Elâ Sesil (25) aus Frankfurt, die mit Marken wie Hollister und Pandora arbeitet, begeistert über 200.000 Follower mit ihren authentischen Fotos, ihrer Nahbarkeit und ihren Looks. Im Interview gibt sie Foto-Tipps und Einblicke in ihre sommerlichen Highlights.
Liebe Elâ, wie bist Du zu Instagram gekommen?
Das kam total natürlich und ohne richtigen Plan. Ich habe Instagram schon mit zwölf Jahren heruntergeladen und direkt all meinen Freunden erzählt, dass es da so eine coole neue App gibt, auf der wir unsere Fotos teilen können. Seitdem ich 15 Jahre alt bin, habe ich dann jeden Tag Fotos auf der App geteilt, einfach weil es mir so viel Spaß gemacht hat. Nach und nach ist mein Account dann gewachsen. Aber ich hatte nie dieses eine virale Video, sondern bin im Kinderzimmer gestartet und habe einfach nie aufgehört.
Wie wurdest Du erfolgreich – wie konntest Du zum Beispiel Deine Followerzahl steigern, und wie wurden Marken auf Dich aufmerksam?
Bei mir war es wirklich einfach die Beständigkeit. Ich habe zehn Jahre lang jeden Tag gepostet, weil ich es liebe und es schon immer mein größtes Hobby war, Fotos zu schießen. Ich glaube auch, dass man diese tiefe Leidenschaft braucht, um etwas so lange weitermachen zu können, ohne etwas daran zu verdienen. Und nach und nach wurden dann Marken auf mich aufmerksam durch die langsam steigende Reichweite. Heutzutage läuft das natürlich alles anders, und ich habe auch dazugelernt. Mittlerweile habe ich theoretisch Strategien, damit Videos und Posts besser performen, aber in der Praxis kommt es meist doch anders als geplant. Die Social-Media-Apps sind einfach unberechenbar. Was aber grundsätzlich sehr wichtig ist, ist qualitativ hochwertiger Content, regelmäßiges Posten, Persönlichkeit zeigen und authentisch sein. Und natürlich muss es Spaß machen!
Mit welchen bekannten Marken hast Du schon zusammengearbeitet?
Mit so vielen coolen Brands zusammenarbeiten zu dürfen, ist oftmals noch unbegreiflich für mich. Ich liebe es, kreativ zu sein und Kooperationen immer einen interessanten Twist zu verpassen –
wenn möglich. Unter anderem deswegen bin ich sehr wählerisch, was meine Partner angeht. Aber vor allem gemeinsame Projekte mit Marken, die ich seit meiner Jugend liebe und trage – wie Pandora oder Hollister – , machen mich sehr stolz! Ich habe schon immer gerne Tipps gegeben oder Produkte weiterempfohlen und dass dies nun mein Job ist, ist total cool.
Was ist Dir bei Deinen Fotos wichtig?
Das Wichtigste ist, dass man sieht, dass ich mich wohlfühle. Ich persönlich würde spontane Schnappschüsse immer einem professionellen Fotoshooting vorziehen, da ich es liebe, authentische Momente einzufangen. Genau deshalb gebe ich auch auf meinem Instagram- sowie meinem Tiktok-Account regelmäßig Tipps, wie man schnell schöne Fotos auf dem Smartphone hinbekommt. Damit hoffentlich jeder mal ein paar tolle Fotos von sich hat. Lustigerweise werde ich auch auf der Straße, zum Beispiel auf Reisen, super oft von Jung und Alt gefragt, ob ich nicht kurz ein Foto von ihnen schießen könnte. Als wüssten sie genau, dass das mein Job ist (lacht).
Du gibst bei Instagram viele Foto-Tipps. Welche Posen sehen denn immer gut aus, auch wenn einem das Posen sonst schwerfällt?
