BFC mit „Comeback“
Im Titelrennen ohne Berliner Beteiligung behielt Lok Leipzig am letzten Spieltag der Regionalliga Nordost die Nase vorne. Trotz eines Rückstands besiegte der Vorjahresmeister den 1. FC Magdeburg II noch mit 5:2, wodurch Verfolger Carl Zeiss Jena der 2:0-Erfolg im Derby gegen Rot-Weiß Erfurt nichts mehr nutzte. Im Berliner Duell der 34. Runde setzte sich die VSG Altglienicke mit 1:0 (Tor: Ibrahimi) gegen den BFC Preussen durch und sicherte sich als bester Hauptstadtvertreter 2025/26 mit 53 Punkten Rang sechs. Der Neuling aus Lankwitz verzeichnete mit dem achten Platz und 50 Zählern aber zumindest ein starkes Abschlussresultat. Der BFC Dynamo erkämpfte sich vor dem Pokalfinale gegen Altglienicke (23. Mai) dazu nach einem 0:2 zu Hause gegen den Chemnitzer FC noch einen Zähler für die Moral (Tore: Reincke, Dadashov) und wurde Zwölfter, während Hertha BSC II durch das 1:3 (Tor: Rölke) in Babelsberg auf Rang 14 abrutschte. Schlusslicht FC Hertha 03 verabschiedete sich mit einem 2:3 (Tore: Hebisch, Wicht) gegen Greifswald aus der Regionalliga.
Volbert verlängert
Das monatelange Warten auf die Vollzugsmeldung hatte in Berliner Fußballkreisen für Unruhe gesorgt – nun gab Regionalligist BFC Preussen endgültig bekannt, dass mit dem Trainerteam – bestehend aus Chef Daniel Volbert, Assistent Thorben Marx und Torwartcoach Gökhan Aydin – um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Beide Parteien hatten auf Nachfrage stets erklärt, dass lediglich der geeignete Zeitpunkt für Gespräche nicht gegeben war, zur Einigung aber lediglich noch Details zu klären seien. Auch die offene Vertragsverlängerung von Sven Körner beim Ligakonkurrenten BFC Dynamo wurde noch nicht fixiert, gilt aber als Formsache – nach der Trennung von Dennis Kutrieb im Dezember 2025 war der Assistent beim BFC aufgerückt. Unklar ist weiterhin die Situation von Interimscoach Dan Twardzik bei der VSG Altglienicke, eine erneute Rückkehr ins „zweite Glied“ ist aber nicht unwahrscheinlich – während Absteiger FC Hertha 03 den neuen Trainer Patrick Hinze bereits vorgestellt hat.
„Kleines“ Derby
In der Frauen-Regionalliga Nordost steht das Team von Hertha BSC bereits als Meister fest und muss sich nun gegen den Südwest-Meister 1. FC Saarbrücken in zwei Partien für die 2. Liga qualifizieren. Dennoch sorgte das „kleine Derby“ am 21. Spieltag beim 1. FC Union II noch einmal für Aufmerksamkeit: Die viertplatzierte Bundesligareserve der „Eisernen“ absolvierte bis dato eine gute Saison, bekam jedoch vom neuen Meister deutlich die Grenzen aufgezeigt. Böttcher und Wellhausen ragten als dreifache Torschützinnen bei Hertha BSC noch einmal besonders heraus, am Ende hieß es 9:2 (weitere Treffer: Borchmeyer, Seifert, Haesler –
Henning, Weihmann) für die Damen aus dem Westend. Ein Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt gelang den Frauen von BW Hohen Neuendorf in der vorletzten Runde 2025/26 mit dem 3:2 (Tore: Bettin 2, Pistorius) bei Schlusslicht Fortuna Dresden – Türkiyemspor konnte trotz des 1:3 (Tor: Baldauf) gegen den 1. FC Magdeburg wegen der Niederlage von Konkurrent Hansa Rostock den Ligaverbleib feiern.
Oberliga Nord
Tasmania fast durch
Lichtenberg 47 legte am vorletzten Spieltag der NOFV-Oberliga Nord den erforderlichen Sieg in Schwerin vor – ein Elfmetertor von Owczarek tief in der Nachspielzeit sorgte für das 1:0 des Verfolgers von Spitzenreiter SV Tasmania. Die Neuköllner konterten jedoch tags darauf mit einem 3:0-Heimsieg gegen den SV Siedenbollentin (Tore: Baak, Ajala-Alexis, Grigoriadis) und liegen dadurch nur noch theoretisch einholbar – mit drei Punkten Vorsprung und der deutlich besseren Tordifferenz –
auf Platz eins. Den Klassenerhalt konnte sich der Berliner AK beim 3:0 (Tore: Gomes Pereira, Beyazit, Geue) gegen Union Klosterfelde sichern. Auch Tennis Borussia liegt durch den benötigten Sieg gegen den abgestiegenen SD Croatia (3:1; Tore: Jobe, Moradi, Gencel – Zghal) mit zwei Punkten vor Dynamo Schwerin gut im Rennen. Dem SV Sparta gelang außerdem ein 4:2-Heimsieg gegen Neustrelitz, Viktoria trennte sich 1:1 von Optik Rathenow – während Eintracht Mahlsdorf (0:2 in Wismar) und TuS Makkabi (1:4 gegen FC Hansa II) leer ausgingen.
