„47“ zeigt Nerven
Am 27. Spieltag hatte das Spitzenduo bestehend aus dem SV Tasmania und Lichtenberg 47 jeweils eine Niederlage bezogen – am vergangenen Wochenende nun mussten die Lichtenberger erneut vorlegen. Dabei gingen sie gegen den keinesfalls klar unterlegenen Berliner AK mit 4:1 in Führung, doch die abstiegsbedrohten Moabiter glichen in der Schlussphase noch aus (Tore: Graf 2, Owczarek, Goerlitz – Geue, Abdul-Hamid, Eigentor, Wardau). Tags darauf behielt Spitzenreiter SV Tasmania hingegen die Nerven, setzte sich 3:2 (Tore: Cruz Magalhaes, Mensah, Baak – Schmüser, Nikol) beim SV Sparta durch – und ist bei zwei ausstehenden Spielen nur einen Sieg vom Aufstieg entfernt. Im Abstiegskampf werden die Nöte von Tennis Borussia nach dem 0:4 in Rostock immer größer, weil die Konkurrenz durchweg punktete: So verlor SD Croatia gegen Dynamo Schwerin mit 0:5 und TuS Makkabi bei Optik Rathenow 2:4. Eintracht Mahlsdorf setzte sich dazu mit 2:1 gegen Viktoria Berlin durch.
Meisterfeier im Olympiastadion
Die Regionalligapartie der Frauen von Hertha BSC am vergangenen Sonntag überstrahlte die Heimspiele der Berliner Konkurrenz aus der 1. und 2. Liga – denn erstmals trugen sie eine Partie im Olympiastadion aus. Im Anschluss an die Begegnung der Zweitligaprofis gegen Fürth benötigten sie nur noch einen Zähler gegen den 1. FFV Erfurt zum vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft. Vor 14.500 Zuschauern lösten die Berlinerinnen die Aufgabe dann souverän mit einem 5:0-Erfolg (Tore: Wellhausen 3, Blättner, Haesler) – müssen sich für den Aufstieg in die 2. Liga nun aber noch in zwei Qualifikationsspielen gegen den Südwest-Meister 1. FC Saarbrücken durchsetzen. Die Bundesliga-Frauen des 1. FC Union verloren dagegen ihr letztes Heimspiel 2025/26 gegen die TSG Hoffenheim (0:2). 14.000 Fans im Stadion an der Alten Försterei ließen sich zum Abschied für Trainerin Ailien Poese davon aber nicht die Laune verderben. In der 2. Liga erreichte dazu Viktoria Berlin einen 3:0-Sieg gegen Schlusslicht VfR Warbeyen.
Perspektivische Personalien
Die ersten Bekanntgaben personeller Veränderungen sind da. So wird der aktuelle Interimstrainer Marco Böning beim feststehenden Regionalligaabsteiger FC Hertha 03 zur kommenden Saison das Amt des Sportlichen Leiters übernehmen und damit seinen Nachfolger an der Seitenlinie selbst bestimmen. Beim BFC Preussen beendet Patrick Breitkreuz dazu seine Karriere: Der inzwischen 34-jährige Stürmer brachte es dabei auf 163 Spiele in der 3. Liga und beinahe genauso viele in der Regionalliga. Auch beim Spitzenduo der NOFV-Oberliga Nord wurden bereits Abschiede verkündet: Den SV Tasmania verlassen zum Saisonende die beiden Kapitäne Daniel Kaiser (35) und Rico Steinhauer (33), um ihre Laufbahn auf tieferer Ebene ausklingen zu lassen. Nach 15 Jahren bei Lichtenberg 47 hört Sebastian Reiniger mit dem Fußballspielen auf. Dafür wird er seinen 47ern aber in einer anderen Funktion die Treue halten.
Regionalliga Nordost
Preussen und BFC siegen
Schon am Freitagabend kam es im Berliner Duell der vorletzten Runde in der Regionalliga Nordost zu einer Punkteteilung: das 1:1 (Tore: Strasner – Ibrahimi) war dabei für Hertha BSC II der erste Zähler nach drei, für die VSG Altglienicke der erste nach zwei Niederlagen. Im Rennen um die beste Abschlussplatzierung eines Berliner Vertreters konnte der BFC Preussen dank eines 2:1-Erfolgs über den ZFC Meuselwitz so mit der VSG gleichziehen. Trotz Pausenrückstands vergrößerte der Neuling nach dem Wechsel dank Treffern von Frank und Schröder die Abstiegssorgen der Gäste aus Thüringen noch weiter. Durch die Niederlage des ZFC wurde auch der BFC Dynamo letzter Sorgen ledig, ließ sich aber tags darauf nicht hängen und fuhr dank eines späten Tors von Polte noch einen 1:0-Sieg beim FSV Luckenwalde ein. Der Gang in die Oberliga ist für den FC Hertha 03 wiederum längst traurige Realität, das Schlusslicht unterlag bei Rot-Weiß Erfurt mit 2:5: Wachs beziehungsweise Hebisch gelangen die Tore für die Zehlendorfer jeweils in der Nachspielzeit beider Durchgänge.