In erster Linie muss man sich selbst wohlfühlen und das ist natürlich super individuell! Viele haben zum Beispiel eine klassische „Schokoladenseite“ oder bestimmte Eigenschaften, die sie betonen wollen. Deswegen gibt es keine „One-fits-all“-Lösung. Was aber meist funktioniert: wenn die Kamera in Augenhöhe der fotografierten Person gehalten wird und nicht etwa zu weit oben oder unten. Außerdem kann es helfen, wenn man mit einem Gegenstand posieren kann, zum Beispiel mit einem Getränk in der Hand. Dadurch wirken Posen sofort natürlicher, was ich ja immer bevorzuge! Dazu sollte man möglichst viele Fotos machen, damit die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass einem wirklich eins gefällt. Vor allem Fotos in leichter Bewegung, also nicht zu hektisch, sind meist die schönsten.
Welche Fehler sollte man bei Fotos vermeiden?
Die vermeintlichen „Kleinigkeiten“ sind meist das Wichtigste! Eine saubere Kameralinse, gute Lichtverhältnisse und der richtige Winkel entscheiden darüber, ob ein Foto ein Top oder Flop wird. Und wie schon gesagt: Man muss sich wohlfühlen. Man sieht nämlich sehr deutlich auf Fotos, ob die fotografierte Person nun gerne vor der Kamera stand oder nicht. So was kann man einfach beeinflussen, indem man zum Beispiel ein Outfit anzieht, das man mag, oder an einem Ort ist, der einen glücklich macht. Es ist außerdem wichtig, wer einen fotografiert. Je besser man die Person hinter der Linse kennt, desto leichter wird es einem fallen, zu posieren. Ich höre auch oft von meiner Community, dass sich viele einfach nicht trauen, an öffentlichen Orten für Fotos zu posieren. Dazu kann ich nur sagen, dass das normal ist und man sich aber daran gewöhnt, je öfter man es macht! Außerdem interessiert es die wenigsten Fremden, was man macht.
Was fasziniert Dich an Mode und an der Fashion- und Beautywelt?
Meine Leidenschaft für Mode und Fashion kommt auf jeden Fall von meiner Mami. Sie liebte es schon immer, sich und auch uns Kinder schön zu kleiden und coole Outfits zusammenzustellen. Als ich älter wurde, habe ich gemerkt, dass ich mich gut über meine Outfits ausdrücken kann. Vor allem der Boho-Style hat es mir schon früh angetan und ich liebe diese verspielten Looks immer noch. Aber ich habe style-technisch wahrscheinlich 20 Persönlichkeiten in mir. Je nach Laune bin ich gerne eher cool und lässig oder etwa in Rock und Rüschen angezogen. Genau diese Abwechslung finde ich an Mode so faszinierend. Jeden Tag kann man sich neu entscheiden, wer man heute sein will – das ist total toll!
Welche Vorurteile über die Modewelt und Social Media treffen zu, welche nicht?
Für viele ist Social Media ein eher schlechter Ort, der als sehr „fake“ und oberflächlich beschrieben wird. Ich würde dazu sagen, dass das durchaus auch der Fall sein kann, aber dass man sich ja selbst sein Social Media, also seinen Feed, zusammenstellt. Man kann sich aktiv dafür entscheiden, authentischen Content zu konsumieren und Menschen zu folgen, die einem ein gutes Gefühl geben, anstatt Komplexe und Bad Vibes. Mein Tipp also: aussortieren und möglichst nur das konsumieren, was einem auch guttut!
Für welche Themen, abgesehen von Mode und Beauty, nutzt Du Deine Reichweite bei Instagram gerne?
Ich wünsche mir generell am liebsten Frieden und erinnere mich selbst stets daran, wie viel Glück ich in meinem Leben habe. Leider wachsen die meisten Menschen nicht so friedlich auf, und leider bekommt auch nicht jeder die gleichen Chancen im Leben. Ich bin auch stolze Feministin und wünsche mir eine Welt, in der Frauen und Kinder endlich sicher sind. Doch diese wichtigen Themen finden oft keinen Platz – auch bei mir auf meinem Account zu wenig –, da es immer einen komischen Beigeschmack hat, diese wichtigen, aber traurigen Themen mit meinem sehr positiven Content zu vereinen. Da versuche ich selbst noch, meinen Weg zu finden.
