Kraftakte
Die Ausgangslage war klar. Im letzten Gruppenspiel der Basketball Champions League am 18. März musste Alba Berlin mit neun Punkten gegen AEK Athen gewinnen, um noch als Gruppensieger in die Play-offs zu gehen. In der Uber Arena ging über lange Strecken allerdings nicht viel zusammen, insbesondere defensiv. Überdies ließen die Berliner an der Freiwurflinie viele Punkte liegen. Wie zuletzt immer, so kämpften sich die Albatrosse auch diesmal zurück in die Partie, erzwangen die Verlängerung, doch hier waren die Griechen zu abgezockt. Nach dem 88:93 müssen die Berliner nun in den bis zu drei Viertelfinalspielen ab dem 1. April gegen Unicaja Málaga (Spanien) ohne Heimvorteil bestehen. Nur zwei Tage später empfing Alba in der BBL die Rostock Seawolves. Nach katastrophaler erster Berliner Hälfte, in der Rostock 56 Punkte erzielte, leitete Malte Delow (27 Punkte) ein unfassbares Comeback ein. Sieben Minuten vor Ende des dritten Viertels noch mit 21 Zählern im Rückstand, gewann Alba noch mit 89:85. Albas Frauenteam kassierte derweil bei den Eisvögeln des USC Freiburg am 22. März eine verdiente 58:68-Niederlage. Offensiv oft ideenlos, ließen sie sich häufig den Ball stehlen.
Die Meisterinnen bleiben überlegen
Das Frauenteam der Eisbären spielt unter dem Namen Eisbären Juniors in der Deutschen Frauen Eishockey Liga (DFEL). Als Dritte der international besetzten Fünferliga qualifizierten sie sich für das Halbfinale und schalteten dort den einzigen ausländischen Teilnehmer, den HK Budapest (Ungarn) mit 3:1 Siegen aus. Nun sind die Memmingen Indians die Kontrahentinnen, die in den letzten drei Spielzeiten den Titel gewonnen haben. Gegen sie sahen die Eisbärinnen in der Hauptrunde kein Land, verloren alle sechs Spiele. Gleiches Bild in der Finalserie (Best-of-5): Am 21. März siegten die Indians im Wellblechpalast im Berliner Sportforum vor 500 Zuschauern mit 3:0, tags darauf mit 6:1. „Prinzipiell haben wir eigentlich kein schlechtes Spiel gezeigt“, meinte Eisbären-Torschützin Franziska Feldmeier. Doch: „Memmingen hat durch die Bank schon sehr viel Skill, sodass es dann doch recht hoch ausgefallen ist.“ Am 28. März wollen die Eisbären Juniors die Endspielserie im bayerischen Schwaben verlängern. Spiel vier fände am 29. März statt, ein Spiel fünf am 4. April, ebenfalls in Memmingen.
Nur Vorrundendritte
Seit 1977 hatten die Wasserfreunde Spandau 04 die Vorrunde der Wasserball-Bundesliga immer als Erste oder Zweite abgeschlossen. Am letzten Vorrundenspieltag am 21. März kam dann aber doch der von vielen bereits erwartete Nackenschlag. Der Finalist von 2016, der ASC Duisburg, erledigte seine Pflichtaufgabe gegen den Duisburger SV 98 mit Bravour: ein klarer 30:11-Sieg. Doch Spandau musste parallel beim Ligaprimus Waspo Hannover antreten. Wie fast immer in den letzten Jahren unterlag der Rekordmeister den Niedersachsen, diesmal mit 7:11, und rutschte so auf Rang drei ab. In den am 18. April beginnenden Viertelfinals treffen die Berliner auf den Duisburger SV 98. Im etwaigen Halbfinale gegen den ASC Duisburg hätte Spandau keinen Heimvorteil, ebensowenig im angepeilten Finale gegen Waspo Hannover.
Boxen
Doppel-Weltmeisterin
Titelkämpfe bei den Frauen gehen sehr häufig nur über zehn Runden, bei der International Boxing Federation (IBF) allerdings über zwölf. Die Berlinerin Nina Meinke trainiert schon lange für solche Distanzen. Am 20. März verteidigte die 33-Jährige ihren WM-Titel im Federgewicht bereits zum zweiten Mal. In der Fischauktionshalle von Hamburg punktete sie die toughe
Herausforderin Dyana Vargas aus der Dominikanischen Republik letztlich klar aus. Mit dem Sieg wurde sie nun auch Federgewicht-Champion des Konkurrenzverbandes International Boxing Organisation (IBO). Jener Titel war zuletzt vakant.
