Hase / Volodin sind Weltmeister
Bei Olympia holten sie Paarlauf-Bronze, in Prag wurden Minerva Hase und Nikita Volodin Weltmeister – wie vor acht Jahren Aljona Savchenko und Bruno Massot. Hase / Volodin verteidigten in Abwesenheit der Olympiasieger Riku Miura / Ryuichi Kihara (Japan) trotz kleiner Fehler in der Kür nervenstark ihren Vorsprung aus dem Kurzprogramm vor den Europameistern und Olympia-Zweiten Anastasia Metelkina / Luka Berulawa (Georgien) und Lia Pereira und Trennt Michaud (Kanada). Das zweite Berliner Paar Annika Hocke / Robert Kunkel wurde Siebter.
Sieg geangelt
Der achte Spieltag der Darts Premier League fand in der Berliner Uber Arena statt. Im Traumfinale schlug Weltmeister Luke Littler (England) Michael van Gerwen (Niederlande) mit 6:4 und checkte dabei gleich zweimal das höchstmögliche Finish von 170 Punkten, einmal sogar zum Matchgewinn.
Gelungener Play-off-Start
Wie fast immer in den letzten Jahren heißt ein VBL-Viertelfinale BR Volleys-Netzhoppers Königs Wusterhausen. Spiel 1 in der Max-Schmeling-Halle ging am 28. März trotz kräftiger Gegenwehr der Brandenburger mit 3:0 nach Berlin. Spiel 2 steht für Karfreitag an.
Kenianischer Doppelsieg
Bei zehn Grad kühlem Wetter siegte beim 45. Berliner Halbmarathon am 29. März der Kenianer Andrea Kiptoo vor seinem Landsmann Dennis Kipkemoi. Amanal Petros (Hannover) wurde im Schlussspurt Dritter mit neuem deutschen Rekord. Beste Frau war Likina Amebaw aus Äthiopien.
Alba Berlin
Zeit der Entscheidungen
Der litauische National-Center Martynas Echodas konnte nie an die Form vor seiner Knieverletzung anknüpfen. Nach 13 Spielen im Dress von Alba Berlin trennten sich vergangene Woche die Wege. Echodas kehrte zu seinem alten Club Lietuvos Rytas Vilnius zurück. Stattdessen verkündeten die Berliner eine große Vision für die Spielzeit 2031/32. So soll zwischen den S-Bahnhöfen Johannisthal und Adlershof ein großer Alba-Campus inclusive Performance Center, Geschäftsstelle, einem Internat, einer Oberschule und einer Kita entstehen. Doch zentraler Bestandteil ist eine bis zu 20.000 Zuschauer fassende, neu zu errichtende, Mehrzweckhalle. Hintergrund sind die Pläne, Teil der neuen NBA Europe zu werden, aber die aktuell unbefriedigende Hallensituation zwischen Uber Arena und Max-Schmeling-Halle hinter sich zu lassen. Die neue Arena solle „einen dreistelligen Millionenbetrag“ kosten, den internationale Investoren aufbrächten. Der Verein wolle aber keinesfalls seine Eigenständigkeit aufgeben, hieß es. Dadurch beflügelt, gewann Albas Frauenteam am 28. März in der Sömmeringhalle im Rahmen eines Doppelspieltages gegen den Herner TC mit 73:54 und geht als Hauptrundenvierter mit Heimrecht in die Viertelfinalserie gegen Osnabrück ab Gründonnerstag. Zuvor hatte Kooperationspartner TuS Lichterfelde in der 2. DBBL Nord den ETV Hamburg mit 85:45 dominiert. Albas Männerteam siegte tags darauf klar bei den Basketball Löwen Braunschweig mit 94:73 und rückte auf zwei Punkte an Spitzenreiter Bayern München heran.
Tischtennis
Nächste Niederlage
Der 1. FC Saarbrücken TT hat in der Tischtennis-Bundesliga die nächste Niederlage kassiert. Gegen den TTC Fulda-Maberzell unterlagen die Saarländer am Freitagabend zuhause knapp mit 2:3 und mussten damit nach dem Rückschlag in Bad Homburg (ebenfalls 2:3) erneut Punkte liegen lassen.
