-05-Vorsitzender Bernd Coen. Besonders erfreulich: Der inklusive „Special Run“ verzeichnete mit 51 Meldungen mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Sportlich dominierte Jan Lukas Becker das Rennen über die 21,1 Kilometer. Der 32-Jährige von der LSG Saarbrücken-Sulzbachtal setzte sich nach einem Start-Ziel-Sieg in 1:04:51 Stunden souverän durch und verteidigte damit seinen Titel. Hinter ihm belegten Chris Ziehmer und Cedric Osterholt die Plätze zwei und drei. Bei den Frauen setzte sich Tanja Neubert durch. Die Triathletin, die erst kürzlich aus einem Höhentrainingslager in Namibia zurückgekehrt war, gewann in 1:13:34 Stunden und lag damit deutlich vor Lea Hebeiß und Carolin Minas.
Handball
Gebrauchter Tag
Der Tabellenführer HG Saarlouis hat in der 3. Handball-Liga Südwest einen deutlichen Rückschlag hinnehmen müssen. Vor 1340 Zuschauern in der Stadtgartenhalle unterlagen die Saarländer der HSG Hanau mit 28:37 (16:19) und kassierten damit ihre erste Heimniederlage der Saison. Zugleich endete eine Serie von 14 Siegen in Folge. Die Gäste aus Hessen kamen früh besser ins Spiel und stellten die Saarlouiser Defensive immer wieder vor Probleme. Vor allem Rückraumspieler Cedric Schiefer, der am Ende zehn Treffer erzielte, war kaum zu stoppen. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase übernahm Hanau ab der zehnten Minute die Kontrolle über die Partie und setzte sich zwischenzeitlich auf 13:8 ab. Saarlouis gelang es bis zur Pause lediglich, den Rückstand etwas zu verkürzen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit verkürzte die HG Saarlouis noch einmal auf zwei Tore (19:21, 20:22), doch Hanau blieb das bestimmende Team. Spätestens beim 27:20 für die Gäste Mitte der zweiten Hälfte war die Partie entschieden. Trainer Jörg Lützelberger sprach von einem verdienten Sieg der Gäste und verwies darauf, dass seine Mannschaft nach vielen Erfolgen zuletzt vielleicht auch mental gefordert gewesen sei. In den verbleibenden Saisonspielen gelte es nun, schnell wieder zur gewohnten Stabilität zurückzufinden.“
3. Halbzeit: Krieg und Kommerz
Es ist schade, aber es gibt eigentlich kein sportliches Großereignis mehr, bei dem es nicht um Politik geht. Da waren die Debatten um die Regenbogenbinde bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Qatar im Jahr 2022 fast schon Wohlstandsbefindlichkeiten. Im Sommer werden in den USA und Mexiko Spiele stattfinden, das ist sicher. Ob der Iran daran teilnehmen wird, steht derzeit in den Sternen. Die USA befinden sich als Gastgeberland im Kriegszustand mit dem vorderasiatischen Land.
„Die Welt zu Gast bei Freunden“, lautete das Motto der WM 2006 in Deutschland. Was waren das für schöne, friedliche Zeiten, möchte man sagen. Auch Co-Gastgeber Mexiko bietet derzeit nicht gerade ein einladendes Bild. Die Exekution eines Drogen-Bosses sorgt dort seit Wochen für Ausschreitungen. „Alles kein Problem“, sagen US-Präsident Donald Trump und Fifa-Chef Gianni Infantino. Kein Problem ist es auch für die anderen Sportverbände, die mehr oder weniger offen an der Rückkehr Russlands auf die Sportbühne arbeiten. Dass Trump einem russischen Olympiasieger 2028 in Atlanta die Hand schüttelt, mag sich heute noch wie ein Fiebertraum anfühlen. Ausschließen sollte man es keineswegs. Die Spitzenfunktionäre waren schon immer wenig zimperlich, wenn es um Macht, Märkte und Moneten ging. 1978 stieg die Fußball-Sause in Argentinien, wo die Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. 1886 wurde die WM in Mexiko durchgepeitscht, obwohl sich das Land gerade von einem verheerenden Erdbeben erholte. Der Sport soll und kann Brücken bauen, werden viele jetzt einwenden. Da ist auch was dran. Auf der anderen Seite wird unendlich viel über Werte und Vorbildfunktionen diskutiert. Am Ende wird es sein wie immer. Die Macht des Geldes wird gewinnen. The Show must go on. So war es auch 1972 nach dem Attentat auf israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München. Es wäre ehrlicher zu sagen, dass kommerzielle Interessen im Vordergrund stehen. Und dass Sportler auf internationale Großereignisse wie eine Fußball-WM oder Olympische Spiele hinarbeiten. Für sie sind es Karrierehöhepunkte, die viel Geld aufs Konto spülen. Das ist legitim, und damit kann man umgehen. Aber hört bitte auf, in diesem Zusammenhang von Werten zu sprechen.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.