Fall Antwerpen geht weiter
Der juristische Konflikt zwischen dem VfL Osnabrück und Ex-Trainer Marco Antwerpen ist noch nicht abgeschlossen. Nach der Niederlage vor dem Arbeitsgericht kündigte die Seite Antwerpens bereits den nächsten Schritt an. „Wir werden die Urteilsbegründung prüfen und legen dann Berufung ein. Das steht schon fest“, erklärte Anwalt Horst Kletke. Das Arbeitsgericht hatte seine Entscheidung mit einer „besonders schwerwiegenden Pflichtverletzung“ begründet. Im Zentrum steht der Vorwurf, Antwerpen habe Einfluss auf den Einsatz eines ausgeliehenen Spielers im Landespokal nehmen wollen. Demnach soll er versucht haben, den Spieler von einem Einsatz für Blau-Weiß Lohne abzuhalten, und Konsequenzen angedroht haben. Antwerpen weist die Vorwürfe weiterhin zurück.
Aachen sichert sich Mika Schroers
Die Alemannia Aachen hat die Kaufoption bei Mika Schroers gezogen und den Offensivspieler langfristig bis 2029 gebunden. Der 24-Jährige war zuvor von Arminia Bielefeld ausgeliehen und entwickelte sich schnell zu einem Schlüsselspieler. „Mika hat die Erwartungen, die wir mit seiner Leihe verbunden haben, voll erfüllt“, sagte Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi. Auch der Spieler selbst betonte seine Verbundenheit zum Club: „Ich habe schon zu Beginn meiner Leihe gesagt, dass es für mich etwas ganz Besonderes ist, für den Verein zu spielen.“ Trainer Mersad Selimbegovic hob vor allem die Spielweise des Offensivmannes hervor und bezeichnete ihn als „sehr dynamisch und zielstrebig“.
Homburg zerlegt Mainz
Südwest-Regionalligist FC 08 Homburg hat beim TSV Schott Mainz einen auch in der Höhe verdienten 7:0-Auswärtssieg eingefahren. Entscheidend war neben der spielerischen Überlegenheit vor allem eine Szene kurz vor der Pause. Schon in der Anfangsphase dominierte Homburg die Partie deutlich, ließ jedoch zahlreiche Chancen ungenutzt. Mendler, Inanoglu, Baum und El-Helwe scheiterten mehrfach am starken Mainzer Keeper oder an der eigenen Präzision. Erst ein sauber ausgespielter Konter brachte die Führung: El-Helwe traf nach gut einer halben Stunde zum 1:0. Kurz vor der Pause kippte die Partie endgültig. Nach einem Handspiel sah Jacob Roden die Rote Karte, den fälligen Strafstoß verwandelte erneut El-Helwe sicher zum 2:0. Mainz verlor im zweiten Durchgang komplett den Zugriff. Innerhalb weniger Minuten sorgte Inanoglu mit einem Doppelschlag für die Vorentscheidung. Homburg spielte sich nun in einen Rausch: Qenaj erhöhte nach Vorarbeit von Inanoglu, Goncalves traf aus der Distanz, ehe Busch nach seiner Einwechslung den Schlusspunkt setzte. Während Mainz nach der deutlichen Niederlage nun ausgerechnet bei Titelkandidat SG Sonnenhof Großaspach gefordert ist, wartet auf Homburg ein Duell gegen den SGV Freiberg.
Dritte Liga
Aue vor dem Absturz
Beim FC Erzgebirge Aue ist die Lage endgültig eskaliert. Trainer Christoph Dabrowski wurde nach nicht einmal zwei Monaten im Amt freigestellt, auch Co-Trainer Lars Fuchs muss gehen. Parallel dazu erklärte Sportchef Michael Tarnat seinen Rücktritt – ein doppelter Bruch in einer ohnehin kritischen Phase. Unter Dabrowski holte Aue in neun Spielen lediglich zwei Punkte, die letzten sieben Partien gingen allesamt verloren. Der Tiefpunkt folgte zuletzt beim 3:5 gegen Hoffenheim II, als die Sachsen bereits nach einer halben Stunde vier Gegentreffer kassierten und die Partie früh aus der Hand gaben. Sieben Spieltage vor Saisonende wirkt der Klassenerhalt damit kaum noch realistisch. Der Verein reagiert nun mit einer internen Lösung: Nachwuchsleiter Khvicha Shubitidze und Ex-Profi Enrico Kern übernehmen bis auf Weiteres. Auch der Rücktritt Tarnats ist ein deutliches Signal. Offiziell spricht der Club von „unterschiedlichen Auffassungen zur sportlichen Ausrichtung“, tatsächlich steht seine kurze Amtszeit sinnbildlich für die Fehlentwicklungen der vergangenen Monate. Tarnat selbst erklärte: „Ich bedaure sehr, mit dieser enttäuschenden Bilanz meiner Tätigkeit das Erzgebirge zu verlassen und wünsche dem Kumpelverein alles Gute.“
Füchse auf und davon
Zwar wurde vergangene Woche erst der 23. Spieltag der Berlin-Liga absolviert, doch die Füchse scheinen an der Spitze kaum noch aufzuhalten zu sein. Denn die Reinickendorfer setzten sich dank zweier Tore von Aslan vor der Pause beim TSV Mariendorf einmal mehr souverän durch – während die Verfolger erneut Federn ließen. Trotz der vierten Niederlage im Jahr 2026 – ein 0:3 (Tore: S. Albrecht, Zander, Q. Albrecht) beim abstiegsbedrohten SV Empor – bleibt der SC Charlottenburg sogar mit nun 13 Punkten Rückstand weiterhin Zweiter, denn auch Türkspor ging beim 0:4 (Tore: Lendner, Röttgen, Schremf, Liebich) in Hohen Neuendorf baden. Blau-Weiß 90 (4:1 gegen Spandauer Kickers), der SC Staaken (4:1 gegen den 1. FC Wilmersdorf) sowie der TSV Rudow (3:1 gegen Fortuna Biesdorf) rückten zwar durch ihre Aufwärtstrends auf die Plätze vier bis sechs nach, sind aber insgesamt nach Punkten bereits zu abgeschlagen. Am Tabellenende setzte der SSC Südwest seine Erfolgsserie mit einem 1:0-Sieg in Altglienicke fort und verkürzte den Rückstand zur VSG II so auf einen Zähler.
