Alba Berlin
Vom Wert des Heimvorteils
Am 1. Juni erspielte sich Alba Berlin drei Matchbälle in seiner BBL-Halbfinalserie gegen die Bamberg Baskets. Nach desolater Vorstellung in Spiel 1 hatten die Bamberger in der Berliner Max-Schmeling-Halle defensiv und offensiv deutlich zugelegt. Dennoch war die Berliner Kombination Martin Hermannsson (18) und Jack Kayil (17) für insgesamt 35 der letztlich 85 Alba-Zähler gut. Den um 14 Punkte unterlegenen Franken brach insbesondere ihre eklatante Freiwurfschwäche das Genick. Drei Tage später in der Brose Arena, der gefürchteten „Freak City“, vertauschte Rollen: 5.700 rotgekleidete Basketball-Fanatiker peitschten ihre Baskets an. Nun war es Alba, dem die Räder abfielen. Es fielen keine Würfe, nicht einmal Freiwürfe, hinten standen die Türen weit offen. Zwar kämpften sich die Berliner noch bis auf fünf Punkte heran, doch schließlich hatten die Bamberger mit 81:73 den ersten Matchball abgewehrt. Am 6. Juni legten sie nach zum 2:2-Ausgleich. Zwar stand es zur Halbzeit unentschieden, doch dann lief alles wie in Spiel drei. Bamberg traf beim 81:67 alles, Alba nahezu nichts. Berlins Topscorer war Michael Rataj mit 18 Punkten.
Trainerfrage geklärt
Éric Dubois ist Nachfolger von Serge Aubin bei den Eisbären Berlin. Für den 56-Jährigen ist es der erste Cheftrainer-Posten im bezahlten Eishockey. Er kommt vom ERC Ingolstadt und hat für ein Jahr unterschrieben. Manager Stéphane Richer hatte seit einem gemeinsamen Trainingslager mit Dubois den Kontakt gehalten. Neu oder wieder dabei ist für zwei Jahre Stürmer Gabriel Fontaine, der zur vergangenen Spielzeit von Berlin zu Red Bull München gewechselt war.
Gelungene Generalproben
Am 4. Juni hielt Gastgeber MT Melsungen lange gegen die Füchse mit großer Physis mit, musste aber abreißen lassen, als die Berliner nach der Pause das Tempo erhöhten. Denen war durch das 39:28 der CL-Platz praktisch sicher, rechnerisch nach dem abschließenden Heimspiel am 7. Juni gegen die SG Flensburg-Handewitt. Ein absolutes Offensivspektakel, bei dem erst Flensburg mit fünf Treffern in Front lag. Dann drehte wieder einmal Welthandballer Mathias Gidsel die Partie. Er führte die Füchse zum 43:38-Sieg, die am 13. und 14. Juni beim Final Four in Köln sogar die Champions League gewinnen können. Das Frauenteam der Spreefüxxe spielt dagegen ein weiteres Jahr 2. Liga. Sie verloren beide Relegationsspiele gegen die SV Union Halle-Neustadt – am 3. Juni in Halle mit 26:29, am 6. Juni mit 26:33.
Waspo wieder obenauf
In ihrem ersten Heimspiel der Wasserball-Finalserie hatten die Wasserfreunde Spandau 04 die 20-monatige nationale Siegesserie von Waspo Hannover durchbrochen. Dann hatte das niedersächsische Imperium im eigenen Becken zweimal zurückgeschlagen. Am 3. Juni kehrte die Serie in die Berliner Schwimmhalle Schöneberg zurück. Doch Spandau sollte kein zweiter Coup gelingen. Diesmal behielt Hannover gegen erneut starke Berliner Gegenwehr mit 14:10 die Oberhand, gewann die Serie mit 3:1 und krönte sich zum siebten Mal insgesamt und dritten Mal in Folge zum Deutschen Meister.
Royals meisterlich
In der GFL kamen am 6. Juni die Footballer der Berlin Rebels bei den Dresden Monarchs ziemlich unter die Räder. Die Sachsen bauten ihre 14:0-Halbzeitführung kontinuierlich aus und gewannen 42:14. Besser machte es parallel der Deutsche Meister aus Potsdam. Bei den Ravensburg Razorbacks explodierten die Royals nach scorelosem ersten Viertel in den nächsten beiden Abschnitten zu 34 unbeantworteten Punkten. Die Gastgeber kamen noch zu einem Ehren-Touchdown zum 34:7-Endstand für die weiter ungeschlagenen Potsdamer. Derweil ging es in der AFLE für Berlin Thunder nach Florenz zu den Firenze Red Lions. Die Berliner gewannen jedes Viertel und siegten hochüberlegen mit 45:12.
