Die SV Elversberg trennt sich im direkten Duell mit Hannover 96 mit 1:1 und bleibt damit im engen Aufstiegsrennen stabil positioniert. Nun kommt Spitzenreiter Schalke 04.
Die Ausgangslage war klar: Hannover 96 und die SV Elversberg trafen in einem direkten Duell zweier Zweitligisten aufeinander, die im oberen Tabellendrittel eng beieinander liegen. Entsprechend hoch war die Bedeutung der Partie, auch wenn sich früh zeigte, dass nicht alles, was als Topspiel angekündigt wird, automatisch die erwartete Dynamik entfaltet. Die Anfangsphase gehörte klar den Gastgebern. Hannover kontrollierte das Spiel über Ballbesitz, bewegte sich sicher durch das Mittelfeld und ließ die SV Elversberg zunächst kaum zur Entfaltung kommen. Die Gäste standen kompakt, hatten aber Schwierigkeiten, selbst ins Spiel zu finden. Torchancen blieben in dieser Phase überschaubar, auch wenn ein Kopfball von Benedikt Pichler früh für einen ersten Ansatz von Torgefahr sorgte.
Die Führung für Hannover fiel dann in der 20. Minute – allerdings unter ungewöhnlichen Umständen. Nach einer Hereingabe von Noël Aséko unterlief Maximilian Rohr ein missglückter Klärungsversuch, der Ball landete über den Innenpfosten im eigenen Tor. Für die SV Elversberg war es bereits das vierte Eigentor der Saison, für Rohr persönlich das zweite. Die Führung spielte Hannover in die Karten. Die Mannschaft von Christian Titz blieb spielbestimmend und kam in der Folge zu weiteren Möglichkeiten. Stefán Þórðarson verfehlte das Tor nur knapp, auch in den Minuten vor der Pause ergaben sich mehrere Situationen, in denen das 2:0 möglich gewesen wäre. In dieser Phase verhinderte vor allem Nicolas Kristof einen höheren Rückstand. Der Torhüter der Elversberger zeigte mehrere starke Paraden, unter anderem gegen Maurice Neubauer und Maik Nawrocki, und hielt seine Mannschaft damit im Spiel. Offensiv blieb die SV Elversberg in der ersten Halbzeit dagegen weitgehend unauffällig. Einzelne Ansätze waren vorhanden, echte Durchschlagskraft entwickelte die Mannschaft jedoch kaum. So ging es mit einer verdienten Führung für Hannover in die Pause, die angesichts der Chancen auch höher hätte ausfallen können.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Spielverlauf. Hannover blieb die aktivere Mannschaft, kam früh zu einer weiteren großen Gelegenheit, doch erneut war Kristof zur Stelle und verhinderte den zweiten Treffer. Der Ausgleich für die SV Elversberg fiel dann aus einer Umschaltsituation heraus. Nach einer abgefangenen Standardsituation leitete Kristof mit einem weiten Abwurf den Angriff ein. Immanuël Pherai setzte sich im Laufduell durch und wurde im Strafraum zu Fall gebracht. Die Szene war umstritten, wurde aber als Foul gewertet. Lukas Petkov übernahm die Verantwortung und verwandelte den fälligen Strafstoß in der 56. Minute sicher zum 1:1. Hannover-Trainer Christian Titz bewertete die Szene anschließend kritisch: „Wir hatten deutlich mehr Torchancen, hätten mit einem zweiten Tor das Spiel auf unsere Seite bringen können. Mit dem aus meiner Sicht unberechtigten Elfmeter, den Elversberg verwandelt, wird es ein anderes Spiel.“ Mit dem Ausgleich veränderte sich die Statik der Partie. Hannover verlor etwas an Kontrolle, während die SV Elversberg nun häufiger in Umschaltmomente kam und das Spiel offener gestaltete. Gleichzeitig blieb die Mannschaft von Christian Titz die gefährlichere, weil sie weiterhin zu den klareren Torchancen kam. In der Schlussphase erhöhte Hannover den Druck noch einmal deutlich. Mehrere Abschlüsse aus aussichtsreichen Positionen blieben jedoch ungenutzt. Chakroun wurde aus kurzer Distanz geblockt, Källmann verfehlte das Tor knapp, auch in der Nachspielzeit ergab sich noch eine gute Möglichkeit. Ein weiterer Treffer wollte jedoch nicht mehr fallen.
Titz kritisierte den Schiedsrichter
Die SV Elversberg konzentrierte sich in dieser Phase vor allem auf die Defensive, blieb aber über Konter grundsätzlich gefährlich. Zwingende Offensivaktionen blieben zwar selten, dennoch gelang es der Mannschaft, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Elversbergs Trainer Vincent Wagner ordnete die Partie entsprechend ein: „Es war ein Spitzenspiel, was draufstand, war auch drin. An der ein oder anderen Stelle hatten wir auch ein bisschen Glück, sind aber auch letztlich nicht unverdient zum Ausgleich gekommen. Am Ende war es dann ein wilde Fahrt, die in beide Richtungen hätte ausgehen können.“ Hannovers Trainer Christian Titz ärgerte sich im Sportschau-Interview: „Wir hatten deutlich mehr Torchancen, hätten mit einem zweiten Tor das Spiel auf unsere Seite bringen können. Mit dem aus meiner Sicht unberechtigten Elfmeter, den Elversberg verwandelt, wird es ein anderes Spiel, trotzdem können wir hinten raus den Sieg noch einfahren. Dazu hätten wir auch noch einen Handelfmeter bekommen müssen, da muss man sich die Bilder einfach auch mal ansehen.“
Unterm Strich steht eine Punkteteilung, die dem Spielverlauf in gewisser Weise entspricht, auch wenn Hannover über weite Strecken die größeren Spielanteile und die besseren Möglichkeiten hatte. Die SV Elversberg hingegen nutzte ihre wenigen klaren Situationen konsequent und konnte sich zudem auf einen starken Torhüter verlassen. Für die Tabelle bedeutet das Ergebnis, dass beide Mannschaften im Aufstiegsrennen eng beieinander bleiben. Hannover verpasst die Chance, Boden gutzumachen, während Elversberg einen direkten Konkurrenten auf Distanz hält. In einer weiterhin ausgeglichenen Liga bleibt damit alles offen. Die Saison geht langsam auf die Zielgerade. Und am Sonntag kommt Tabellenführer Schalke 04 an die Kaiserlinde. Mit einem Sieg würde die SVE zu einem ganz heißen Eisen im Aufstiegsrennen werden.