Mit dem 3:0 gegen Karlsruhe hat sich Elversberg eindrucksvoll von der Niederlage gegen Schalke erholt und im Aufstiegsrennen zurückgemeldet.
Es war ein Sieg, der in dieser Klarheit zunächst nicht absehbar war. Denn die Anfangsphase gehörte eher den Gästen. Karlsruhe trat wach auf, kam früh zu guten Abschlüssen durch Louey Ben Farhat und Marvin Wanitzek und hätte in Führung gehen können. Dass das nicht geschah, lag vor allem an Nicolas Kristof, der mehrfach stark parierte und seiner Mannschaft die nötige Stabilität gab.
„Wir sind nicht ganz so gut reingekommen. Und die Führung war schon so etwas wie eine Befreiung“, sagte Tom Zimmerschied später. Tatsächlich kippte die Partie mit dem 1:0. Elversberg fand nun besser in die Abläufe, kombinierte klarer und nutzte die Räume konsequenter. Der Führungstreffer war dabei sinnbildlich: Petkov leitete den Angriff mit ein, blieb dann selbst ruhig und legte im Strafraum quer auf Immanuel Pherai, der nur noch einschieben musste. Es war ein Tor der Übersicht und Präzision.
Für Pherai war dieser Treffer mehr als nur das 1:0. „Endlich ist das Ding drin. Ich hätte in den vergangenen beiden Spielen schon treffen müssen. Ich hoffe, der Bann ist jetzt gebrochen“, sagte er. Nach mehreren ungenutzten Möglichkeiten in den Wochen zuvor wirkte dieser Abend für ihn wie eine Befreiung. Und für Elversberg war er ein Beleg dafür, dass die spielerische Qualität dieser Mannschaft auch im Endspurt weiter da ist.
Führungstreffer war sinnbildlich
Nach der Führung bekam die SVE mehr Ruhe ins Spiel, ohne komplett fehlerfrei zu sein. Karlsruhe verlor zunehmend den Zugriff, blieb aber lange im Spiel. „Natürlich können wir nach einem 3:0-Sieg nicht meckern, aber es war hier und da wieder etwas wackelig. Wir müssen einfach das Spiel früher entscheiden“, sagte Fisnik Asllani Condé. Nach der Pause gelang das deutlich besser. Zunächst vergab Lukas Petkov noch eine große Möglichkeit, kurz darauf erhöhte Pherai nach Vorarbeit von Zimmerschied auf 2:0. Es war erneut eine saubere, entschlossene Aktion.
Spätestens damit war Elversberg endgültig im Fluss. Karlsruhe konnte das Tempo und die Präzision der Gastgeber nicht mehr mitgehen. Das 3:0 passte ins Bild: Pherais Flanke rutschte durch, Lasse Günther machte die Szene noch einmal scharf, Zimmerschied traf direkt. Elversberg spielte in dieser Phase mit Klarheit und Selbstverständlichkeit, ließ defensiv kaum noch etwas zu und brachte den Sieg souverän nach Hause.
Trainer Vincent Wagner lobte seine Mannschaft hinterher ausdrücklich. „Ich weiß, was die Jungs können. In dieser Liga kann gegen jeden Gegner immer alles passieren“, sagte er. Noch deutlicher wurde er mit Blick auf die Belastungen dieser Rückrunde: „In der Winterpause verlässt uns der beste Stürmer der Liga, und wir spielen fast die ganze Rückrunde ohne den zweitbesten Zehner der Liga. Dann verlässt uns auch noch der Sportvorstand. Ich kann nur den Hut vor unseren Jungs ziehen.“
Gerade deshalb war dieser Sieg mehr als nur ein klarer Heimerfolg. Elversberg sprang zurück auf Rang drei und setzte ein wichtiges Zeichen im Aufstiegsrennen. Zugleich zeigte der Abend, dass dieser Endspurt weiter Kraft kostet: Jan Gyamerah musste verletzt raus, auch David Mokwa und Lukasz Poreba hatten Probleme. Die SVE aber lieferte die richtige Antwort –
spielerisch stark, reif und im entscheidenden Moment entschlossen.