Theater
Auf der Polarstation
„Nervenzusammenbruch in der Antarktis – russischer Forscher sticht Kollegen nieder“ – titelte das Magazin „Focus“ im Oktober 2018. Beide Männer, Oleg B. und Sergeij S., waren begeisterte Leser, und füllten so die langen Stunden in der antarktischen Einsamkeit. Eines Tages hatte Oleg seinem Kollegen den Ausgang eines Buches verraten, worauf dieser ihn mit einem Messer lebensgefährlich verletzte. Was zunächst wie ein ungewöhnlicher Streit um Bücher und Spoiler klingt, offenbart eine komplexe Geschichte über menschliche Grenzen in der unendlichen Weite der Antarktis. Als staatenloses „Niemandsland“ ist die Antarktis einer der letzten gemeinsamen Räume, die vom Menschen noch weitgehend unbeeinflusst sind. Ihr ungestörter natürlicher Zustand bietet außergewöhnliche Bedingungen für wissenschaftliche Forschung und internationale Zusammenarbeit. Allerdings ist die Antarktis in einem neuen Zeitalter des Imperialismus fragil geworden. Daher ist sie nicht nur ökologisch, sondern auch politisch ein besonderer, ein utopischer Ort, den Jan-Christoph Gockel in seinem Stück „Polaris“ inszeniert. Die Koproduktion des Deutschen Theaters Berlin mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen und dem Théâtre National du Luxembourg wird derzeit in Berlin gezeigt.
Karten: www.deutschestheater.de
Preis für Özil-Stück
Akin Emanuel Sipal erhält für sein Stück „Der Zauberer von Öz. Opus Özil“ den Hermann-Sudermann-Preis für Dramatik. Das Stück erzählt die Geschichte des Fußballstars Mesut Özil in geisterhaften, zugleich lebensnahen, humorvollen Rückblenden, im Dialog mit Mitgliedern der Familie, dem WM-Team sowie vielen anderen Charakteren aus Zeitgeschichte, Fußballgeschichte, Nationalgeschichte und Mythologie. „Es gelingt Akin Sipals rasanter Sprach- und Spielkunst, unter Einsatz historischer, märchenhafter und trivialer Elemente den Ball virtuos flachzuhalten, um unangestrengt große Fragen zu nationaler und individueller Identität sowie der Bewahrung von Grundwerten in Zeiten medialer Vermarktungslogiken in den Raum zu stellen“, urteilt Karen Sokoll für die Jury. Die Berliner Hermann-Sudermann-Stiftung verleiht den Preis alle zwei Jahre in Kooperation mit dem Deutschen Theater und würdigt nach dem Vermächtnis des Schriftstellers Hermann Sudermann herausragende Werke der deutschsprachigen Dramatik.
Kulturverführung vom 5. Juni 2026
Ausstellung: „Sich den heutigen Herausforderungen zu stellen, zu reagieren, Fragen zu stellen und die eigene Verantwortung dabei nicht aus dem Blick zu verlieren“ – das war, so erklärt es Kurator Uwe Warnke, der Ausgangspunkt bei der Auswahl der Fotografen und anderen Arbeiten für die Ausstellung „Kleiner Mann, was nun?“ Bis zum 26. Juli zeigt sie Fotografien von Sven Johne und Michael Wesely sowie Kleinskulpturen des in Berlin lebenden Künstlers Alexandre Sladkevich. Projektraum Alte Feuerwache Friedrichshain, Marchlewskistraße 6, 10243 Berlin. Weitere Informationen dazu finden Interessierte im Internet unter der Adresse: www.alte-feuerwache-friedrichshain.de
Konzert: Das Ania Paz Trio ist nach einer Tournee in Frankfurt und Köln wieder in Berlin und spielt am 13. Juni um 21 Uhr das nächste Konzert. Die Gründerin des Trios, Ania Paz, ist Pianistin und Komponistin und hat einen ganz eigenen Stil zwischen Jazzharmonik und -improvisation, experimentellen afro-lateinamerikanischen Rhythmen und Popmusik entwickelt. Kunstfabrik Schlot, Invalidenstraße 117, 10115 Berlin, mehr Informationen: www.aniapaz.com
Kabarett: Ein harmloser Kinderwitz hat Lisa Eckhart um Haus und Hof, Familie und Fans gebracht. Sie hat nichts mehr zu verlieren. Nicht einmal den Verstand. Jetzt kann sie mehr denn je tun und sagen, was sie will. Sie muss es sogar. Denn auch ein schlechter Ruf verpflichtet. Das ist das Szenario im aktuellen Programm der Kabarettistin Lisa Eckert. Sie spielt es am 18. Juni in Berlin. Tempodrom, Möckernstraße 10, 10963 Berlin, Tickets und Informationen: www.tempodrom.de
Musical: Verfilmt wurden die Romane von Dan Brown bereits. Nun kommt „Der Da Vinci Code – Sakrileg“ in Berlin als Musical auf die Bühne. Die Geschichte ist vielen Menschen bekannt, immerhin haben in Deutschland gut sechs Millionen Menschen den Film im Kino gesehen: Harvard-Professor Robert Langdon wird eines Nachts in den Pariser Louvre gerufen, wo Chefkurator Jacques Saunière direkt vor der Mona Lisa in einem Pentagramm ermordet wurde. Gefragt ist Langdons Expertise, um den symbolträchtigen Mord mit Hilfe von kryptischen Hinweisen in Werken von Leonardo da Vincis aufzuklären – doch schnell wird er zum Hauptverdächtigen. Gemeinsam mit der Kryptologin Sophie Neveu begibt er sich auf die Flucht und es beginnt ein Rennen gegen die Zeit, um seine Unschuld zu beweisen und vor seinen mächtigen Widersachern ein jahrtausendealtes Mysterium aufzudecken, das die Grundfesten der Kirche erschüttern könnte. Gespielt wird das Musical in Berlin bis zum 26. Juni. Das Team hinter der von Dan Brown abgesegneten Produktion ist dem Buch treu geblieben, wird aber auch neue Impulse setzen, hat die Produktionsfirma mitgeteilt. Bluemax Theater, Marlene-Dietrich-Platz 4, 10785 Berlin, Karten und Informationen: www.bluemax.theater Martin Rolshausen