Marc Elsberg schreibt Thriller, die so gut recherchiert sind und so aktuelle Probleme aufgreifen, dass sie durchaus als naturwissenschaftliche und technische Sachbücher dienen könnten. Vor allem für jene sind sie eine gute Alternative, die keine langweiligen akademischen Werke lesen wollen, oder aber wenn Autor oder Autorin jene Menschen erreichen möchte, die dies ohnehin nicht tun, aber einen spannenden Schmöker zu schätzen wissen.
Mit „Blackout“ wurde Elsberg bekannt, mit einem Szenario, das durchaus möglich und bei entsprechenden Bedingungen auch wahrscheinlich ist. Dann kam „Zero“, der sehr realitätsnahe Bericht über ein soziales Netzwerk und seine dunklen Machenschaften, der bereits verfilmt wurde.
Das neueste Buch heißt nicht „X“, wie das Cover vermuten lässt und was ja auch ein soziales oder vielleicht auch asoziales Netzwerk eines Tech-Milliardärs ist, sondern „Eden“.
Doch Eden, dem Paradies, geht es an den Kragen: Durch korrupte Politiker, die weiter alte, zerstörerische Technologien unterstützen, geldgierige Unternehmer, denen egal ist, dass sie die Umwelt zerstören und die lieber auf kurzfristige Gewinne setzen, sowie rücksichtslose Spekulanten, die mit Nahrungsmittelpreisen jonglieren und so Massenschlachtungen und Hungersnöte erzwingen, hat sich der Mensch die Erde – der Bibel folgend –
erfolgreich „untertan gemacht“ und löst so dann letztendlich auch biblische Katastrophen aus.
Die neue Wunderwaffe KI ist ein zweischneidiges Schwert: Um ihre Rechenzentren aus dem Boden zu stampfen, wird das letzte bisschen Natur vernichtet, doch andererseits kann sie – richtig eingesetzt – drohende Katastrophen zumindest einige Tage im Voraus erkennen.
Jene, die auf Seiten der Umwelt stehen, werden ebenso systematisch vernichtet wie die Umwelt selbst. Doch ausgerechnet ein oberflächlicher Influencer, der nur in Likes und Abrufzahlen denkt, bringt ein Umdenken in die Öffentlichkeit. Noch rechtzeitig? Das lässt der Roman am Ende offen.