Fund auf Berliner Acker
Troja-Münze in Spandau
Im Bezirk Spandau wurde eine seltene griechische Münze aus dem 3. Jahrhundert vor Christus entdeckt. Gefunden wurde das rund zwölf Millimeter große Bronzestück von einem 13-jährigen Schüler auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche. Es handelt sich um den ersten archäologischen Fund der griechischen Antike im Stadtgebiet. Die Münze ist nun im Petri-Museum (www.petri.berlin) ausgestellt. Sie stammt aus der Zeit zwischen etwa 281 und 261 vor Christus und ist eine hellenistische Prägung aus der Münzstätte Ilion (Troja, heute Nordwesttürkei). Auf der Vorderseite ist der Kopf der Göttin Athena mit korinthischem Helm dargestellt. Die Rückseite zeigt Athena Ilias mit Kalathos (besonderer Kopfschmuck), die in der erhobenen Rechten einen Speer und in der Linken eine Spindel hält. Eine Überprüfung des Fundortes ergab eindeutige Hinweise auf eine langfristige Nutzung der Fläche als Bestattungsplatz. Keramikfragmente, Leichenbrand sowie ein Bronzedoppelknopf weisen auf ein bronze- beziehungsweise früheisenzeitliches Gräberfeld hin. Weitere Funde aus der römischen Kaiserzeit und ein slawischer Messerscheidenbeschlag belegen eine Nutzung des Areals auch in späteren Epochen. Wie die Münze aus dem antiken Griechenland in den nordmitteleuropäischen Raum gelangte, ist bislang nicht abschließend geklärt. Bekannt ist jedoch, dass bereits in der Antike Handelskontakte zwischen dem Ostseeraum und dem Mittelmeer bestanden.
Swinton spielt in Berlin
Das Berliner Ensemble, sagt dessen Intendant Oliver Reese, sei „immer wieder für Überraschungen gut“ – und daher wisse das Publikum, dass es im Theater am Schiffbauerdamm „auch regelmäßig besondere Projekte und außergewöhnliche Theatererlebnisse erwartet“. Ein solches hat Oliver Reese jetzt fürs kommende Jahr angekündigt: Im Februar 2027 wird Weltstar Tilda Swinton in einer Koproduktion mit dem Londoner Royal Court Theatre und Brian & Dayna Lee am Berliner Ensemble acht Vorstellungen von Manfred Karges „Man to Man“ („Jacke wie Hose“) spielen.
Die Produktion ist nur in London, Berlin und New York zu sehen. Es sei für das Berliner Ensemble „eine große Ehre, dass wir zusammen mit unseren Partnern Tilda Swintons Rückkehr auf die Theaterbühne ermöglichen können“, sagt Reese. Dass die Inszenierung in Berlin gezeigt wird, sei ein „persönlicher Wunsch“ Swintons. Dies zeige, welchen internationalen Ruf sich das Berliner Ensemble erarbeitet hat.
Kulturverführung vom 30. April 2026
Lesung: 1868, Äthiopien: die britische Napier-Expedition, die Brandschatzung und Plünderung von Magdala, ein deutscher Sammler, ein afrikanischer Junge, ein atemberaubender königlicher äthiopischer Mantel. Ein Weg aus den Wirren der Schlacht, ein Weg durch Feuer, ein Weg über die Berge, über das Wasser – bis nach Berlin. Die Geschichte eines Namens, an den man sich erinnert, eines wiederbelebten Lebens, eines enthüllten Geheimnisses. „Jedes Objekt birgt die Geschichte eines Verschwindens. Jedes Verschwinden trägt die Geschichte eines Menschen in sich“, sagt die Schriftstellerin Maaza Mengiste und wirft Fragen auf: Was ist ein Objekt? Was ist ein Mensch? Wer entscheidet, was ein Objekt ist? Was ist von allgemeinem Interesse? Wer ist die Öffentlichkeit? Daraus entstanden ist „Von allgemeinem Interesse“, ein multimediales Werk, das von der Geschichte der Napier-Expedition und den Archiven des Ethnologischen Museums in Berlin inspiriert ist. Am 18. Mai präsentiert Maaza Mengiste ihr Werk. Humboldt Forum Schlossplatz, 10178 Berlin. Informationen und Tickets: www.humboldtforum.org
Theater: Wie schön wäre es, einmal der Stille zu lauschen. Drei Figuren versuchen, nur fünf Minuten Ruhe zu finden. Doch das stetige Rauschen aus Meinungen und Haltungen der Welt zum Verstummen zu bringen, erweist sich als schwerer als gedacht. Denn irgendwo da draußen sind immer die anderen. Giulia Lancellotti bringt Leo Meiers sprachwitziges Stück „Fünf Minuten Stille“ nun auf die Bühne. Premiere ist am 19. Mai. Box des Deutschen Theaters, Schumannstraße 13 a, 10117 Berlin, Informationen und Karten: www.deutschestheater.de
Ausstellung: Zinneinlagen in der Möbelkunst seien „heute kaum noch bekannt, Zinngerät hingegen kennt jeder“, sagt Mechtild Kronenberg, die Leiterin des Kulturforums im Team der Staatlichen Museen zu Berlin. Mit seinem niedrigen Schmelzpunkt von 232 Grad gestaltet sich die Verarbeitung des Metalls recht einfach, erklärt sie. Das Material ist äußerst korrosionsbeständig und dadurch für die Herstellung von Geschirr geeignet. Diese Eigenschaften erklären die frühzeitige Nutzung in der Spätantike. Da das weiche Material leicht beschädigt und wieder eingeschmolzen werden kann, sind aus dieser Zeit jedoch nur wenige Gegenstände erhalten. Das Kunstgewerbemuseum besitzt eine große Sammlung von Zinngerät mit sehr seltenen Stücken, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Eine Ausstellung, die bis zum 4. Oktober gezeigt wird, präsentiert nun anhand von mehr als 100 Kunstwerken einen Überblick zur Zinngerät-Entwicklung vom Mittelalter bis in die frühe Moderne, als diese Kunst im Jugendstil eine letzte Blüte erlebte. Schloss Köpenick, Kunstgewerbemuseum, Schlossinsel 1, 12557 Berlin, Informationen: www.smb.museum/zinn. Martin Rolshausen