Tasmania verteidigt „Titel“
Jedes Jahr im Sommer findet in der Vorbereitung auf dem Gelände des FSV Spandauer Kickers (Berlin-Liga) ein Blitzturnier mit vier Mannschaften statt, das mittlerweile zum festen Bestandteil des Berliner Fußballkalenders zählt. Auch vergangenen Sonntag kam es so wieder zu den vier Partien, die jeweils 45 Minuten dauern: den K.-o.-Wettbewerb eröffnete Titelverteidiger SV Tasmania (Aufsteiger RL Nordost), der es im ersten Halbfinale mit dem neuen Ligakonkurrenten BFC Preussen zu tun bekam und sich im Elfmeterschießen durchsetzte. Tore von Labbouz und Cruz Magalhaes beziehungsweise Fontein und Adekunle hatten zuvor für ein 2:2 nach regulärer Spielzeit gesorgt. Im Anschluss duellierten sich der Gastgeber und Lichtenberg 47, der Oberligist behielt dabei mit 0:4 die Oberhand. Im kleinen Finale blieb „SpaKi“ gegen Preussen ein weiteres Mal ohne Torerfolg, während Butkovic und ein Testspieler den Favoriten zum 2:0-Erfolg schossen. Das Endspiel nutzte dann Tasmania dank eines Treffers von Mensah zur Titelverteidigung gegen Lichtenberg 47.
Regionalliga Nordost
Regionalligisten testen
Für die Berliner Vertreter in der Regionalliga Nordost standen drei Wochen vor Saisonstart weitere Testspiele auf dem Programm. Neuling SV Tasmania gewann dabei gegen Tennis Borussia bereits am 1. Juli mit 3:0 (Tore: Cruz Magalhaes, Beyreuther, Beyazit), zwei Tage später kam der BFC Dynamo gegen den 1. FC Phönix Lübeck (RL Nord) trotz Führung durch Neuzugang Herdi Bukusu über ein 1:1 nicht hinaus. Das selbe Resultat war dagegen aus Sicht der VSG Altglienicke bei Neu-Zweitligist FC Energie Cottbus erfreulich, auch wenn das späte 1:0 durch Jonas Nietfeld nicht über die Zeit gebracht werden konnte. Hertha BSC II (Tor: Traoré) musste wiederum am Samstag eine 1:3-Niederlage bei den Lausitzern hinnehmen. Während sich der BFC Preussen gegen Oberliga-Aufsteiger Füchse mit 3:2 durchsetzte – das Siegtor für die Lankwitzer, die zuvor den Wechsel von Chadi Ramadan nach Aue vermeldeten, erzielte Nikolas Frank. Bedirhan Sivaci hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht, die weiteren Treffer gingen auf das Konto von Testspielern.
Teichmanns „Seitenwechsel“
Als Aktiver und später Mitglied der Führung beim FC Viktoria 1889 hat Rocco Teichmann den Berliner Fußball lange geprägt – nun wechselt der 40-Jährige quasi die Seite und wird künftig für den Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) arbeiten. „Die Möglichkeit, den Fußball in unserer Region aus einer neuen Perspektive aktiv mitzugestalten“, habe ihn gereizt. NOFV-Präsident Hermann Winkler zeigte sich erfreut über die Personalie: „Mit Rocco Teichmann konnten wir einen engagierten und fachlich versierten Mitarbeiter für unseren Verband gewinnen – durch seine langjährige Tätigkeit auf Vereinsebene kennt er die Herausforderungen und Bedürfnisse unserer Clubs aus erster Hand.“ Teichmann war zuletzt zweimal bei Viktoria in leitender Position tätig gewesen und erlebte dabei ab 2016 von Insolvenz bis Aufstieg in die 3. Liga sämtliche Tiefen und Höhen. Im Sommer 2024 verließ er die „Himmelblauen“, um ein Jahr später in erneut prekärer Situation zurückzukehren – den Abstieg in die Berlin-Liga konnte er jedoch
nicht abwenden.
Polte zum SV Waldhof
Verteidiger Moritz Polte (18), der gerade als Eigengewächs seine erste Saison bei den Männern des BFC Dynamo absolvierte, wechselt in die 3. Liga. Nachdem er 2025/26 in allen 34 Spielen in der Regionalliga Nordost zum Einsatz gekommen und dazu sogar 2025 auf Abruf für die U19 des DFB nominiert worden war, wuchs das Interesse anderer Clubs an dem 1,95 Meter großen Verteidiger. Nun wurde bekannt, dass Polte zur neuen Saison zum Drittligisten SV Waldhof wechselt, um seinen nächsten Karriereschritt zu vollziehen – Dynamo erhält dafür dem Vernehmen nach eine Ablöse im niedrigen sechsstelligen Bereich. Ligarivale VSG Altglienicke klotzt dagegen weiter auf dem Transfermarkt: Zugang Ali Eren Ersungur (20, Angriff) hat acht Einsätze für den Karlsruher SC, John Brooks (33, Abwehr) über 250 Bundesligapartien für Hertha BSC sowie 45 Einsätze für die US-Nationalelf absolviert.
