Bibliothek Pankow
Gegenstände ausleihen
In der Heinrich-Böll-Bibliothek (Greifswalder Straße 87, 10409 Berlin) gibt es jetzt eine „Internationale Bibliothek der Dinge“. Das Projekt bringt Gegenstände aus aller Welt nach Berlin und ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen der Stadtbibliothek Pankow und dem Goethe-Institut. Mehr als 75 Objekte wurden für dieses Projekt der Bibliothek übergeben. Ab sofort können diese von Menschen aus ganz Berlin ausgeliehen werden. Ziel ist es, nicht nur Dinge zugänglich zu machen, sondern auch Einblicke in den Alltag und die Lebenswelten anderer Kulturen zu ermöglichen. Im Fokus stehen vor allem Küchenutensilien, Gesellschaftsspiele und Musikinstrumente – also Gegenstände, die Menschen weltweit verbinden. So können Besucherinnen und Besucher unter anderem eine Tortillapresse aus Mexiko, einen Paprikaröster aus Sofia, das Gesellschaftsspiel Tavla aus Istanbul oder ein Musikinstrument wie eine Oud aus Amman entdecken und ausprobieren. Ein besonderes Anliegen des Projektes ist es, die Gegenstände nicht isoliert zu präsentieren, sondern sie in ihren kulturellen Kontext einzubetten. Daher wurden alle Objekte um persönliche Informationen der Menschen ergänzt, die diese ausgewählt und nach Pankow geschickt haben. So werden die Exponate zugleich Erzählerinnen und Erzähler ihrer eigenen Geschichte.
Weitere Informationen unter: www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow
Preis für Berliner Museum
Das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin wurde auf der „IFPDA Print Fair“ in New York mit dem Richard Hamilton Acquisition Prize ausgezeichnet. Die Messe IFPDA (Fine Art Prints & Drawings) zählt international zu den bedeutendsten Plattformen für Druckgrafik und Zeichenkunst. Zu den früheren Preisträgern zählen das British Museum in London und das Metropolitan Museum of Art in New York. Der Preis ist mit 10.000 US-Dollar dotiert und ermöglicht einem Museum den Ankauf von Werken direkt auf der Messe. Nóra Lukács, Kuratorin für zeitgenössische Kunst, hat zwei Werke erworben, die Themen der Sammlung aufgreifen: „Pregnant Caryatid“ (2001), eine Lithografie von Louise Bourgeois, sowie „Europa“ (2005), eine reliefartig räumlich angelegte Fotogravüre von Kiki Smith. Die Erwerbungen knüpfen an die transatlantisch geprägte Sammlungsgeschichte des Kupferstichkabinetts an, die ihren Ursprung unter anderem im Westberlin der Zeit des Kalten Krieges hat und um transkulturelle Perspektiven erweitert wurde.
Kulturverführung vom 8. Mai 2026
Konzert: Als sie Rag Doll 2012 gründeten, waren sich Sängerin Käthe von T. und Pianistin Amy Protscher einig: Bessie Smith ist schuld daran, dass sie sich den 1920er-Jahren und ihrer Musik verschrieben haben. Vom emotionalen Überschwang und dem derben, aber ehrlichen Humor der „Kaiserin des Blues“ Bessie Smith und ihren Zeitgenossinnen von Ma Rainey und Ethel Waters bis Alberta Hunter lassen sich die Berliner Musikerinnen immer wieder gern in dieses goldene Musikzeitalter und seine Geschichte(n) entführen. Tanja Becker vervollständigt das Trio an der Posaune. Die musikalische Reise startet am 21. Mai ins goldene Zeitalter von Ragtime, Boogie-Woogie, Harlem-Stride und Barrelhouse. Ballhaus Wedding, Wriezener Straße 6, 13359 Berlin, Tickets und Informationen: www.ballhauswedding.de
Ausstellung: Klagend schlagen sich Frauen auf den Oberkörper und massieren ihre Brüste, während ein nackter Körper und ein Skelett eng ineinander verschlungen liegen. Nein, keine schmuddelige Veranstaltung, sondern eine Ausstellung in einem der renommiertesten Berliner Museen. Im Zentrum der Ausstellung von Marina Abramović im Berliner Gropius Bau steht ihr „fortwährendes Interesse an Ritualen, Erotik, Tod und dem Körper als Ort politischen Widerstands“, wie das Museum mitteilt. Ausgehend von der Folklore des Balkans – der Region, in der die Performancekünstlerin aufgewachsen ist – verwebt „Balkan Erotic Epic. The Exhibition“ bis zum 23. August filmische und skulpturale Installationen mit Live-Performances. Abramović erforscht darin „Erotik als Brücke zwischen Leben und Tod, die das Selbst und den Kosmos miteinander verbindet“. Das offizielle Hauptstadtportal www.berlin.de wertet „Balkan Erotic Epic. The Exhibition“ als eine der „Top-Ausstellungen dieses Jahres. Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10117 Berlin, Informationen: www.gropiusbau.de
Kabarett: Die Welt steht vor immer neuen Herausforderungen. Timo Doleys, Stefan Martin Müller und Nancy Spiller beschreiben es so: „300.000 Jahre war die Menschheitsgeschichte eine Erfolgsgeschichte, aber derzeit fühlen wir uns eher wie ein uraltes Handy ohne Ladekabel – uns geht die Puste aus. Dabei ist Innovation gefragt. Wir bräuchten frische Ideen und Personal, das hip ist, fresh, dynamisch, effektiv, kostengünstig und kompetent. Und was haben wir? Die Bundesregierung.“ Und so kümmert sich das Distel-Ensemble, zu dem Doleys, Müller und Spiller gehören, im aktuellen Programm „Die Klöckner von Instagram“ selbst um die drängenden Probleme der Zeit. Das Versprechen: „Garantiert humorvoller als die Bundesregierung und alleine deshalb erfolgreicher, weil eins garantiert nicht passiert: dass die Klöckner dreimal klingelt.“ Kabarett-Theater Distel, Friedrichstraße 101, 10117 Berlin, Karten und Informationen: www.distel-berlin.de Martin Rolshausen