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WAS MACHT EIGENTLICH...

Unvergessen ist Uma Thurman in ihrer „Pulp Fiction“-Rolle als Mia Wallace
Foto: picture-alliance / Mary Evans Picture Library

Uma Thurman?

Sie war die Muse von Quentin Tarantino, wurde durch „Pulp Fiction“ und „Kill Bill 1 & 2“ weltberühmt und war eine der gefragtesten Schauspielerinnen Hollywoods. Seit einiger Zeit meidet sie das Rampenlicht und bevorzugt ein Leben mit mehr Privatsphäre.

In „Gefährliche Liebschaften“ (1988) ließ sie sich als jungfräuliche Braut Cécile de Volanges von John Malkovich als Erotomane Vicomte de Valmont verführen und erlaubte ihm, auf ihrem nackten Hintern anzügliche Liebesbriefe zu schreiben. Malkovich meinte damals: „Uma hat einen Jane-Mansfield-Körper und dieses beängstigend große Gehirn.“ Der Film wurde ein großer Erfolg und Uma Thurman in Hollywood als erotische Entdeckung gefeiert. Ein Image, dem sie mit „Henry & June“ (1990) voll gerecht wurde. In den USA wurde der Film über das Sex- und Liebesleben des amerikanischen Schriftstellers Henry Miller auf den Index gesetzt. Und auch in dem Erotik-Thriller „Eiskalte Leidenschaft“ (1992) zeigte Uma Thurman, neben Richard Gere und Kim Basinger, viel nackte Haut. „Ich war damals Anfang 20 und hatte mit einigen sehr sinnlichen Filmen den Durchbruch in Hollywood geschafft. Dafür war ich natürlich sehr dankbar. Aber ich wollte nicht das Pin-up-Girl des Monats sein. Dafür war ich viel zu sehr Schauspielerin. Ich habe dann auch sehr schnell radikal andere Filme gemacht.“

18 Monate Ehe mit Gary Oldman

1994 besetzte sie Quentin Tarantino als Gangsterbraut Mia Wallace in „Pulp Fiction“ und schrieb ihr zehn Jahre später wieder eine Rolle auf den Leib: Als „Die Braut“ oder „Schwarze Mamba“ bricht sie in „Kill Bill 1 & 2“ zu einem blutigen Rachefeldzug gegen ihre Peiniger auf. Das spektakuläre Comeback im Bruce-Lee-Trainingsanzug machte sie endgültig zur Hollywood-Pop-Ikone. Bei den Dreharbeiten zu „Kill Bill 2“ hatte Uma Thurman einen schweren Autounfall. Sie prallte gegen einen Baum, was zu einer Gehirnerschütterung sowie Knie- und Halswirbelverletzungen führte. Der Unfall passierte, nachdem sie von Tarantino überredet wurde, den Stunt doch selbst zu machen. Tarantino bedauerte den Unfall zutiefst und bezeichnete ihn als den größten Fehler seines Lebens. 

Trotz des großen Vertrauensbruchs haben sich beide mittlerweile versöhnt. Seit einiger Zeit geistert sogar das Gerücht herum, dass es vielleicht sogar einen gemeinsamen „Kill Bill 3“-Film geben könnte. Was Tarantino aber immer wieder dementierte.

Unvergessen ist Uma Thurman in ihrer „Pulp Fiction“-Rolle als Mia Wallace
Unvergessen ist Uma Thurman in ihrer „Pulp Fiction“-Rolle als Mia Wallace - Foto: picture alliance / abaca

Bei den Dreharbeiten zu dem Science-Fiction-Film „Gattaca“ (1997) lernte sie Ethan Hawke kennen, den sie ein Jahr später heiratete. Es war ihre zweite Ehe. Zuvor war sie von 1990 bis 1992 mit dem britischen Schauspieler Gary Oldman verheiratet. „Gary war meine erste große Liebe. Ich war 18, er war 30. Wir sind richtig ineinander geknallt! Haben geheiratet – und waren 18 Monate später wieder geschieden“, lacht sie, als sie sich daran erinnert. Nach einer turbulenten und sehr wilden Jugend mit vielen Affären innerhalb und außerhalb des grellen Hollywood-Spotlights schien sie in Ethan Hawke endlich einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Die beiden haben zwei Kinder, Tochter Maya (1998) und Sohn Levon Roan (2002) und waren bis 2004 verheiratet. Diese Scheidung macht Uma Thurman schwer zu schaffen.

Uma Thurman ließ sich nicht unterkriegen. Ihre Karriere florierte auch weiterhin. Sie spielte in dem wunderbaren Remake von Mel Brooks Musical-Komödie „The Producers“ (2005) die weibliche Hauptrolle, war mit John Travolta in der Komödie „Be Cool“ (2005) zu sehen und spielte auch in zwei Filmen des dänischen Enfant terribles Lars von Trier mit, nämlich in „Nymphomaniac“ (2013) und in „The House That Jack Built“ (2018).

Schon immer sehr naturverbunden

Inzwischen hatte sie mit ihrem neuen Lebensgefährten, dem Schweizer Banker Arpad „Arki“ Busson, 2012 eine Tochter namens Rosaline. Allerdings ging diese Beziehung schon 2014 zu Ende. Langsam zog sie sich sich aus Hollywood zurück und lebt nun schon seit einigen Jahren wieder abwechselnd in New York City und ihrer Heimatstadt Boston. In den letzten Jahren begann sie sich – angestachelt von ihren Kindern – verstärkt für den Umweltschutz zu engagieren. Sie unterstützt zum Beispiel die Meeresschutz-Organisation Sea Shepherd. Eher selten arbeitet sie jetzt noch als Schauspielerin. Aber natürlich ließ sie es sich nicht nehmen, mit ihrer Tochter Maya in der schwarzen Komödie „The Kill Room“ (2023) gemeinsam vor der Kamera zu stehen, oder bei der Kult-Serie „Dexter – Wiedererwachen“ (2025) mit dabei zu sein. Für die zweite Staffel ist sie bereits auch wieder gesetzt. 

Wenn Uma Thurman heute auf ihr Leben zurückschaut, überstrahlt die Lebensfreude ganz eindeutig ihre sanfte Melancholie: „Als Kind war ich ziemlich linkisch. Ich war schon immer viel zu groß und zu dürr für mein Alter und hatte eine große Zahnlücke zwischen meinen beiden oberen Vorderzähnen. Ich war – zumindest glaube ich das –
nicht besonders schlau und konnte manchmal auch ziemlich gemein sein. Ich war aber schon damals sehr bodenständig. Bin im Sommer jeden Tag mit meinem Fahrrad in die Schule gefahren und im Winter mit dem Bus. Am Nachmittag habe ich dann zusammen mit meinen Spielkameraden die Gegend erkundet ... Ich bin auch heute noch sehr naturverbunden und liebe das einfache Leben. An einem sonnigen Herbsttag einen langen Spaziergang im Wald zu machen und dabei durchs knietiefe Laub zu rascheln – das bedeutet Glück für mich. Nicht nur. Aber auch.“ 

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