Was waren die Highlights in Deiner Karriere?
Ein großes Problem heutzutage ist, glaube ich, dass die meisten – mich eingeschlossen – selten innehalten und sich die Zeit nehmen, Erfolge zu feiern oder stolz auf sich zu sein. Ich merke immer wieder, dass ich auch bei größeren Errungenschaften direkt an meine nächsten Ziele denke, anstatt zu realisieren, dass ich aktuell meine Träume von früher wirklich lebe. Deshalb fällt es mir bei dieser Frage schwer, an bestimmte Ereignisse zu denken, da ich immer denke, es wird noch besser. Aber grundsätzlich ist es für mich ein absolutes Highlight, dass ich mein größtes Hobby nach so vielen Jahren zu meinem Beruf machen konnte. Das macht mich jeden Tag glücklich!
Wenn Du anderen von Deinem Beruf erzählst – welche spannenden, lustigen oder verrückten Geschichten und Erlebnisse sind dann immer dabei?
Das Verrückteste an diesem Beruf ist, dass man Menschen nach kürzester Zeit sehr gut kennenlernen kann. Sprich, man teilt auf einmal ein Bett mit einer Kollegin, die man noch nie gesehen hat, oder bucht sich Trips zusammen, um gemeinsam zu arbeiten. Diese Spontanität liebe ich, und das ist genau die Art von Abenteuer und Abwechslung, die ich als Sternzeichen Zwilling brauche. Außerdem weiß man nie, was als Nächstes passiert oder welche coolen Anfragen einen erreichen. Einmal bin ich sogar für eine Fernreise mit acht Unbekannten an den Frankfurter Flughafen gefahren, mit gepackten Koffern, ohne das Ziel vorab zu kennen! Es wurde Sri Lanka. So cool einfach. Ich bin so dankbar, dass ich in meinen jungen Jahren so viele tolle Dinge erleben darf, das ist wirklich überhaupt nicht selbstverständlich.
Wer oder was inspiriert Dich in Sachen Beauty und Fashion, gerade im Sommer?
Gerade im Sommer bin ich ein absoluter Fan von natürlicher Schönheit. Egal, ob man die Haare natürlich lockig trägt, weniger Make-up benutzen möchte oder die Outfits einfacher und lockerer werden. Diese Leichtigkeit ist einer der Gründe, weshalb der Sommer meine absolute Lieblingsjahreszeit ist. Ansonsten lasse ich mich gerne von Apps wie Pinterest und auch Instagram inspirieren und speichere mir Outfits ab, die ich gerne recreaten möchte.
Du bist viel unterwegs in Sachen Fashion – welche Trends siehst Du diesen Sommer generell?
Vor allem im Sommer ist mir Farbe so wichtig. Bunte Outfits strahlen einfach Lebensfreude aus und sehen total hübsch aus. Tatsächlich kommt diesen Sommer sogar eine kleine Kollektion raus, die ich mit einer meiner Herzensbrands designen durfte. Darauf freue ich mich total, und das sind für mich die perfekten Sommerfarben dieses Jahr. Mehr darf ich aber noch nicht verraten. Davon abgesehen freue ich mich, meine Havaianas wieder auszupacken. Meine Röcke und auch dünne Ponchos in Kombination mit viel Schmuck werden dieses Jahr, glaube ich, besonders im Trend sein.
Wie sieht Dein perfekter Sommerlook aus?
Bei mir müssen alle Looks in erster Linie gemütlich sein. Ganz spontan würde ich sagen, mein perfektes Sommeroutfit besteht aus einem bunten Top, einem Rock und Flipflops. Und natürlich gaaanz viel Schmuck und coole Accessoires. Damit kann man jeden Look aufpimpen!
