„Bero“ Pokalsieger
Das Pfingstwochenende stand ganz im Zeichen der Endspiele in verschiedenen Landespokalwettbewerben – am Sonnabend hat das Finale der 1. Männer im Mommsenstadion statt gefunden. Tags darauf kürten dann die Frauen im Volkspark Mariendorf in drei Kategorien ihre Siegerinnen: Bei den Kleinfeldteams setzte sich Türkiyemspor IV mit 2:0 (Tore: Beyer, Kucak) gegen Viktoria Berlin III durch, das Finale der Zweitvertretungen entschied Viktoria II mit 2:1 (Tore: Krehnke, Valenzuela – Krincia) gegen Hertha BSC II für sich. Im Endspiel der 1. Frauen standen sich die Berlin-Ligisten BW Berolina Mitte und FSV Hansa 07 gegenüber, wobei erstere als Vizemeister favorisiert in das Duell gingen. Dieser Rolle sollten die „Bero“-Frauen dann auch gerecht werden: Die herausragende Maiken Ueberschär (2) sowie Zehra Karatas und Emma Lamprecht schossen bis zur 70. Minute eine 4:0-Führung heraus. Die kampfstarken Kreuzbergerinnen steckten jedoch nicht auf und kamen durch Scholz noch zum verdienten Ehrentreffer zum 4:1-Endstand.
Füchse sind Meister
In der Berlin-Liga waren die Füchse Berlin Reinickendorf der Konkurrenz längst enteilt, nun konnten sie vergangene Woche endgültig Titel und Aufstieg feiern. Anlass war die Bekanntgabe von Urteilen durch das Gericht des Berliner Fußball-Verbands (BFV) zu sechs Spielwertungen aufgrund des Mitwirkens nicht einsatzberechtigter Spieler. Durch die Festlegung der Punktabzüge ist den Reinickendorfern trotz Verschiebungen in der Tabelle nun bei 16 Zählern Vorsprung und vier ausstehenden Partien die Führung mit endgültiger Sicherheit nicht mehr zu nehmen. Dabei hatten die Füchse zuvor bereits ihre Planungen für die kommende Oberligasaison vorangetrieben: So wurde mit dem erfolgreichen Trainerteam um Chef Sanel Begzadic ebenso wie mit 15 Spielern verlängert. Der Traditionsverein aus dem Berliner Norden war vor 15 Jahren aus dem überregionalen Fußball abgestiegen und spielte seither – mit Ausnahme einer Saison in der Landesliga 2014/15 – in der sechstklassigen Berlin-Liga.
Abstieg wegen Insolvenz?
Landesligist BSV Hürtürkel hat vergangene Woche mit dem 7:3-Sieg über BW Berolina Mitte zwar sportlich einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib gemacht, Gerüchte über eine Insolvenz hielten sich aber. Das Internetportal „FuPa“ hatte berichtet, die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen den Klub sei vom Amtsgericht Charlottenburg „mangels Masse“ abgewiesen worden – nach den Statuten des Berliner Fußball-Verbands (BFV) hätte dies einen Abstieg zur Folge. In einer Mitteilung des BSV Hürtürkel hieß es nun dazu, die aktuelle Vereinsführung sehe sich mit Altlasten aus Oberligazeiten seit dem Jahr 2015 konfrontiert, die Hauptforderung sei jedoch inzwischen beglichen. „Es ist festzuhalten und klarzustellen, dass Stand heute weder ein Insolvenzverfahren eröffnet noch ein rechtskräftiger Beschluss erlassen wurde“, erklärte der Vorsitzende Hamit Örs, dazu stehe man im engen Austausch mit dem BFV zur baldigen Klärung der Angelegenheit.