Fünf Medaillen
Die saarländischen Ringer haben sich bei den Deutschen Meisterschaften in Elsenfeld (Unterfranken) am vergangenen Samstag fünf Medaillen gesichert. Gennadij Cudinovic aus Heusweiler gewann Gold im Freistil bis 97 kg. Im griechisch-römischen Stil bis 87 kg sicherte sich Kevin Gremm (ASV Hüttigweiler) die Silbermedaille. Franziska Blaumeiser aus Hüttigweiler holte Silber im Freistil bis 59 kg. Bronze sicherten sich Valentin Seimetz vom KSV Köllerbach (70 kg/Freistil) und Nico Altmeyer vom AC Heusweiler (61 kg/Freistil). Kilian Schäfer (130 kg/griechisch-römisch) aus Köllerbach belegte Platz vier.
Antonelli siegt erneut
Immer wieder Kimi Antonelli: Der Formel-1-Youngster hat beim Grand Prix in Monaco seinen fünften Sieg in Serie gefeiert und damit seine derzeitige Vormachtstellung untermauert.
Und das trotz der chaotischen Zustände beim Rennen im Fürstentum. Der 19-jährige Italiener setzte sich vor Ferrari-Star Lewis Hamilton und Isack Hadjar im Red Bull durch, Antonelli wurde damit zum jüngsten Monaco-Sieger überhaupt. Im sechsten Saisonlauf war es für Mercedes der sechste Erfolg. Bei dem blieb das große Spektakel lange aus – in der Schlussphase ging es mit zwei Safety-Car-Phasen aber hoch her.
Beim nach 37 Minuten folgenden stehenden Restart blieb Antonelli eiskalt, er hat in der WM nach dem sechsten von 22 Rennen nun 156 Punkte – und er demütigte seinen Teamkollegen George Russell, als er den Engländer gar überrundete. Russell verpasste die Punkte.
Während der viermalige Weltmeister Max Verstappen im Red Bull noch in der ersten Runde aufgrund von technischen Problemen ausschied, belegte der einzige deutsche Fahrer Nico Hülkenberg im Audi wegen einer nachträglichen Zeitstrafe den 14. Rang.
Handball
HGS bleibt drittklassig
Die HG Saarlouis hat die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga und die Saison mit einem 37:32-Sieg gegen den MTV Braunschweig beendet. Der Aufstieg war aber bereits vor der Begegnung nicht mehr erreichbar. Weder die Gäste aus Braunschweig noch die Gastgeber aus Saarlouis konnten Hamm noch von Platz eins verdrängen. Dennoch wollte die HGS ihren Fans und den Spielern, die den Verein zum Saisonende verlassen, einen schönen Abschluss bereiten. Und das gelang den Saarländern auch. Sie siegten gegen Braunschweig souverän mit 37:32. Bereits nach einer knappen Viertelstunde konnte sich die HGS etwas vom MTV absetzen und ihren Vorsprung festigen. Zur Halbzeit stand es 20:17. In der zweiten Hälfte führten die Saarländer zwischenzeitlich mit acht Toren Vorsprung (32:24). Für einige Spieler war es das letzte Spiel für die HGS. Mit Daniel Schlingmann, Gil Kunkel, Philipp Kockler, Meti Durmishi und Wladi Kurotschkin wurden am Samstagabend gleich fünf Grün-Weiße beim Südwestmeister verabschiedet. Die Umbauarbeiten am Kader für die kommende Spielzeit laufen längst: Jugendnationalspieler Laurin Karrenbauer kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Der Rückraumspieler, der zuletzt fünf Jahre im Nachwuchs der Rhein Neckar Löwen aktiv war, soll ab Sommer der nächste Baustein der Saarlouiser Entwicklung Richtung 2. Bundesliga sein.
Zverev siegt in Paris
Das bange Warten hat für Alexander Zverev ein Ende: In einem dramatischen Finale gegen Flavio Cobolli, das er mit 6:1, 4:6, 6:4, 6:7 (5:7), 6:1 gewann, erfüllte sich der deutsche Tennis-Star bei den French Open den Traum vom Grand-Slam-Titel. Zverev hatte Anfang 2025 nach seiner Niederlage im Finale der Australian Open gegen Jannik Sinner noch befürchtet, der beste Spieler aller Zeiten ohne Grand-Slam-Sieg werden zu können –
diese Sorge ist nun Geschichte. Der Weltranglistendritte ist erst der fünfte Deutsche, dem das Kunststück, einen Grand Slam zu gewinnen, gelungen ist. Vor Zverev hatten lediglich Michael Stich, Steffi Graf, Boris Becker und Angelique Kerber Titel bei den Australian Open, French Open, in Wimbledon oder den US Open geholt. Und Cobolli huldigte ihm hinterher trotz seiner eigenen Trauer: „Niemand hat es so sehr verdient wie Du.“ Jahrelang hatte Zverev anderen Spielern gratulieren müssen, jetzt hat er es geschafft, dass er mal derjenige ist, dem alle gratulieren.