Nélida Abarca (49)
Algenforscherin | Berlin-Steglitz
Mit bloßem Auge nicht erkennbar, sind sie doch sehr ansehnlich. Im Elektronenmikroskop zeigt sich die Schönheit ihrer glasartigen Zellhülle. Mal erinnern sie an Zimtsterne, dann an intergalaktische Gestirne: Kieselalgen. Schon ihr ganzes Berufsleben beschäftigt sich Nélida Abarca mit den geheimnisvollen Wesen, die weder zu den klassischen Pflanzen noch zu den Tieren zählen und hauptsächlich in Meeren und Süßgewässern vorkommen. Kieselalgen, auch Diatomeen genannt, gelten als hervorragende Bioindikatoren. Sie reagieren sensibel auf Umweltveränderungen wie die Klimaerwärmung. Die Einzeller gehören zu den wichtigsten Sauerstoffproduzenten und liefern schätzungsweise über 20 Prozent des weltweiten Sauerstoffs. Sogar zur geschlechtlichen Fortpflanzung sind die attraktiven Winzlinge fähig. Bereits als 14-Jährige wusste Nélida Abarca, dass sie später mit einem Mikroskop arbeiten und einen weißen Laborkittel tragen würde. Die Mexikanerin forscht seit 2004 am Botanischen Garten, der zur Freien Universität gehört und wo sich die weltweit größte und wichtigste historische Diatomeen-Sammlung befindet. Zehntausende Arten sind mittlerweile bekannt. Gerade sind sechs neue aus Island auf dem Schreibtisch der Biologin gelandet, die natürlich zum Thema Kieselalgen promoviert hat. Es gibt noch viel zu tun: Vermutet wird, dass mehrere Hunderttausend Arten existieren. www.bo.berlin
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