BFC Preussen
Personalentscheidungen
Nachdem Regionalligist BFC Preussen in den Verhandlungen mit dem Trainergespann um Daniel Volbert und Thorben Marx über eine Vertragsverlängerung Einigung erzielte, gaben die Lankwitzer weitere Personalien zur neuen Saison bekannt. Der bisherige Kapitän Patrick Breitkreuz wurde nun etwa als Assistent im Trainerteam begrüßt – mit Nino Lessel wurde vom Ligarivalen SV Babelsberg 03 dazu nicht nur ein Innenverteidiger an die Malteserstraße gelotst, sondern auch das ehemalige Hertha-Eigengewächs Maurice Covic. Der inzwischen 28-jährige Mittelfeldspieler kehrt damit nach zwei Saisons bei den Potsdamern in die Hauptstadt zurück – auch um den Abschluss seines Masterstudiums voranzutreiben, wie der Sohn des ehemaligen Hertha-Spielers und -Trainers Ante Covic zu seinem Abschied erklärte. Preussens sportlicher Leiter Pierre Seiffert wiederum freut sich auf „einen so gestandenen und großartigen Fußballer für unseren Verein“. Denn: „Maurice hat bereits gezeigt, dass er auf diesem Niveau voll abliefern kann.“
Brutaler Übergriff
Nach dem Landespokal-Finale der SG Sonnenhof Großaspach bei den Stuttgarter Kickers ist es zu einem Zwischenfall gekommen. SG-Spieler Michael Kleinschrodt und sein Vater sind von Anhängern der Kickers überfallen worden. Nach Angaben der Polizei bemerkte der Spieler auf dem Weg zu seinem Auto gemeinsam mit seinem 65-jährigen Vater, dass er von einer Gruppe von etwa fünf Personen verfolgt wurde. Beim Versuch zu flüchten, verlor der 30-Jährige sein Handy und seine Geldbörse. Kurz darauf wurde der Spieler laut Polizei von der Gruppe eingeholt. Zudem kamen weitere fünf bis sieben Personen hinzu, die den 30-Jährigen geschlagen und getreten haben sollen. Außerdem entrissen die Täter dem Spieler eine Sporttasche und warfen sie zwei Komplizen auf einem Zweirad zu, die anschließend flüchteten. Dabei sei ihm unter anderem seine Sporttasche inklusive dreier Paar Fußballschuhe, seine Medaillen für die Regionalliga-Meisterschaft sowie den WFV-Pokalsieg gestohlen worden,- Nach der Partie hatte Kleinschrodt im SWR-Interview angegeben, von Anhängern der Kickers beleidigt worden zu sein. Seine Reaktion darauf? „Nun ja, ich hab denen dann ein Herz gezeigt.“ Daraufhin stürmten mehrere Fans den Platz, es kam zu einer zehnminütigen Spielunterbrechung.
Spenden für Moritz
Die Welle der Anteilnahme ist riesig. Mehr als 60.000 Euro haben Fans des FC Hansa Rostock in nicht einmal 24 Stunden gespendet: für einen von ihnen, für Moritz.
Der 37-Jährige aus dem Landkreis Altenburger Land in Ost-Thüringen war in der Schlussphase des Spiels 1. FC Saarbrücken gegen Hansa Rostock aus relativ großer Höhe von der Gästetribüne des Ludwigsparks gestürzt und erlitt dabei schwere Kopfverletzungen. Rettungskräfte leisteten umgehend Erste Hilfe. Anschließend wurde der schwer verletzte Fan in ein Krankenhaus gebracht und intensivmedizinisch behandelt. Am vergangenen Donnerstag erlag er seinen Verletzungen. Nach Auswertungen vorhandener Videoaufnahmen konnte die Polizei ein Fremdverschulden ausschließen. Beim Landespokal-Finale zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem FC Homburg legten Vertreter des Drittligisten einen Kranz an der Unfallstelle ab. Zudem wurde eine Gedenkminute abgehalten.
3. Liga
Ärger in Mannheim
Beim SV Waldhof Mannheim kommt es zur neuen Saison auch hinter den Kulissen zu einer Veränderung. Christian Beetz wird künftig geschäftsführender Gesellschafter der Spielbetriebs GmbH und rückt damit in die operative Verantwortung des Vereins. Das teilten die Buwe am Samstagnachmittag in einer knappen Mitteilung mit. Im Zuge dieses Wechsels legt Beetz zugleich sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrats nieder. Der bisherige Kontrolleur wird damit zur zentralen Figur im operativen Geschäft der Mannheimer. Klar ist aber: Nach den bereits bekannten Veränderungen im sportlichen Bereich stellt sich der Waldhof auch strukturell neu auf. Für Beetz bedeutet der Schritt einen deutlichen Rollenwechsel – weg aus dem Aufsichtsgremium, hinein in die direkte Verantwortung für die Spielbetriebs GmbH. Nach dem 3:0-Erfolg im Verbandspokal-Finale gegen den Oberligisten VfR Mannheim erteilte der SV Waldhof dem Spielerberater Thorsten Weck Hausverbot für sämtliche Räume der SV Waldhof Mannheim Spielbetriebs 07 GmbH. Das umfasst das Trainingsgelände am Alsenweg sowie die VIP-Bereiche im Carl-Benz-Stadion. Auch untersagte der Waldhof Weck, Kontakt zu Mitarbeitenden aufzunehmen und ihnen Anweisungen zu geben. Damit zog vor allem Präsident und Investor Bernd Beetz die Reißleine, bevor der Verein an internen Spannungen zu zerreißen drohte. Vor dem Pokalspiel gegen den Stadtrivalen sollen sich dem Vernehmen nach der Präsident und sein Sohn Christian mit Vertretern der Fanszene und mit Mitarbeitenden getroffen haben. In den Gesprächen soll es um das Verhalten von Weck gegangen sein, der als Berater des Präsidenten kein offizielles Amt bei den Kurpfälzern bekleidet hat. Unmittelbar nach dem 3:0-Sieg im Landespokalfinale gegen den VfR Mannheim bestätigte zudem der Trainer seinen Abschied. „Es war mein letztes Spiel für den Waldhof“, sagte Luc Holtz auf der Pressekonferenz. Der Luxemburger hatte nach eigenen Angaben um die Auflösung seines Vertrages gebeten.