Die Badminton-Asse des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim wollen zum zwölften Mal Deutscher Mannschaftsmeister werden. Das Final Four um den Titel findet in Saarbrücken statt.
Die Endrunde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Badminton, das Final-Four-Turnier wird dieses Jahr in Saarbrücken ausgetragen. Genauer gesagt: Am Wochenende des 18. und 19. April in der Joachim-Deckarm-Halle – der Heimspielstätte des Bundesligisten 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim (BCB). Der Gastgeber steht als souveräner Tabellenzweiter der Bundesliga als Teilnehmer des selbst ausgerichteten Turniers fest. Hinzu kommen neben dem Klassenprimus SV Fun-Ball Dortelweil auch der 1. BC Wipperfeld und Blau-Weiss Wittorf Neumünster. Nachdem der Vorstand des Deutschen-Badminton-Liga-Verbandes (DBLV) entschieden hat, dass es in diesem Jahr keine Viertelfinals geben wird, startet das Turnier samstags um 16 Uhr mit den Halbfinals. Hier treffen der Hauptrunden-Erste auf den Vierten sowie der Zweite auf den Dritten, also Dortelweil auf Wittorf und der BCB auf Wipperfeld. Am Sonntag, 19. April, bestreiten die jeweiligen Siegerteams ab 13 Uhr das Finale um die Deutsche Meisterschaft 2026. Tickets sind online unter f4.bc-bischmisheim.de erhältlich.
Heimvorteil als gutes Omen
„Wir freuen uns sehr, dass wir die Endrunde um die Meisterschaft bei uns in Saarbrücken austragen dürfen. Bisher war die Rolle des Gastgebers stets ein gutes Omen: 2018 und 2023 holte unsere Mannschaft auch den Titel. Vielleicht gelingt uns das ja mit etwas Glück auch in diesem Jahr“, sagt BCB-Vereinschef Frank Liedke und betont: „Wir werden jedenfalls unsere ganze Erfahrung einbringen, um ein guter und fairer Gastgeber zu sein. Sowohl auf dem Spielfeld als auch drumherum.“ „Es ist natürlich richtig cool, dass das Turnier wieder bei uns daheim stattfindet. Das wird uns einen Vorteil verschaffen, keine Frage. Ich weiß auch, dass der BCB so etwas hervorragend ausrichtet – auch das ist schonmal gut zu wissen“, ist BCB-Topspieler Marvin Seidel sicher und schaut mit einem Augenzwinkern voraus: „So einen Titel in der Heimat zu holen macht ihn dann auch noch ein Stück mehr besonders.“
Dass der BCB mit dem „Drumherum“ eines solchen Events durchaus erfahren ist, liegt unter anderem am weltweit beachteten Turnier „HYLO Badminton Open“, das immer im Herbst in der Saarbrücker Saarlandhalle ausgetragen wird. Über 280 Helferinnen und Helfer packen jährlich mit an, damit 250 Spielerinnen und Spieler aus 35 Nationen – darunter die Besten der Welt – in insgesamt 155 Spielen die Siegerinnen und Sieger ermitteln. Inzwischen wurde das Traditionsturnier zu einem „BWF World Tour Super 500 Event“ hochgestuft, bei dem Preisgelder von insgesamt 475.000 US-Dollar ausgespielt werden. Auch diese Expertise war mit ausschlaggebend für die Entscheidung des DBLV, das Final Four der Bundesliga nach 2018 und 2023 zum dritten Mal im Saarland stattfinden zu lassen. DBLV-Präsident Arno Schley betont jedenfalls die „große Erfahrung und Professionalität des 1. BC Bischmisheim bei der Ausrichtung von Top-Turnieren wie den HYLO Open oder den Einzel-Europameisterschaften 2024.“
