BFC siegt deutlich
Am 29. Spieltag konnte die VSG Altglienicke (jetzt 45 Punkte) ihren Status als bester Berliner Vertreter in der Regionalliga Nordost festigen – denn beim Tabellendritten Hallescher FC gelang ein 3:2-Auswärtssieg. Tezel hatte zunächst den Rückstand ausgleichen können, in der Schlussphase sorgte Schickersinsky mit einem Doppelpack für die Entscheidung zugunsten der sechstplatzierten Treptower. Der BFC Preussen (41 Punkte) hatte zuvor zwar im Nachholspiel den Chemnitzer FC mit 2:1 (Tore: Ramadan 2) bezwungen, war am Sonntag gegen Carl Zeiss Jena (0:2) aber leer ausgegangen. Hertha BSC II (36 Punkte) konnte nach einer kleinen Negativserie von vier Niederlagen beim 1:0 (Tor: Rölke) in Chemnitz den zweiten Sieg in Folge feiern, und auch der BFC Dynamo fuhr nach vier Partien ohne Dreier wieder einen Erfolg ein. Beim 5:1 über den Tabellenletzten FC Hertha 03 (siehe großer Beitrag in dieser Ausgabe) war Windsheimer mit zwei Toren der Mann des Tages. Dazu trafen Gunte, Reincke und Fritzsche – für die Zehlendorfer erzielte Jones den Ehrentreffer.
Einsame Spitze
Seit Wochen setzen sich die Füchse (jetzt 57 Punkte) in der Berlin-Liga immer weiter vom Rest der schwächelnden Konkurrenz ab. Dieser Trend setzte sich auch am 25. Spieltag fort –
dank eines 1:0-Siegs (Tor: Haney) bei den Spandauer Kickers machten die Reinickendorfer einmal mehr erfolgreich ihre Hausaufgaben. Der SC Charlottenburg (40 Punkte) jedoch büßte seinen zweiten Platz wegen eines 2:2-Unentschiedens bei Schlusslicht Polar Pinguin ein. Auch Blau-Weiß 90 (37 Punkte) holte beim 1:1 in Hohen Neuendorf nicht die volle Punktzahl, wodurch Platz zwei und sechs aktuell nur drei Zähler trennen. Neu auf dem „Vizemeister-Platz“ ist nun der SC Staaken (40 Punkte), der als Oberliga-Absteiger mit nur zwei Punkten aus den ersten fünf Partien miserabel aus den Startlöchern gekommen war, dann aber zur Aufholjagd blies. Beim 4:1-Erfolg (Tore: Eigentor, Engst, Aksakal, Gakpeto – Grundmann) konnte auch der Frohnauer SC die West-Spandauer nicht bremsen. Im Tabellenkeller erzielte dazu Fortuna Biesdorf (2:1 bei Altglienicke II) wichtige drei Punkte.
Hertha-Frauen auf Kurs
Im Kampf um die Meisterschaft in der Frauen-Regionalliga Nordost und der damit verbundenen Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 2. Liga hat Hertha BSC am 17. Spieltag den nächsten Schritt gemacht. Das Team setzte sich gegen den viertplatzierten 1. FC Magdeburg verdient mit 3:1 durch. Die frühe Führung durch Blättner konnten die Gäste dabei noch egalisieren, in der Schlussphase sorgten Böttcher und Haesler aber für den Dreier der Hertha-Frauen. Die führen weiter das Klassement an, nun mit 41 Punkten – RB Leipzig II folgt auf Rang zwei mit sechs Punkten Rückstand bei einer Partie mehr. Die Reserve der Union-Frauen büßte beim 1:1 (Tor: Kähler) in Rostock dazu zwei weitere Punkte auf die Spitzenposition ein. Türkiyemspor ging bei Aufsteiger Eintracht Leipzig-Süd leer aus: Trotz 2:1-Pausenführung (Tore: Wolter Cosme, Schwarz) unterlagen die Kreuzbergerinnen noch 2:3, während BW Hohen Neuendorf gegen Erfurt 2:1 (Tore: Tiede, Henning) siegte.
Oberliga
Zurück an der Spitze
Erst am Mittwoch letzter Woche musste der SV Tasmania (jetzt 52 Punkte) nach dem Sieg von Lichtenberg 47 (51 Punkte) im Nachholspiel in Wismar Platz eins der NOFV-Oberliga Nord räumen. Doch dank eines 3:0-Erfolgs (Tore: Amamoo, Mensah, Ajala-Alexis) am Sonntag gegen TuS Makkabi eroberten die Neuköllner die Spitze am 24. Spieltag wieder zurück, weil die 47er parallel bei Hansa Rostock II knapp mit 0:1 unterlagen. Eintracht Mahlsdorf behauptete seinen fünften Platz durch ein 2:0 (Tore: Worm, Stettin) gegen den Berliner AK (29 Punkte), der dadurch ebenso weiterhin im Abstiegskampf steckt wie Tennis Borussia (27 Punkte) – die Lila-Weißen bezogen dabei eine herbe 1:5-Pleite (Tore: Jobe – Nikol, Meyer je 2, Sizov) beim SV Sparta. Die bereits abgeschlagenen beiden Teams auf den letzten Plätzen, SD Croatia (19 Punkte) und Viktoria (12 Punkte), schlugen sich dazu wacker – während erstere zu Hause der TSG Neustrelitz einen Punkt abtrotzten, mussten sich die Himmelblauen trotz Führung nach einer Ampelkarte noch in der Schlussphase mit 1:3 in Wismar geschlagen geben.