3. Liga
Havelse legt nach
Der TSV Havelse treibt seine Kaderplanung weiter mit hohem Tempo voran. Der Drittliga-Aufsteiger präsentierte mit Kevin Schumacher, Eric Voufack und Max Lamby weitere Neuzugänge und verlängerte zudem den Vertrag mit Angreifer Lorenzo Paldino. Besonders prominent ist die Rückkehr von Schumacher. Der 28-Jährige hatte in Havelse einst den Durchbruch geschafft und spielte danach für Hansa Rostock und den VfL Osnabrück. Nun kommt er als amtierender Drittliga-Meister zurück und soll eine tragende Rolle übernehmen. „Als sich die Möglichkeit auftat, haben wir alles darangesetzt, um Kevin nach Hause zu holen“, sagte Samir Ferchichi. Auch Voufack kennt die 3. Liga. Der 24-Jährige wurde in Halle und Jena ausgebildet, spielte später für Lok Leipzig und Rot-Weiss Essen und sammelte 54 Einsätze in der dritthöchsten Spielklasse. Lamby, ausgebildet bei 1860 München und Unterhaching, soll die linke Seite verstärken. Paldino bleibt Havelse nach zwei Jahren erhalten.
Verl leiht Schlieck aus
Der SC Verl hat die Torwartfrage für die neue Saison beantwortet. Timo Schlieck kommt für ein Jahr auf Leihbasis von RB Leipzig und soll in Ostwestfalen die Nachfolge von Philipp Schulze antreten, der den Verein in Richtung Górnik Zabrze verlassen hat.
Schlieck wurde bei Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund und RB Leipzig ausgebildet und spielte auch für deutsche U-Nationalmannschaften. Zuletzt verliefen seine Leihstationen unterschiedlich. Beim RSC Anderlecht kam der 20-Jährige in der belgischen Nachwuchsmannschaft regelmäßig zum Einsatz, bei der SpVgg Greuther Fürth wurde er in der 2. Bundesliga dagegen mehrfach durch Verletzungen ausgebremst. In Verl soll Schlieck nun direkt eine wichtige Rolle einnehmen. Sportvorstand Zlatko Janjic lobt vor allem dessen Größe, Ausstrahlung, Stärke auf der Linie und Beidfüßigkeit. Diese soll dem flachen Aufbauspiel helfen.
Schlieck selbst sagte, der Verein habe ihm einen klaren Plan aufgezeigt. Sein Ziel sei es, der Mannschaft ein sicherer Rückhalt zu sein.
Bröger nach Köln
Drittliga-Aufsteiger Fortuna Köln verstärkt sich im offensiven Mittelfeld. Bennit Bröger kommt für ein Jahr auf Leihbasis vom SC Paderborn 07 in die Südstadt. Für die Kölner ist der 20-Jährige bereits der fünfte externe Zugang des Sommers.
Bröger hatte im Mai 2024 im Trikot des VfL Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt gefeiert. Am letzten Spieltag wurde er bei der Niederlage gegen Mainz 05 eingewechselt. Nach seinem Wechsel nach Paderborn blieb der nächste Profieinsatz aus. Stattdessen spielte Bröger für die zweite Mannschaft des SCP in der Regionalliga West und kam dort in 30 Partien auf zwei Tore und sieben Vorlagen.
Fortuna-Trainer Matthias Mink lobt Bröger als laufstarken sowie technisch und taktisch gut ausgebildeten Spieler, der das Offensivspiel flexibler machen könne. Bröger selbst erklärte, er habe „richtig Lust auf die neue Saison. Wir wollen eine gute Rolle spielen.“
Iyoha verlässt Düsseldorf
Emmanuel Iyoha und Fortuna Düsseldorf gehen getrennte Wege. Der 27 Jahre alte Offensivspieler, der 2014 ins Nachwuchsleistungszentrum der Fortuna gewechselt war, verabschiedete sich nach zwölf Jahren vom Verein. Iyoha durchlief in Düsseldorf die Jugendmannschaften, schaffte anschließend den Sprung zu den Profis und kam insgesamt auf 155 Einsätze im Fortuna-Trikot. In einer emotionalen Botschaft bei Instagram blickte der gebürtige Düsseldorfer auf seine Zeit zurück. „Nach 12 Jahren in Rot und Weiß geht meine Reise mit der Fortuna zu Ende“, schrieb Iyoha. Besonders dankte er den Fans, die ihn auch in schwierigen Phasen, nach Verletzungen und nach rassistischen Anfeindungen unterstützt hätten. „Das werde ich euch nie vergessen“, erklärte er. Auch den Verantwortlichen sprach Iyoha seinen Dank aus. Sie hätten versucht, ihn für den sportlichen Neuanfang zu halten. Wohin es ihn nun zieht, ist offen. Zuletzt wurde er mit der SpVgg Greuther Fürth in Verbindung gebracht.