Es war heiß. Richtig heiß. Und schon reden wir wieder über’s Klima.
Davon war in letzter Zeit, wenn überhaupt, nur wenig, und wenn, dann meist wenig Erbauliches zu hören.
Mit der Freiheit im Heizungskeller kommt die Freiheit, Klimaschutzziele zu verschieben. Die wären ja ohnehin nur mit einigermaßen großer Anstrengung zu erreichen. Logisch, dass wir dann auch andere ursprüngliche Vorhaben nicht mehr ganz so streng nehmen wollen.
Beispiel Emissionshandel. Eigentlich eine geniale Idee: Wir machen den Ausstoß klimaschädlicher Stoffe schrittweise immer teurer, und dann lenkt die unsichtbare Hand des Marktes den Rest. Wer dann die Zeichen der Zeit nicht nur erkannt hat (an Erkenntnis mangelt es bekanntlich ohnehin nicht), sondern auch noch einigermaßen mutig massiv in eine klimaneutrale Zukunft investiert, sollte die Nase vorn haben. First Mover nennt man so jemanden.
Nur mit dem schnellen Bewegen ist das so eine Sache. Technologien für eine klimaneutrale Zukunft haben auch mächtige Gegner, die mit dem eindrucksvollen Schlagwort von der „Technologieoffenheit“ unterwegs sind. Nichts dagegen, alle technologischen Möglichkeiten zu prüfen. Nur schwingt bei dem Schlagwort meist weniger das Bild von visionären Ideen mit, eher das von Abwarten und Bremsklotz.
Und dann hätten wir noch Debatten um Zuständigkeiten. Natürlich muss klar sein, wer was zu erledigen hat (und wer was zu bezahlen hat). Nur kommt die Diskussion daher wie ein Ballgeschiebe zwischen Spielern, die sich partout nicht bewegen wollen – und sich dann wundern, dass im Eckigen nichts Rundes zu finden ist, womit bekanntlich kein Spiel zu gewinnen ist.
Nun ist es ja nicht so, dass gar nichts passiert wäre und passieren würde. Aber alle Berichte zeigen: Die eigentlichen Klimaziele sind immer schwerer erreichbar. Dafür diskutieren wir mit aller Leidenschaft, was alles längst hätte passieren müssen, aber nicht passiert ist. Als wüssten wir das nicht hinreichend.
Wir könnten ja auch auf die Idee kommen, mit derselben Leidenschaft für die Klimaziele zu kämpfen. Das wäre aber mit Anstrengungen verbunden.
Dafür ist es aber offenbar entschieden zu heiß.