Handball
Füchse holen Pokal
Harten Widerstand im Halbfinale gebrochen und dann mit einer Galavorstellung den DHB-Pokal zum zweiten Mal nach 2014 nach Berlin geholt. In der Kölner Lanxess Arena waren die Füchse Berlin am 18. April erst kurz vor Spielende ihres Sieges gewiss. In ihrem Halbfinale lagen sie gegen den TBV Lemgo-Lippe länger hinten, bevor Keeper Dejan Milosavljev zur Topform auflief und Lasse Andersson im Angriff übernahm. Doch erst nach einer Zwei-Minuten-Strafe für Lemgo kurz vor Ende warfen die Füchse den 35:32-Sieg heraus. Im Endspiel tags darauf wartete der Bergische HC, der sensationell den SC Magdeburg nach Verlängerung und Siebenmeterwerfen eliminiert hatte. Die Füchse hingegen waren für den BHC eine Nummer zu groß. Kurz vor der Pause setzten sich die Berliner mit fünf Treffern ab und hätten noch höher als 42:33 gewinnen können. Welthandballer Mathias Gidsel zeigte sich bei der ARD sehr stolz: „Für den Verein, die Fans und uns Spieler bedeutet das sehr viel.“
Sommerpause für Alba-Frauen
Auch in Spiel Drei der DBBL-Halbfinalserie gegen Meister Rutronik Starks Keltern traf Alba Berlins Frauenteam in der heimischen Sömmeringhalle katastrophal aus dem Feld, und so machte Keltern trotz Berlins Comeback kurz vor Schluss den Finaleinzug mit einem 54:51 klar, ohne sich groß zu verausgaben. Bei den Alba-Frauen wird ob vieler auslaufender Verträge ein größerer personeller Umbruch erwartet. Albas Männerteam hat sich vor den Play-offs mit dem 2,04 Meter messenden Forward Michael Rataj bis Saisonende verstärkt. Der 22-Jährige stammt ursprünglich aus dem Nachwuchsprogramm des FC Bayern und hatte seine vierjährige Collegekarriere zuletzt bei Baylor bestritten.
Volleys müssen nachsitzen
Ehrenrunde für die BR Volleys. Statt bereits am 18. April in Spiel Zwei der Halbfinalserie den Erzrivalen VfB Friedrichshafen auszuschalten, verspielte der Rekordmeister eine 2:1-Führung noch zu einer 2:3-Schlappe. Im entscheidenden dritten Match wird dann ermittelt, wer es in den Endspielen mit der SVG Lüneburg aufnimmt, die sich in zwei Spielen gegen die SWD Powervolleys Düren durchsetzten.
Eisbären-Fight
In Spiel Drei der DEL-Halbfinalserie gegen den Kölner EC hatte sich Eisbären-Stürmer Lean Bergmann eine „schwere Beinverletzung“ zugezogen, in Spiel Vier in der Kölner Lanxess Arena am 15. April erwischte es bei einem Gegentor Goalie Jake Hildebrand. Das Spiel bot permanente Führungswechsel. In der Verlängerung beim Stand von 3:3 traf Dominik Bokk zum 4:3 für den KEC und den Serienausgleich. In Spiel Fünf in der Uber Arena zwei Tage danach sahen die Fans wieder eine enge Partie, doch als die Kölner bei einer 3:2-Führung der Berliner ohne Torwart anrannten, trafen die Eisbären zweimal ins leere KEC-Gehäuse zum 5:2-Endstand und der 3:2-Serienführung für die Berliner.
Eastside im Finale
In der Halbfinalserie gegen die amtierenden Tischtennis-Meisterinnen vom TTC Weinheim revanchierte sich Rekord-Champion TTC Berlin Eastside für die kontroverse Final-Niederlage letztes Jahr. Unerwartet gingen am 17. April in Weinheim beide Doppel verloren, in den Einzeln aber holten Yuka Kaneyoshi, Nina Mittelham, Natalia Bajor und Sabina Šurjan fast alle Matches und gewannen 6:3. Zwei Tage später in Berlin stand es 1:1 nach den Doppeln, dann punkteten Kaneyoshi, Mittelham und Bajor, bevor Josi Neumann den fünften Punkt sicherte. Die beiden Endspiele gegen den TSV Dachau sind am 29. Mai (auswärts) und am 31. Mai (daheim).
3. Halbzeit: Formel 1 am Scheideweg
Die Formel-1-Saison hat nicht einmal richtig Fahrt aufgenommen, da jagt eine Krisensitzung schon die nächste. Brisant wurde die Debatte durch den heftigen Unfall von Oliver Bearmann beim Japan-GP am 29. März. Der Haas-Pilot krachte in die Streckenbegrenzung, nachdem er mit rund 50 Stundenkilometern Überschuss auf Franco Colapinto auflief. Ursache war eine unterschiedliche Energienutzung. Während Colapinto Energie erntete, war Bearmann im Deploy-Modus unterwegs.