Jens Härtel übernimmt Unions U19
Jens Härtel kehrt zu Union Berlin zurück. Der 56-Jährige, der Ende Januar beim FC Erzgebirge Aue freigestellt worden war, übernimmt zur kommenden Saison die U19 der Eisernen. Für Härtel ist es die Rückkehr an einen vertrauten Ort. Zwischen 1993 und 1996 sowie von 1998 bis 2000 spielte er bereits für Union. 165 Einsätze absolvierte er damals in Oberliga und Regionalliga, für keinen anderen Club lief er häufiger auf. Härtel sagte, er freue sich sehr auf die neue Aufgabe und auf die Rückkehr zu einem Verein, mit dem ihn viel verbinde. Sein Ziel sei es, die Spieler individuell und als Mannschaft weiterzuentwickeln, sie zu fordern, zu fördern und auf die nächsten Schritte vorzubereiten. Lutz Munack, Geschäftsführer Nachwuchs- und Amateurfußball, lobte Härtels Erfahrung und erwartet wichtige Impulse für den Übergang in den Profibereich. Härtel folgt auf Daniel Schulz, der die U19 interimsweise betreut hat und nun zur U21 zurückkehrt.
1860 verlängert mit Bachmann und Kiefersauer
Der TSV 1860 München bindet weitere Talente aus dem eigenen Nachwuchs. Nach Damjan Dordan, dessen Verlängerung bereits unter der Woche bekannt geworden war, haben nun auch Torwart Paul Bachmann und Offensivspieler Xaver Kiefersauer langfristige Verträge unterschrieben. Bachmann gehörte in dieser Saison in allen Drittliga-Partien als zweiter Torhüter zum Kader der Löwen. Spielpraxis sammelte der 20-Jährige vor allem in der U21, für die er neunmal in der Bayernliga Süd auflief. Dazu kamen zwei Einsätze im Toto-Pokal. Sein Vertrag läuft nun bis 2028. Ebenfalls bis 2028 bleibt Kiefersauer. Der 1,87 Meter große Angreifer kam zuletzt in Schweinfurt zu seinen ersten Profiminuten. In der Bayernliga Süd hatte er zuvor in 19 Spielen sechs Tore erzielt und zwei weitere vorbereitet. Geschäftsführer Manfred Paula nannte die Entwicklung eigener Nachwuchsspieler einen zentralen Baustein der Strategie.
Homburg verabschiedet sich mit klarem Heimsieg
Der FC 08 Homburg hat sein letztes Heimspiel der Regionalliga-Saison mit einem klaren Erfolg beendet. Nach vier Niederlagen nacheinander gewann die Mannschaft von Trainer Roland Seitz am Samstag im Waldstadion mit 5:2 gegen den bereits abgestiegenen FC Bayern Alzenau. Die Gastgeber bestimmten die Partie früh. Busch hatte nach fünf Minuten die erste große Möglichkeit, wenig später vergab Qenaj die nächste. Alzenau kam durch Trageser zwar ebenfalls zu einer Chance, doch kurz darauf kam die Homburger Führung: Nach einer Hereingabe von Goncalves traf Qenaj zum 1:0. Lange hielt der Vorsprung nicht, Boutakhrit glich nach einer Ecke aus. Homburg ließ sich davon aber nicht aus dem Rhythmus bringen. Ristl stellte mit dem Außenrist auf 2:1, El-Helwe erhöhte noch vor der Pause aus kurzer Distanz auf 3:1. Auch nach dem Wechsel blieb der FCH die klar bessere Mannschaft. Mehrfach scheiterten die Saarländer jedoch an Alzenaus Torwart Samarelli. Erst in der Schlussphase wurde es wieder deutlich. Der eingewechselte Mendler, der nach schweren persönlichen Wochen sein Comeback gab, bereitete zunächst das 4:1 durch Inanoglu vor. Kurz darauf verwandelte er einen Handelfmeter zum 5:1 und wurde vom Waldstadion lautstark gefeiert. Boutakhrit verkürzte mit einem sehenswerten Treffer noch auf 5:2. Zum Saisonabschluss reist Homburg nun zum SV Sandhausen. Danach wartet im Saarlandpokal noch das Duell mit dem 1. FC Saarbrücken.
3. Liga
FCS unterliegt auswärts
Drittligist 1. FC Saarbrücken hat sein letztes Auswärtsspiel verloren. Im Dietmar-Hopp-Stadion unterlag das Team von Trainer Argirios Giannikis der Zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim mit 2:3. Dabei traten die Blau-Schwarzen stark ersatzgeschwächt an. Auf der Bank blieb ein Platz frei, zudem waren mit Tim Paterok und Jonas Nikisch zwei Torleute vermerkt. „Es ist keine Ausrede dafür, dass wir in der Anfangsphase einige Male zu spät gekommen sind“, monierte Giannikis nach der Partie. Nach zwei Stellungsfehlern konnte der erst 18-jährige Oskar Hencke einen Doppelpack schnüren. Nach der Pause steigerte sich der FCS deutlich, vergab aber durch Tim Civeja und Philip Fahrner zwei große Chancen, ehe Civeja in der 66. Minute den Anschlusstreffer erzielte. Civeja erzielte vier Minuten vor dem Ende auch den Ausgleich, doch im Gegenzug traf Eduardo zum TSG-Sieg. „Wir hätten hier nicht verlieren müssen“, sagte Giannikis.