Auch sportlich scheinen die Saarländer für ihre Rolle gerüstet zu sein. Jedenfalls schlossen die Bischmisheimer die Hauptrunde mit einem 6:1-Sieg gegen den Liga-Sechsten TV Refrath erfolgreich ab. Es war auch der Abschluss einer bemerkenswerten Serie von acht Siegen in Folge. 2026 ist der BCB bisher noch ungeschlagen. Unter anderem setzte sich die Mannschaft um die Nationalspieler Seidel, Isabel Lohau und Co. in der Rückrunde je mit 4:3 gegen die Final-Four-Konkurrenten Wipperfeld und Dortelweil durch. In der Hinrunde hatten sie noch mit 3:4 in Wipperfeld und 2:5 zu Hause gegen Dortelweil das Nachsehen. Die Formkurve spricht also für den dritten Coup als gastgebender Deutscher Meister. „Das gibt uns schon Rückenwind. Wir haben als Team über die Saison besser zusammengefunden und die knappen Spiele, die es dann einfach manchmal ausmachen, knapp gewonnen statt knapp verloren“, findet der gebürtige Saarländer Marvin Seidel, gibt aber auch zu: „Wenn alle Mannschaften in Topbesetzung anreisen, ist das durchaus etwas anderes als in der laufenden Saison. Von daher bin ich gespannt, wer an den Spieltagen die Nase vorn haben wird.“ Das hänge auch davon ab, wer wir fit ist: „Manchmal kann die Verletzung eines Spielers die ganze Mannschaft durcheinanderwirbeln. Von daher gehört auch ein bisschen Glück dazu. Aber unsere Formkurve stimmt, und daher sind wir guter Dinge.“
Liedke sieht realistische Chancen
Das sieht auch Frank Liedke so: „Um die Besten der Liga – zu denen ich auch uns zähle – zu schlagen, muss an einem Tag schon alles zusammenpassen. Aber das macht es eben auch spannend bis zur letzten Sekunde.“ So, wie das Rennen um dem vierten und damit letzten Teilnahmeplatz am Final Four. Den hatte sich Blau-Weiß Wittorf Neumünster durch einen umkämpften 4:3-Sieg im letzten Rundenspiel über den SC Union 08 Lüdinghausen gesichert. Möglich wurde dies durch die Schützenhilfe des TSV Trittau, der zuvor den Weg für die Blau-Weißen mit Siegen über Lüdinghausen und Refrath geebnet hatte. Der Einzug in die Runde der besten Vier ist nach der Deutschen Vize-Mannschaftsmeisterschaft im Vorjahr der zweitgrößte Erfolg der Wittorfer Vereinsgeschichte. „Das gesamte Vereinsumfeld freut sich nun auf das Final Four“, sagte Wittorfs Badmintonspartenleiter Ralf Treptau dem Portal Badminton.de. Wohlwissend, dass im Halbfinale Klassenprimus SV Fun-Ball Dortelweil wartet – die Wiederauflage des Finales von Dresden 2025. In der Hauptrunde hatte Dortelweil 13 Siege aus 14 Spielen eingefahren und nur das Rückspiel gegen den 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim verloren. „Natürlich wollen wir wieder das Finale erreichen und dann in der eigenen Halle mit der Rückendeckung des Publikums den Titel wieder ins Saarland holen“, wird Frank Liedke noch einmal deutlich und ergänzt: „Nicht umsonst haben wir ja die Endrunde zu uns nach Saarbrücken geholt. Die Fans können ein zusätzlicher Spieler auf dem Feld sein, was die letzten Kräfte der Mannschaft mobilisieren kann.“ Schließlich habe den BCB in den vergangenen Jahren ja gerade ausgezeichnet, dass er vielleicht nicht die individuell bestbesetzte Truppe stellte, wohl aber eine Mannschaft, „die als Einheit funktioniert hat und an solchen Tagen über sich hinausgewachsen ist.“
Bis auf den Franzosen Toma Popov, der wie sein Bruder Christo (SV Fun-Ball Dortelweil) wegen des hochdotieren „Thomas & Uber Cups“ am folgenden Wochenende in Dänemark von seinem Verbandstrainer, dem Vater der beiden, keine Freigabe erhielt, werden wohl alle Topathletinnen und Athleten der Bischmisheimer antreten können. „Wir werden gut aufgestellt sein und die realistische Chance haben, das Finale zu erreichen – und dann wollen wir natürlich auch den Titel holen“, sagt Frank Liedke. So, wie es dem 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim insgesamt schon elf Mal gelungen ist.