Trauer um Heinrich Hess
Prof. Heinrich Hess ist tot. Der frühere Arzt der Fußballnationalmannschaft verstarb in Saarbrücken im Alter von 94 Jahren nach kurzer Krankheit.
Man kannte Prof. Hess vor allem als Arzt der Fußballnationalmannschaft. Von 1969 bis 1998 arbeitete er für den DFB, zunächst für die Olympiaauswahl und die B-Nationalmannschaft, ab 1974 dann für die A-Nationalmannschaft. In seine Amtszeit fielen der Gewinn der Weltmeisterschaften 1974 und 1990 sowie die Europameistertitel 1980 und 1996. Hess war Saarländer mit Leib und Seele. Ab 1975 leitete er die St. Elisabeth-Klinik in Saarlouis, baute sie erheblich aus und machte sie zur Anlaufstation für Fußballstars aus aller Welt. 1998 ging er in Ruhestand, traf sich aber bis zuletzt mit ehemaligen Weggefährten aus dem Saarfußball.
Regionalliga
FCH gewinnt Spitzenspiel
Der FC 08 Homburg hat in der Regionalliga Südwest einen Heimsieg gegen den SGV Freiberg gefeiert. Vor 1.230 Zuschauern im Waldstadion setzte sich der FCH mit 2:1 (0:0) durch. In einer lange ausgeglichenen und intensiv geführten Partie fielen die Treffer erst in der Schlussphase. Zunächst brachte Hilal El-Helwe die Gastgeber in der 73. Minute in Führung. Nach einer Flanke von Markus Mendler landete der Ball vor seinen Füßen, El-Helwe schob aus kurzer Distanz ein. Die Gäste reagierten schnell und glichen nur drei Minuten später durch Paul Polauke nach einem Eckball per Kopf zum 1:1 aus (76.). In der Folge blieb das Spiel offen, ein weiterer Treffer der Homburger wurde wegen Abseits aberkannt. In der 88. Minute fiel schließlich die Entscheidung: Kaan Inanoglu nutzte eine Unachtsamkeit in der Freiberger Defensive und erzielte den 2:1-Siegtreffer.
„Es zeigt den Charakter der Mannschaft, dass wir weiter dranbleiben und kämpfen. Am Ende war es ein verdienter Heimsieg gegen den Tabellenführer“, sagte FCH-Trainer Roland Seitz. Mit dem dritten Ligasieg in Folge verbessert sich Homburg auf den dritten Tabellenplatz, bleibt jedoch mit Abstand hinter der Spitze. Freiberg verliert durch die Niederlage die Tabellenführung.
3. Halbzeit: Die Politik wird reagieren
Dresden als Brennpunkt, Dresden als Mahnung. Was sich vor zwei Wochen rund um das Spiel Dynamo gegen Hertha BSC in der sächsischen Landeshauptstadt abgespielt hat, war mehr als ein Einzelfall. Seit Jahren nehmen rivalisierende Ultra-Gruppierungen den Fußball in Geiselhaft. Wen interessieren schon die Übertragungen der TV-Anstalten? Was sind schon die Befindlichkeiten von Familienvätern wert, die ihre Kinder gern nach Schlusspfiff nach Hause bringen möchten, wenn es um eine entwendete Zaunfahne geht? Wie immer verstecken sich die Vertreter der „Szene“ in der Anonymität. Und ihre Lobbyisten, die mittlerweile in die Vereinsgremien eingesickert sind, denken sich im stillen Kämmerlein: „Die Geister, die ich rief …“
Und wieder steht die Politik vor der bekannten Frage: Wie reagieren? Die Innenministerkonferenz im Juni wird sich mit Dresden beschäftigen müssen, zwangsläufig. Die Bilder liefern den Handlungsdruck frei Haus. Verschärfte Maßnahmen liegen längst in den Schubladen – personalisierte Tickets, Ausweitung von Stadionverboten, engere Kontrollen im Umfeld der Spiele. Darunter werden alle leiden, auch die „Normalos“. Der organisierte Fußball hat den Kampf gegen die Ultras längst aufgegeben. Unverhohlen erzählen Manager von Profivereinen hinter verschlossenen Türen, dass sie hoffen, dass die Politik ihnen die Arbeit abnimmt. Dadurch droht ein Kollateralschaden: die große Mehrheit der Fans, die mit diesen Ausschreitungen nichts zu tun hat. Sie trägt Atmosphäre, sie trägt den Sport – und gerät doch immer wieder unter Generalverdacht.
Der Ruf nach Härte ist verständlich. Und er ist notwendig. Wer Gewalt sucht, muss Konsequenzen spüren. Und wer den Innenraum betritt, hat in Zukunft im Stadion nichts verloren. Aber die Möglichkeiten gibt es bereits. Sie werden nur nicht umgesetzt. Ein Geschäftsführer, der führenden Vertretern der „Szene“ Hausverbot erteilt, dürfte seinen Job bald los sein. Nun soll die Politik aufräumen. Vermutlich wird sie das mit ungewöhnlicher Härte tun. Die Ultra-Gruppierungen ihrerseits werden reagieren wie immer. Man wird sich als verfolgte Minderheit, als Gralshüter der reinen Fußball-Werte aufspielen. Diese Gruppen fordern stets Dialogbereitschaft vonseiten des DFB ein: Aber wie soll das funktionieren, wenn man nicht bereit ist, Verantwortung für Fehlverhalten einzuräumen?
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.