Erneut war der nach der Saison scheidende Fan Zhendong der überragende Spieler im Team des FCS-TT. Der Chinese gewann sein Einzel gegen Quing Yu Meng souverän mit 3:0 und ließ die Saarländer somit stark ins Match starten. Seine Teamkollegen konnten jedoch nicht nachziehen: Samuel Arpas verlor 0:3 gegen Ruwen Filus und auch Cedric Meissner musste sich 1:3 gegen Fanbo Meng geschlagen geben. Fan sorgte mit einem weiteren 3:0 gegen Filus für den 2:2-Ausgleich.
Im entscheidenden Doppel mussten Meissner und Arpas sich allerdings erneut Qing Yu und Fanbo Meng mit 1:3 geschlagen geben. Damit blieb Saarbrücken trotz starker Leistung von Fan ohne Punkte.
Die HG Saarlouis bleibt oben dran
Die HG Saarlouis bleibt in der 3. Liga klar auf Aufstiegskurs. Mit einem deutlichen 37:25-Erfolg gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden festigte das Team von Trainer Jörg Lützelberger die Tabellenführung und revanchierte sich zugleich für die Hinspielniederlage. In der Anfangsphase tat sich die HGS in der heimischen Stadtgartenhalle noch schwer gegen gut eingestellte Gäste, die bis zum 8:8 auf Augenhöhe blieben. Danach übernahmen die Saarländer jedoch zunehmend die Kontrolle. Über 12:8 und 17:12 setzte sich Saarlouis bis zur Pause ab und baute den Vorsprung im zweiten Durchgang weiter aus. Spätestens beim 26:16 war die Partie, die von 1.460 Zuschauern verfolgt wurde, entschieden. Mit dem klaren Sieg qualifizierte sich die HG Saarlouis für die Aufstiegsrunde. Während Konkurrenten wie Gelnhausen Punkte liegen ließen, behauptet die HGS ihre Spitzenposition souverän und geht mit Rückenwind in die entscheidende Saisonphase.
3. Halbzeit: Zeitenwende
Oh Fußball, wie schnelllebig bist du bloß? Noch kein Jahr ist es her, da galt ein Trio als Erfolgsgarant für den kometenhaften Aufschwung der SV Elversberg bis an die Zweitliga-Spitze. Trainer Horst Steffen, Sportvorstand Ole Book und der geschäftsführende Vorstand Dr. Marc Strauß. Nachdem der Erfolgscoach bereits im vergangenen Sommer das Weite suchte, zog es in den vergangenen Wochen nun zuerst Strauß (zum 1. FC Kaiserslautern) und schließlich Book zu Borussia Dortmund. Auf dem Papier ist die SVE nun erstmal führungslos. Dem Verein kommt in dieser Phase der Zeitenwende zu Gute, dass er intern über klare Strukturen verfügt und nicht den hysterischen Reflexen eines Traditionsvereins ausgesetzt ist. Dass sich in Elversberg irgendein wildgewordener Aufsichtsrat kraft seiner durch das Amt verliehenen B-Prominenz nun an die Medien wenden wird, ist auszuschließen.
Es ist überhaupt faszinierend, wie die Hauptamtler um Strauß und Book den Verein ruhig und sachlich auf das nächste Level heben. Interviews haben sie beide nur selten gegeben, in Hintergrundgesprächen aber stets ihre Arbeit erklärt. Dass Strauß, der den kleinen Club fit für den Profifußball gemacht hat, irgendwann bei einem größeren Verein landen würde, war absehbar. Und Book war ohnehin eine der heißesten Aktien im deutschen Profifußball. Sie haben mit Inhalten überzeugt. Irgendwo den Fan-Kasper spielen, um öffentlichen Beifall zu bekommen, das hatten beide nicht nötig. Dafür sind sie viel zu gut. Es bleibt spannend, wie die ehrenamtlichen Bosse um Dominik Holzer, Swen Hoffmann und Andreas Abel den Club neu ausrichten werden. Es sind kluge Köpfe, die nicht zu Schnellschüssen neigen. Einen Mangel an Bewerbern dürfte es nicht geben. Die SVE hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass man sich in ihren Reihen prächtig entwickeln kann. Nicht nur als Spieler, sondern auch als Trainer und Funktionär. Strauß und Book hinterlassen ihren Nachfolgern ein bestelltes Feld und eventuell überlassen sie ihren Nachfolgern sogar einen Bundesligisten. Klar ist aber auch: Die Fallhöhe ist für jeden, der dort anfängt, riesig. Book und Strauß waren außer Frage die Besten, die in den letzten zwei Jahrzehnten im Saarland tätig waren.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.