Das war doch mal ein guter Start in die Woche.
Erst beenden die Ungarn die politische Ära von Herrn Orbán. Und dann beschließt die Bundesregierung Maßnahmen gegen explodierende Spritpreise.
Geht doch, oder?
In Ungarn haben die Menschen in der Wahlnacht auf den Straßen gefeiert.
Und hierzulande? Da müht sich die Koalition am gleichen Sonntagabend, den zuvor selbst produzierten Streit beizulegen und uns Bürgerinnen und Bürger zu entlasten – und schon hebt großes Meckern an: zu spät, zu wenig, zu einfallslos. Und ob die 17 Cent tatsächlich komplett an den Zapfsäulen ankommen, glauben auch nur die wenigsten nach den früheren Erfahrungen.
Trotzdem kann auch eine bescheidenere Entlastung Autonutzer freuen.
Wer kein Auto hat, hat nichts davon. Und wer auf andere Fortbewegungsmittel umsteigen will, um Sprit zu sparen, auch nicht. Dabei entdecken jetzt wieder viele einen Sinn darin, Energie zu sparen. Drei Viertel der Deutschen sprechen sich aktuell für den Ausbau erneuerbarer Energien aus, um die krisenanfällige Abhängigkeit von fossilen Energien zu verringern.
Geht jetzt nicht?
Dann sollte man mal bei den französischen Nachbarn fragen, warum die genau eine solche Strategie gerade auf den Weg gebracht haben.
Nicht, weil sie Klimaschutz für sich neu entdeckt hätten, sondern schlicht, weil sie ihr „nationales Interesse“ an „Energiesouveränität“ bei ihren Elektrifizierungsplänen (Gebäude, Verkehr, Industrie) formulieren.
Nun sind die Nachbarn mit ihren zeitgleichen Atomkraftwerksplänen auch nicht unbedingt das perfekte Beispiel. Aber immerhin haben sie eine Strategie.
Eigentlich hatte sich die Koalition ausreichend Zeit gelassen, um sich seit Ende Februar etwas zu überlegen. Sie hätte sich auch bei anderen Nachbarn umsehen können, die schneller reagiert haben.
Übrigens: Eine knappe Mehrheit der Deutschen befürwortet auch ein begrenztes Tempolimit. Bürgerinnen und Bürger scheinen mal wieder weiter, als „die Politik“ sich traut.