Die Diagnose Demenz kann sehr belastend sein. Nicht nur für Angehörige, sondern insbesondere für Patienten selbst. Wie hilfreich es sein kann, auf mehr Verständnis zu setzen, um belastende Konflikte erst gar nicht aufkommen zu lassen, erklärt der angesehene Mediziner Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer in seinem Sachbuch „Demenz. Gezielt vorbeugen. Ganzheitlich verstehen. Liebevoll begleiten“.
Eine seiner Thesen lautet: „Ein ruhiger, verständnisvoller Umgang ist besonders wichtig.“ Klingt nachvollziehbar, ist aber nicht immer einfach. Doch Demenz-Patienten leiden unter negativen Emotionen des Gegenübers: Insbesondere im fortgeschrittenen Stadium fühlen sich Patienten hilflos, reagieren selbst mit Wut, wenn überforderte Angehörige sich nicht ruhig verhalten.
Das sei zwar menschlich, aber für beide Seiten nicht hilfreich. Grönemeyer listet am Ende des Ratgebers unter anderem acht „Knotenlöser für akute Krisen“ auf, die es den Angehörigen erleichtern sollen, mit der Erkrankung und dem damit einhergehenden Verlust der kognitiven Fähigkeiten angemessen umzugehen.
Was viele nicht sofort wissen (können): Je mehr die Logik verschwindet, desto wichtiger werden Emotionen. Die Patienten spüren, wer es gut mit ihnen meint und wer nicht, allerdings nur, wenn der Umgangston stimmt. Das heißt im Klartext: Ein Patient, der angeschrien wird, leidet. Er versteht nicht, dass man ihm helfen möchte.
Bei Wutausbrüchen seitens der Patienten helfe ebenfalls nur: ruhig bleiben! „Durchatmen und in kleinen Schritten weitermachen“, rät der Arzt. Zudem sollten Menschen, die sehr unter ihrer Rolle als Pflegeperson leiden, auch netter zu sich selbst sein, um Überlastungen zu vermeiden. Wer selbst depressiv wird, kann nicht helfen. Dies gilt übrigens nicht nur für Frauen: Auch Männer pflegen demente Angehörige. Der Mediziner Dietrich Grönemeyer pflegte seine dementen Eltern. Ein hilfreiches Buch –
mit vielen Ratschlägen und Kontaktadressen für Hilfesuchende.