Ihr Roman sei „von ganzem Herzen Büchern gewidmet“ und „eine Liebeserklärung an Buchhandlungen“ schreibt Autorin Libby Page in ihrer Danksagung im Buch.
Das klingt bescheiden aus der Feder der Autorin. Darüber hinaus zeigt sie in ihrem Roman „Das Jahr voller Bücher und Wunder“, welchen Heilungsprozess ausgewählte Bücher bei Menschen bewirken können.
Bereits Erich Kästner hat den Gedanken von heilenden Gedichten in seiner berühmten „Lyrischen Hausapotheke“ in den 30er-Jahren aufgegriffen. Literaturkritikerin Elke Heidenreich erzählt in „Hier geht’s lang!“, ihrer persönlichen Lebensgeschichte mit weiblicher Literatur, wie uns Bücher in „Krisenzeiten retten“. Mit der Poesie- und Bibliotherapie werden literarische Texte ganz gezielt in der kunsttherapeutischen Arbeit genutzt, um Krisen zu bewältigen und Verhaltensänderungen anzustoßen.
In Libby Pages Roman helfen ausgewählte Bücher der Lektorin Tilly, die Trauer um ihren verstorbenen Mann Joe zu bewältigen. Die Titel hat noch der schwerkranke Joe zusammen mit Buchhändler Alfie ausgesucht und ihn beauftragt, Tilly über ein Jahr lang, Monat für Monat, ein bestimmtes Buch zu übergeben. Allerdings hat Tilly über dem Sterben und Verlust von Joe komplett ihre Leselust verloren. Seit Joes Tod hat sie privat kein einziges Buch mehr angerührt. Die Geschichte erzählt von Tillys mühsamen Schritten zurück ins Leben. Die Bücher werden für die junge Frau zum Dreh- und Angelpunkt. Die geduldige Unterstützung von Buchhändler Alfie, die Hartnäckigkeit ihrer Schwester und nicht zuletzt ihr eigener Mut helfen Tilly, einen stimmigen neuen Weg für sich zu finden.
Die Autorin hat Tillys Trauerbewältigung einfühlsam und durchaus realistisch beschrieben. Auch wenn die künstlerische Freiheit eine Menge offener Türen und Glücksfälle für die Romanfigur bereithält. Die erwähnten Bücher und Lesetipps der fiktiven Buchhandlung Book Lane sind größtenteils erhältlich und bieten zusätzlich einen reichen Fundus an Lesestoff.