Berlin-Comic
Ermittlungen im Jahr 2099
Fred Duval und Ingo Römling haben den zweiten Band ihrer „Metropolia“-Reihe vorgelegt: „Die Außenbezirke“ (Splitter Verlag, Hardcover, 56 Seiten). Wie in Band eins überprüft auch hier ein Privatermittler, der im Auftrag des Metropolia-Konzerns arbeitet, im Berlin des Jahres 2099 eine mysteriöse Geschichte. Darum geht es diesmal: Am Stadtrand von Berlin wurde ein Anschlag verübt. Eine riesige Baumaschine des Konzerns ist in Flammen aufgegangen. Sind die Umweltaktivisten, die das Bauprojekt vor Ort verhindern wollen, dafür verantwortlich? Sasha, der Ermittler, wird von der Konzernleitung losgeschickt, um die Sabotage zu untersuchen. Getarnt als Schweißer kann er die Unterwelt der Außenbezirke problemlos infiltrieren. Das Milieu besteht aus Arbeitern und Außenseitern, aber auch aus Migranten, die verzweifelt versuchen, in die Stadt zu gelangen. Bei den Ermittlungen lernt Sasha Lucian kennen, einen jungen Süchtigen, der ihm neue Perspektiven eröffnet. Sasha begreift, dass die Angelegenheit komplexer ist, als sie scheint – und vielleicht bis zu den Wurzeln seiner eigenen Kindheit als Einwandererkind zurückreicht. Und dann taucht auch wieder die ebenso sympathische wie mysteriöse Fahrradkurierin Martha Müller auf.
Zietzschmann hört auf
Andrea Zietzschmann, die Intendantin der Stiftung Berliner Philharmoniker, wird ihren Vertrag, der im August 2028 nach elf Jahren ausläuft, nicht ein drittes Mal verlängern. Das teilt die Kultur-Senatsverwaltung mit.
Die Jahre mit den Berliner Philharmonikern und ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko seien für sie „eine unvergessliche Erfahrung“, sagt Zietzschmann. „Die herausragende Qualität und Energie des Orchesters haben meine Arbeit geprägt und beflügelt, viele großartige, bewegende Konzerte werden mir für immer im Gedächtnis bleiben. In der Zusammenarbeit mit den engagierten Gremien und Teams im Haus konnten wir viele wichtige Weichen stellen, ich sehe das Orchester und die Philharmonie für die Zukunft gut aufgestellt“, erklärt sie. Die für 2032 anstehende Generalsanierung der Philharmonie werde zudem „eine Intendanz erfordern, die gut in die Materie eingearbeitet ist und dieses anspruchsvolle Projekt langfristig begleitet“. Der von ihr gewählte Zeitpunkt für einen Wechsel soll dazu beitragen.
Kulturverführung vom 10. Juli 2026
Ausstellung: Sofie Dawo (1926 – 2010) sei „eine Ausnahmekünstlerin“, heißt es im Kunstgewerbemuseum – deshalb hat es ihr eine Ausstellung gewidmet: „Textile Experimente“ wird am 17. Juli eröffnet und ist bis zum 17. Januar zu sehen. „Ihre unkonventionelle künstlerische Strategie bestand in der Veredelung des Gewebes durch Zerstörung. Dawos textile Experimente sind frei von jeder Funktion oder Anwendung und entziehen sich einer eindeutigen Zuordnung zu den Kategorien Kunst oder Handwerk – sie stehen für sich“, erklärt das Museum. Die im Saarland geborene Sofie Dawo studierte von 1948 bis 1952 an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken zunächst Freie Kunst, anschließend Weberei. Sie war Schülerin von Boris Kleint, der in Berlin Malerei bei Johannes Itten studiert hatte und dessen Assistent war. In dieser Funktion war Kleint nach Saarbrücken berufen worden, um dort die am Bauhaus orientierte Grundlehre einzuführen, die Dawo sehr geprägt haben dürfte. Kunstgewerbemuseum, Johanna und Eduard Arnhold Platz, 10785 Berlin, Informationen: www.smb.museum/museeneinrichtungen/kunstgewerbemuseum
Konzert: Einige von „Beethovens vergessenen Zeitgenossen“ will das Ensemble Wunderkammer am 18. Juli in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa wieder in Erinnerung rufen. Javier Aguilar Bruno (Violine), Lea von Cube (Viola), Martin Seemann (Violoncello) und Mira Lange (Hammerflügel) spielen Kammermusik von Joseph Elsner, Wenzel Johann Tomaschek, Franz Xaver Gebel und Beethoven. Mendelssohn-Remise, Jägerstraße 51, 10117 Berlin-Mitte, Karten und Informationen: www.mendelssohn-remise.de
Theater: Professor Dr. Langbock hält einen Vortrag über sieben verschiedene menschliche Typen, doch seine Assistentin Susie Stör kommt ihm immer wieder mehr oder weniger charmant in die Quere. Schließlich wagen sie den gemeinsamen Sprung ins Spiel und lassen jene Typen lebendig werden, die jede und jeder irgendwie kennt und womöglich gern verdrängt. Nach diesem Abend, versprechen die Autorin Johannes Galli sowie die Menschen auf der Bühne – Marion Martinez und Rainer Eckhardt –, werde man diese Typen „einfach lieben“. „Die 7 Typen Show“, nennt sich das Ganze. Galli Theater, Oranienburger Straße 32, 10117 Berlin, Informationen und Karten: www.galli-berlin.de
Lesung: Wenn Emma die Späti-Regale aufstockt, sieht sie nur eins: Kalorien. Ihr Studium hat sie abgebrochen. Emma steht kaum einen Abend ohne Müller-Thurgau durch, die Tasse unter dem Tresen hilft ihr beim Vergessen. Was da sonst noch ist, erzählt Laura Wagner am 18. Juli, wenn sie ihren Demüt-Roman „Tutto Bene“ vorstellt. Kabarett-Theater Distel, Friedrichstraße 101, 10117 Berlin, Info und Tickets: www.distel-berlin.de Martin Rolshausen