Eta trainiert Union-Frauen
Bereits im Februar hatte die Trainerin des Frauen-Bundesligisten 1. FC Union, Ailien Poese, ihren Wechsel ins Köpenicker Nachwuchsleistungs-zentrum als Chefin der Juniorinnen-abteilung zur kommenden Spielzeit publik gemacht. Nun gaben die Eisernen bekannt, welche Trainerin Unions Frauen in ihre zweite Bundesligasaison führen wird: Marie-Louise Eta wird die Nachfolge antreten. Die 34-Jährige war 2023 zunächst als Co-Trainerin zu den U19-Junioren gekommen und im weiteren Verlauf der Saison sogar in gleicher Funktion bei den Bundesliga-profis tätig. Als Interimslösung an der Seite von Marco Grote schrieb Eta dadurch Geschichte als erste Trainerassistentin der Geschichte des Oberhauses. In der aktuellen Saison führte sie Unions U19 ungeschlagen zur Staffelmeisterschaft in der DFB-Nachwuchsliga.
Start in der Oberliga
Durch das 0:0 von Lichtenberg 47 im Nachholspiel gegen Dynamo Schwerin war der SV Tasmania (49 Punkte) vor dem 23. Spieltag der NOFV-Oberliga Nord wieder in der Tabelle „virtuell“ vorne. Allerdings ließen sich die Neuköllner dann bei Tennis Borussia kalt erwischen und lagen zur Pause durch Treffer von Jobe (2) und Gencels verwandelten Foulelfmeter bereits 0:3 zurück, Baca sollte dann nur noch das Anschlusstor gelingen. Die 47er (jetzt 48 Punkte mit einem Spiel weniger) mühten sich zwar gegen Optik Rathenow gewaltig, schafften durch Grubers Treffer aber einen 1:0-Erfolg. Wichtige Punkte für den Klassenerhalt sammelte der Berliner AK (29 Punkte) beim 3:0 (Tore: Mawd 2, Gomes Pereira) über den SV Siedenbollentin – am Ostersonntag aber gingen alle vier Berliner Vertreter leer aus. TuS Makkabi verlor zu Hause gegen Anker Wismar (0:2) ebenso wie der SV Sparta (2:3 in Schwerin – Tore: Hänsch 2). Für SD Croatia (0:2 gegen Hansa Rostock II) und Viktoria Berlin (0:5 in Neustrelitz) scheinen am Tabellenende sogar die Lichter bereits auszugehen.
Regionalliga
Nur Hertha siegt
Nach der großen Überraschung, die der FC Hertha 03 mit dem Sieg bei Lok Leipzig (2:0 am 25. März) landen konnte, setzte es mit den Pleiten gegen Jena (0:3) und am Ostersamstag im Duell bei Babelsberg 03 (0:4) zwei empfindliche Rückschläge. Das Nachholspiel gegen Chemie Leipzig am Dienstag (nach Redaktionsschluss) musste das Schlusslicht so gewinnen, um überhaupt noch eine reelle Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Die Leipziger hatten mit dem 1:1 bei der VSG Altglienicke (Tor: Tezel) immerhin einen weiteren Zähler im Abstiegskampf erhamstert. Im Duell der Zweiten Mannschaften behielt Hertha BSC dank eines späten Treffers von Aslanidis mit 2:1 die Oberhand gegen den 1. FC Magdeburg – Hildebrandt hatte zunächst für die Führung gesorgt. Der BFC Preussen trennte sich dazu torlos vom Greifswalder FC, während der BFC Dynamo zum Abschluss des 28. Spieltags durch Liebelts Tor zum 2:2-Endstand in der Nachspielzeit einen Punkt in Zwickau rettete. Fritzsches Treffer zum ersten Ausgleich war dessen siebter Erfolg im siebten Pflichtspiel in Folge.