HG Saarlouis
Weißgerber verlängert
Lars Weißgerber bleibt der HG Saarlouis auch in den nächsten drei Jahren erhalten. Das haben Sportdirektor Markus Baur und der Sportliche Leiter Daniel Altmeyer bekannt gegeben und so mit einer sehr guten Nachricht für alle HGS-Fans das spielfreie Wochenende eingeläutet. „Whity“ war im Sommer 2023 nach fünf Spielzeiten in der 1. Bundesliga bei der HSG Wetzlar zu seinem Heimatverein zurückgekehrt und ist seither wieder eine feste Größe im Team des aktuellen Tabellenführers der 3. Liga Staffel Südwest. „Er ist der beste Rechtsaußen der letzten Jahre im Saarland“, sagte Markus Baur mit Überzeugung bei der Vertragsverlängerung und freute sich sehr darüber, dass es gelungen sei, den 28-jährigen Linkshänder weiter unter Vertrag zu nehmen. Dass Lars Weißgerber eine „treue Seele“ ist, belegt seine Aktiven-Karriere in gerade mal zwei Vereinen. Nach seinen Handball-Anfängen in Überherrn war er 2007 zur HGS gekommen, wurde zum Jugend-Bundesliga- und Junioren-Nationalspieler und lief schließlich bis 2018 für die Zweitliga-Truppe der HG Saarlouis auf. Wie wichtig er nach seiner Rückkehr nach Saarlouis für das Team war, belegt die Tatsache, dass er in seiner ersten Drittliga-Saison für die HGS mit 249 Toren Torschützenkönig aller vier Staffeln wurde.
Deutlicher Sieg
Die Saarlouis Royals haben in der Basketball-Bundesliga einen souveränen Heimsieg gefeiert. Gegen Nördlingen setzte sich das Team mit 68:49 durch. In der ersten Halbzeit taten sich beide Mannschaften zunächst schwer, ihren Rhythmus zu finden. Die Royals wirkten nach mehreren Wochen ohne Ligaspiel etwas eingerostet, konnten sich aber dennoch eine knappe 31:27-Führung zur Pause erarbeiten. Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Saarländerinnen deutlich stabiler. Vor allem die aggressive Teamverteidigung und ein strukturierteres Offensivspiel sorgten dafür, dass das dritte Viertel klar gewonnen wurde und der Vorsprung entscheidend anwuchs. Im Schlussabschnitt kontrollierten die Royals das Spielgeschehen und brachten den Sieg souverän ins Ziel. Vor dem letzten Hauptrundenspiel in Marburg bleibt die Ausgangslage im Kampf um die Play-off-Platzierungen spannend. Klar ist bereits: Das erste Play-off-Heimspiel der Royals findet am 2. April statt.
3. Halbzeit: Fan-Momente
Nun ist die Katze also aus dem Sack: Der chinesische Superstar Fan Zhendong verlässt den 1. FC Saarbrücken Tischtennis nach nur einem Jahr wieder. Eine wirkliche Überraschung ist das nicht, auch wenn mehrere Medien von einem „Schock“ oder einem „Beben“ sprachen. Der deutsche Rekordmeister Borussia Düsseldorf verpflichtet zur nächsten Saison den 29 Jahre alten Chinesen vom großen Rivalen. Im Saarland holt man im kommenden Sommer derweil den brasilianischen Weltranglisten-Dritten Hugo Calderano. Damit sind alle Voraussetzungen erfüllt, dass das Dauerduell zwischen Saarbrücken und Düsseldorf nahtlos fortgesetzt wird.
Zunächst soll Fan jedoch noch liefern. Nach dem Pokalerfolg ist die abermalige Titelverteidigung in der Champions League fest eingeplant. Der deutsche Meistertitel ist ebenso ein großes Ziel – dazu muss man vermutlich Düsseldorf schlagen. Es war wohl allen Beteiligten klar, dass es sich bei den „Fan-Momenten“ um ein einjähriges Intermezzo handeln würde. Der Superstar geht auf die 30 zu, in Düsseldorf winken noch ein paar lukrative Sponsorenverträge. „Von einer Reise durch Europa“ war in der Pressemitteilung des FCS die Rede.
Fan Zhendong ist eng mit dem Düsseldorfer Urgestein Timo Boll verbunden, der den Transfer einfädelte. Wie lange der Hype um den Chinesen anhält, ist schwer abschätzbar. Der FCS hat durch den Transfer im vergangenen Jahr deutlich an Sichtbarkeit gewonnen, aber schon das letzte Heimspiel mit Beteiligung des Chinesen war nicht mehr ausverkauft. Dass der scheue Superstar keine Interviews gab und auch für Autogrammstunden nicht zur Verfügung stand, hat im kleinen Saarland nicht jedem gefallen. Ein Vorbild zum Anfassen war und ist der 29-Jährige nicht.
Vielleicht mag der eine oder andere im Verein sogar froh sein, dass es bei einem einjährigen Intermezzo bleibt. Ob die „Fan-Momente“ am Ende nachhaltig sein werden, bleibt ohnehin noch abzuwarten. Denn die Schlüsselspiele, in denen der Chinese beweisen muss, dass er tatsächlich für den entscheidenden sportlichen Unterschied sorgen kann, stehen erst noch an. Erst danach wird man Bilanz ziehen können. War es eine Schwalbe, die einen Sommer machte, oder bleiben die „Fan-Momente“ als Meilenstein der Vereinsgeschichte haften?
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.