Wie muss das perfekte Sommerkleid für Dich sein?
Gemütlich, luftig, vielseitig kombinierbar und am besten in einer schönen sommerlichen Farbe. Außerdem muss es aus einem hochwertigen Stoff sein, der sich gut anfühlt auf der Haut.
Welche Sommer-Looks gefallen Dir bei Männern gut?
Wie bei mir selbst mag ich mehrere Styles bei Männern gerne. Es kommt immer darauf an, wo man ist und was man macht. Sowohl ein cooler Look, bestehend aus Shorts und T-Shirt mit einer Kappe, als auch etwas Schickeres wie ein lockeres Hemd in Kombination mit einer Stoffhose kann toll aussehen. Bei Männer-Outfits finde ich es besonders cool, wenn mit Accessoires gespielt wird. Männer dürfen und sollten auch Schmuck tragen und auch schöne Taschen und nicht nur sportliche Bauchtaschen. Das macht die Looks direkt interessanter und meist auch praktischer, wenn man mehr als nur seine Hosentasche zur Verfügung hat, um Dinge wie Portemonnaie und Schlüssel zu verstauen.
Wo shoppst Du am liebsten Kleidung und Accessoires?
Ich shoppe super gerne bei Nom Originals, Hollister und Urban Outfitters. Mein Schmuck ist meist von Pandora und meine Accessoires können von überall sein, das ist total durchgemixt, aber bei Asos findet man meist alles, was man an Accessoires sucht.
Wie sieht Deine Beauty-Routine aus und welche Beauty- und Pflegeartikel sind für Dich unverzichtbar, vor allem im Sommer?
SPF und Feuchtigkeitscremes auf die Eins. Vor allem im Sommer unverzichtbar. Ansonsten lautet meine Devise stets: Weniger ist mehr, was Skincare anbelangt. Meine Make-up-Routine im Sommer besteht in der Regel aus Mascara, Bronzer, Blush, Lipliner und Lipgloss. Und ich probiere ständig neue Produkte aus, um mir mehr Sommersprossen dazuzumalen. Von Henna bis Augenbrauenstift war schon alles dabei (lacht).
Extensions, Lash Extensions, Filler, Botox & Co. – Bei was bist Du dabei, bei was nicht?
Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich noch nie über einen Eingriff nachgedacht habe. Ich glaube, viele Frauen, vor allem wenn man ständig auf Social Media unterwegs ist, bekommen das Gefühl, sie müssten total viel an sich optimieren. Alles muss jung, straff, voluminös, schlank, glatt sein. Das finde ich total traurig. Bisher habe ich es geschafft, mich noch nicht diesen utopischen Beauty-Standards hinzugeben, aber ich kann es natürlich nicht ausschließen für die Zukunft. Grundsätzlich vorher immer fragen, ob man etwas für sich macht oder nur für andere.
Welche Pläne hast Du für die Zukunft?
In der Zukunft sehe ich mich auf jeden Fall in Spanien wohnen. Ich bin ein absoluter Sonnenmensch und bin verliebt in Spanien und die Lebensqualität dort. Und alles andere wird sich dann schon daraus ergeben. Erst mal wird man mich als Influencerin nicht los – haha! Das ist und bleibt mein Hobby und meine Leidenschaft und ich kann mir ein anderes Leben erst mal nicht vorstellen, dafür schätze ich auch meine Community und alle Möglichkeiten, die dieser Job bietet, zu sehr. Ich möchte mich auch weiterhin auf Youtube konzentrieren und dort gerne noch mehr von meiner Persönlichkeit zeigen. Und sonst bin ich offen für alles, was das Leben so für mich bereithält. Ich glaube ja fest daran, dass alles so kommt, wie es kommen soll. Deswegen freue ich mich sehr auf die Zukunft und wache jeden Morgen aufgeregt auf, da ich nie weiß, was als Nächstes ansteht.