FCH siegt zum Abschluss
In der Regionalliga Südwest hat der FC Homburg die Saison mit einem Auswärtssieg beendet. Die Saarländer setzten sich am 34. Spieltag souverän mit 3:1 beim SV Sandhausen durch. Markus Mendler brachte die Gäste früh in Führung. Er traf in der 13. Minute zum 1:0. Die Grün-Weißen erarbeiteten sich mehrere gute Torchancen, Sandhausen kam kaum zu Tormöglichkeiten. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Sean Busch auf 2:0 für Homburg. In der 51. Minute lupfte Hilal El-Helwe den Ball über Sandhausens Schlussmann hinweg ins Tor zum 3:0 für die Saarländer. Pascal Testroet verkürzte in der 61. Minute auf 1:3. „Es war eine sehr gute Leistung von uns. Jetzt wollen wir natürlich im Pokal für eine Überraschung sorgen“, sagte FCH-Trainer Roland Seitz mit Blick auf das Landespokalfinale gegen den 1. FC Saarbrücken.
Saarländer schreibt Geschichte
Lars Gindorf hat am letzten Spieltag der 3. Liga Geschichte geschrieben. Der gebürtige Saarländer erzielte beim 6:1-Heimsieg von Alemannia Aachen gegen den TSV Havelse drei Tore und sicherte sich damit nicht nur die Torjägerkanone, sondern auch einen neuen Drittliga-Rekord. Gindorf beendete die Saison mit 28 Treffern. Damit übertraf der 24-Jährige die bisherige Bestmarke von Dominik Stroh-Engel, der in der Saison 2013/14 für Darmstadt 98 auf 27 Tore gekommen war. Für Gindorf war es zugleich das letzte Spiel im Trikot der Alemannia – und es wurde zu einem besonderen Abschied. Er kehrt vorerst zu Hannover 96 in die 2. Liga zurück.
3. Halbzeit: Der geplante Aufstieg
33 Jahre nach dem letzten Aufstieg des 1. FC Saarbrücken kehrt das Saarland auf die große Fußball-Bühne zurück. Die SV Elversberg hat es tatsächlich geschafft. Zwölf Monate nach dem bitteren Scheitern in der Relegation ist das Team von der Kaiserlinde in die Bundesliga aufgestiegen. Für Trainer Vincent Wagner ist es so historisch wie eine Mondlandung, andere sprechen von einem modernen Märchen. In Wahrheit stecken ein klarer Plan, kluge Köpfe und vor allem viel Disziplin dahinter. Dass „verdiente Spieler“ dort Trainer oder sportliche Leiter diskreditieren können, ist undenkbar.
Das passiert eher bei Traditionsvereinen, wo solche „Ikonen“ gern den Schulterschluss mit den Fans suchen, wenn es dem eigenen Vorteil nutzt. In Aue oder Ulm, aber nicht nur dort, kann man ein Lied davon singen. Zu dieser Disziplin gehört auch, dass es völlig undenkbar ist, dass sich Funktionäre öffentlich übereinander äußern. „Wir haben dieselben Themen wie größere Vereine. Nur behandeln wir sie intern. Bei uns ist in der Tat niemand größer als der Verein“, sagte mir ein SVE-Funktionär unlängst. Und so kann man hinter verschlossenen Türen unpopuläre Entscheidungen treffen, die nötig sind, um ein Projekt weiterzuentwickeln.
Dazu kommt, dass die SVE nicht nur auf sondern neben dem Platz extrem gut arbeitet. Ein Beispiel: Der 1. FC Saarbrücken hat seit dem Drittliga-Aufstieg vier Medienbeauftragte sowie mehr als ein halbes Dutzend Social-Media-Manager verschlissen. Bei der SVE ist Pressesprecherin Christina John mit ihrem Team seit mehr als zehn Jahren im Amt. John, ausgebildet bei der „Saarbrücker Zeitung“ und Mitglied im Verband Deutscher Sportjournalisten, kennt die Medienbelange, ist vom Fach. Ihr Ruf in der Branche ist exzellent, auch weil es ihr stets darum geht, zwischen Vereins- und Medieninteressen zu moderieren. Dass die SVE ihre Pressestelle benutzen würde, um Fan-Belange zu verbreiten oder die eigenen Funktionäre in den Vordergrund zu rücken, ist undenkbar. Man ist dort eben professionell. Gleiches gilt für die Marketing-Abteilung und die Organisation am Spieltag. Es passt einfach. Und so wird am Ende ein Märchen zur Realität. In diesem Sinne, herzlichen Glückwunsch, Bundesligist SV 07 Elversberg.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.