Hans Ruoff (74)
Raum für mehr | Prenzlauer Berg
Der Name ist Programm. Hans Ruoffs kleine Privatgalerie „Raum für mehr“ bietet Raum für Konzerte, Lesungen, Büchersalons. Gerade bereitet der gebürtige Schwabe Ausstellungen für den Herbst vor: Die Retrospektive „Memories“ mit allen Künstlern, die in den vergangenen zwölf Jahren bei ihm ausgestellt haben. Bei „Heute Kakao“ präsentiert Hans Ruoff seine „Objets trouvés“, in der Tradition des französischen Objektkünstlers Marcel Duchamp, einem Wegbereiter des Dadaismus, der gefundene Objekte kurzerhand zur Kunst erklärte. Wer jetzt glaubt, die Galerie sei übersät mit Fundstücken, irrt. Auf 55 Quadratmetern stehen bloß zwei Sessel. Alles andere ist hinter Schiebewänden verstaut. Hans Ruoff, der als Sozialpädagoge und dann als freier Journalist in Japan gelebt und später als Dozent und Schreibtrainer tätig war, ist fasziniert vom Leben und Arbeiten auf kleinstem Raum. Das funktioniert für ihn, wenn Räume mehr als nur eine Funktion haben und es intelligente Staumöglichkeiten gibt. Dank eines mit einer Innenarchitektin ausgeklügelten Systems lässt sich die Galerie mit wenigen Handgriffen in einen Seminar- oder Wohnraum oder in ein Büro verwandeln. Quasi aus dem Schrank kann er Schreibtisch, Schlafcouch und Stühle zaubern und sie danach wieder darin verschwinden lassen. So wird die Galerie zum Freiraum. Für den selbsternannten „Ideen- und Sachenfinder“ ist eben weniger mehr. www.cleartext.de/raumfuermehr.php