Der langjährige Kapitän Manuel Zeitz absolvierte am Samstag sein letztes Liga-Spiel für den FCS. Am Ende gab es eine 3:4-Niederlage gegen Hansa Rostock. Nun steht das Pokalfinale gegen den FC Homburg an.
Ein letztes Mal wurde es richtig laut im Saarbrücker Ludwigsparkstadion, als Manuel Zeitz nach 54 Minuten den Platz verließ. Stadionsprecher Christoph Tautz brüllte den Vornamen des 35-Jährigen nach seinem 423. Pflichtspiel für den FCS mehrfach. „Fußball-Gott“, schallte es aus Tausenden Kehlen zurück. Wenig später wurde es totenstill im Stadion: Im Rostocker Gästeblock stürzte ein Anhänger von einer Absperrung, fiel mehrere Meter und blieb in einer Blutlache liegen. „Ich habe es gesehen, es sah ganz, ganz schlimm aus“, sagte FCS-Verteidiger Philip Fahrner sichtlich geschockt nach dem Spiel. Ab da war alles weitere Makulatur. Auch die 3:4-Heimniederlage des FCS gegen Hansa Rostock.
Mit 44 Punkten beendete der FCS eine katastrophale Saison auf dem 15. Platz. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren, als man unter Trainer Rüdiger Ziehl in aller Regel mehr als 60 Punkte holte und nur knapp den Aufstieg verpasste, ein gigantischer Rückschritt. Bisher waren je 59 Punkte, die Lukas Kwasniok nach dem Aufstieg und ein Jahr später Uwe Koschinat einfuhren, die Niedrig-Marken.
Derzeit-Coach Argirios Giannikis ist es immerhin gelungen, die Mannschaft auf bescheidenem Niveau zu stabilisieren. 31 der 44 Zähler holte man im Ludwigspark, nur 13 kamen in der Fremde dazu. „Wenn man ein großes Ziel erreicht hat, fällt es schwer, die Spannung hochzuhalten“, sagte Giannikis nach dem 3:4 gegen Rostock. Es ist bezeichnend: Kaum hatte das Team mit einem kurzen Zwischenspurt das Abstiegsgespenst vertrieben, verfiel es wieder in alte Muster. Auf eine Niederlage beim schwächsten Rückrundenteam in Hoffenheim folgte die erste Heimniederlage für Giannikis gegen Rostock. Maximilian Krauß und Emil Holten brachten Hansa vor der Pause mit 2:0 in Führung. Die ersten 45 Minuten standen im Zeichen des Zeitz-Abschieds. „Es waren schon veränderte Abläufe beim Aufwärmen“, sagte Torwart Phillip Menzel. Nach der Pause hatte der FCS seine beste Phase. Maurice Multhaup, Amine Naifi und Tim Civeja drehten die Partie. Dann patzte der erneut schwache Robin Bormuth, und Rostock konnte durch Cedric Harenbrock ausgleichen. Danach köpfte Joel Bichsel noch ins eigene Tor. „Diese Tore waren sehr ärgerlich, fast schon Slapstick“, sagte Giannikis. Seine Hoffnung: „Im Pokalfinale müssen wir wieder schärfer in den Zweikämpfen sein.“
Angriff und Abwehr: Die beiden Baustellen
Im Landespokal geht es am Samstag gegen den Regionalligisten FC Homburg. Ein Sieg ist Pflicht, auch aus finanzieller Sicht. Sportvorstand Markus Thiele räumte am vergangenen Freitag ein, dass das Budget geringer als in dieser Saison ausfallen werde.
Mehrere Spieler und Mitglieder des Trainerstabs wurden am Samstag verabschiedet. Erwartungsgemäß lehnten die Verteidiger Joel Bichsel und Lasse Wilhelm die Angebote des FCS ab. Bei Multhaup und Fahrner stehen die Zeichen auf Verlängerung. Auch Mittelfeldmann Elijah Krahn könnte bleiben. Civeja steht noch in Gesprächen mit dem Verein, doch offenbar wartet der Kreativspieler auf konkrete Zweitliga-Angebote. Torwart Menzel macht seine Entscheidung davon abhängig, wer Torwarttrainer wird. Dass nach Michael Weirich auch dessen Nachfolger Frank Kackert aus freien Stücken geht, ist für einen Torwart nicht optimal. „Es spielt natürlich eine Rolle. Die gegenseitige Wertschätzung ist da. Aber ich muss wissen, wie der Verein plant. Das kann schon noch ein paar Tage dauern“, sagte Menzel. Mit dem bisherigen Essener Flügelstürmer Kelsey Owusu steht der erste Neuzugang fest. Thiele bestätigte Kontakte zu Fabian Schleusener vom Karlsruher SC, räumte aber ein: „Der Spieler hat viele Optionen.“
Die Kaderplanung gestaltet sich ohnehin schwierig. Vier Stürmer stehen unter Vertrag, von denen hat nur Kai Brünker ab und an ordentliches Drittliga-Niveau bewiesen. Patrick Schmidt versucht alles, um irgendwie in Form zu kommen, aber sein Körper streikt immer wieder. Dominic Baumann ist ein Flop. Ihn sowie den kaum berücksichtigen Luca Wollschläger würde der Verein gern abgeben. Allerdings müssen da auch die Spieler mitspielen. Akteure wie Patrick Sontheimer und Florian Pick, die immer wieder mit anderen Clubs in Verbindung gebracht werden, sind ebenfalls gebunden. „Bisher ist weder ein Spieler noch ein Verein auf uns zugekommen“, sagt Thiele.
Neben dem Angriff ist die Innenverteidigung eine weitere Problemzone. Giannikis spricht von anderen Profilen, die gesucht werden. Jung, schnell und motiviert sollen sie sein. Es ist kein Geheimnis, dass Giannikis gern mit Wilhelm und Bichsel weitergearbeitet hätte. Die gehen aber aus freien Stücken, Kapitän Sven Sonnenberg muss nach einer sehr unglücklichen Saison das Feld räumen. Bleibt Bormuth, der den Anspruch, Führungsspieler und Leistungsträger zu sein, nur selten erfüllte. Bis zum Trainingsstart Ende Juni soll ein Großteil des Kaders stehen. Wie der bestückt sein wird, hängt auch vom Ergebnis des Spiels am Samstag ab.