Der Weltverband FIA räumte anschließend den Einfluss hoher Annäherungsgeschwindigkeiten ein, warnte jedoch vor voreiligen Regeländerungen. Doch im Fahrerlager war der Frust schon vor Saisonbeginn groß. Mehrfach-Weltmeister Max Verstappen spottete, das neue Regelwerk würde eine „Formel E auf Steroiden schaffen“. Im Endeffekt geht es um die Verteilung der Motorleistung, die zu 50 Prozent über den herkömmlichen Verbrenner und zu 50 Prozent über die Elektroleistung generiert wird. Die unsägliche Debatte, wie grün die Formel 1 sein darf, bringt eine traditionsreiche Sportart an die Grenze der Belastbarkeit. Es geht nur noch am Rande um technisches Geschick und fahrerisches Können; im Zentrum steht die Fähigkeit, mit der Batterie jonglieren zu können. Oder wie es Pilot Lando Norris formulierte: „Irgendwann muss man ein Ingenieursstudium absolviert haben, um diese Autos fahren zu können.“
Die Treibstoff-Boliden waren in der Vergangenheit nicht gerade bekannt dafür, die Öko-Bilanz aufzupolieren. Auf der anderen Seite: Was wäre der alpine Skisport ohne Kunstschnee? Oder ein Fußballspiel ohne Flutlicht? Es ist wie so oft. In irgendeinem Gremium will man besonders fortschrittlich sein, prescht nach vorne und vergisst dabei die eigene Basis. Die TV-Zuschauer können nur noch raten, in welchem Zustand sich die Fahrzeuge gerade befinden. Auf der anderen Seite ist der ökologische Regel-Wahnsinn brandgefährlich. Die Formel 1 mag sich feiern, dass sie grüner geworden ist. Gefährlicher ist sie aber ebenfalls geworden. Es ist höchste Zeit, diesen Unsinn zu beenden, bevor noch mehr passiert.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM
Meisterschaft eingefahren
Der 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim hat sich den Meistertitel geholt. Bei der dritten Auflage des Final Four in der Joachim-Deckarm-Halle in Saarbrücken setzten sie sich am Sonntagnachmittag mit 4:2 gegen den SV Fun-Ball Dortelweil durch. Im ersten Herrendoppel legten Nationalspieler Marvin Seidel und Frederik Søgaard vor. Sie besiegten die Gäste aus Dortelweil, Mads Vestergaard und Daniel Lundgaard, mit 3:0. Einen Satz mehr brauchte das Damendoppel, das auf Bischmisheimer Seite Nationalspielerin Isabel Lohau und Sara Thygesen bestritten. Sie gewannen gegen Julie Macpherson und Debora Jille mit 3:1. Die beiden Herreneinzel gingen an die Gäste: Mark Caljouw verlor gegen Victor Svendsen 2:3 und Jonas Scheller hatte gegen Kjaer keine Chance. Bei Julien Maio und William Villeger ging es gegen Christian Faust Kjaer und William Kryger Boe 3:0 aus, weil Dortelweil verletzungsbedingt abbrechen musste. Im Dameneinzel besiegte die Bulgarin Kaloyana Nalbantova ihre Gegenspielerin Yvonne Li mit 3:0 – der entscheidende Punkt des Finales.
Handball
Meisterschaft ist greifbar
Tore im Sekundentakt erlebten die 1.300 Zuschauer am Samstagabend in der Stadtgartenhalle: Beim 48:36 (25:19)-Heimerfolg des Handball-Drittligisten HG Saarlouis gegen die Bergischen Panther fielen insgesamt 84 Treffer. In einer Partie, die von starken Offensivleistungen und schwachen Defensivreihen geprägt war, setzten sich die Saarländer als Tabellenführer souverän durch und machten damit einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft. Trainer Jörg Lützelberger zeigte sich nach dem Spiel zufrieden mit dem Angriffsspiel, äußerte jedoch Kritik an der Defensivleistung seines Teams: „Wir haben in der zurückliegenden Woche mehr Abwehr als Angriff trainiert“, sagte er mit einem Schmunzeln.
Mit diesem Erfolg bleibt Saarlouis klar auf Meisterschaftskurs. Schon am Wochenende kann das Team im Spitzenspiel beim Verfolger Gelnhausen den Titel vorzeitig perfekt machen. Sollte dies nicht gelingen, besteht in der abschließenden Partie am 2. Mai gegen Absteiger Homburg eine weitere Möglichkeit, die Saison erfolgreich zu krönen und als Erster in die Aufstiegsrelegation zu gehen.