Derby-Dominanz
Die Potsdam Royals der German Football League empfingen am 4. Juli im Sportpark Am Luftschiffhafen den Lokalrivalen Berlin Rebels, gegen den sie im Mai beinahe verloren hätten. Diesmal gab es schon nach dem 1. Viertel (26:0) keine Zweifel am Sieg der Potsdamer. Die Rebels kamen im 2. Abschnitt zu einem Ehren-Touchdown, ansonsten dominierten die Royals bis zum 55:7-Endstand. In der American Football League Europe empfingen tags darauf Berlin Thunder den Spitzenreiter Vienna Vikings. Zwar konnte Runningback Kai Hunter den Auftakttouchdown der Wiener ausgleichen, als er einfach nicht zu Boden ging und 67 Yards später die Vikings-Endzone erreichte. Doch danach ging bei den Gastgebern nichts mehr zusammen: Fehlpässe en masse, Safeties beim Punt-Versuch. Nach der Halbzeitpause ließ es Vienna ruhiger angehen, siegte aber deutlichst mit 45:7.
Bruderpaar getrennt
Der Berliner NBA-Profi Moritz Wagner setzt seine Karriere in den nächsten zwei Jahren bei einem neuen Team fort. Nach Auslaufen seines Vertrages bei den Orlando Magic, wo er seit 2021 mit seinem ebenfalls aus der Alba-Jugendarbeit stammenden Bruder Franz zusammengespielt hatte, nahm er nun ein Angebot der Brooklyn Nets an. Für zwei Spielzeiten erhält „Mo“ laut ESPN 19 Millionen US-Dollar. Wagner zeigte sich nach seinem erst frisch ausgeheilten Kreuzbandriss auch „finanziell total erleichtert. Nach so einer Verletzung weißt du auch nicht, wie der Markt
für dich aussieht.“
Nachwuchshoffnung
Aus Wisconsin in den USA kommt Rihards Griva zu den Eisbären. Der 19-jährige Deutsch-Lette stürmte dort in der United States Hockey League für die Madison Capitols. In Lettland aufgewachsen, durchlief er die Jugendabteilungen der Adler Mannheim. 2025 spielte er für Deutschland bei der U18-Weltmeisterschaft. „Rihards ist ein junger und talentierter Stürmer, der unseren U23-Bereich verstärken wird“, freute sich Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer.
Spielplan steht fest
Nach dem Ligacup vom 16. bis 18. Oktober in Hildesheim starten die Berlin Recycling Volleys am 21. Oktober mit einem Heimspiel gegen die FT Freiburg in die neue Bundesliga-Saison. Die Liga umfasst 14 Mannschaften. Mit dabei wieder der VC Olympia, gegen den beide Spiele im Sportforum Hohenschönhausen ausgetragen werden. Aufgestiegen ist mit dem TV Rottenburg ein bekannter Name. Der ASV Dachau hat zum Ende der letzten Spielzeit zurückgezogen, die Clubs aus Herrsching und Haching sind zu den WWK Volleys München fusioniert.
Alba Berlin
Starke Neuzugänge
Nach dem Abgang von Jack Kayil suchte Alba Berlin einen neuen Combo-Guard, der sowohl stark scoren, als auch zeitweise den Aufbau übernehmen kann. Und würde fündig. Der 28-jährige US-Amerikaner Jordan Ford wechselt für ein Jahr vom türkischen Erstligisten und EuroCup-Teilnehmer Bahçeşehir Koleji an die Spree. Zuvor hatte er eine gute College-Karriere, mehrere Jahre in der G-League, in der NBA für Sacramento sowie in der italienischen und griechischen 1. Liga absolviert. Gleichzeitig verlässt Guard Bennet Hundt die Berliner. Der 27-Jährige unterschrieb einen Vertrag bei BBL-Konkurrent Gladiators Trier. Albas Frauenteam erhält Zuwachs auf den großen Positionen. Die 23-jährige Spanierin Fanta Gassama soll vor allem ihre Reboundstärke ausspielen, ist aber auch eine gute Passgeberin und verfügt über einen soliden Wurf. Nach ihrer Zeit am US-College hatte sie in der vergangenen Spielzeit erste Europaerfahrung beim spanischen Zweitligisten Gardenstore Baloncesto Sevilla gesammelt. Sie unterschrieb für ein Jahr. Für denselben Zeitraum verlängerte Forward Tessa Stammberger (33) nach bereits vier Jahren in der Hauptstadt erneut ihren Vertrag.
Schimmel zur HGS
Die HG Saarlouis verpflichtet Kreisläufer Jan-Ole Schimmel vom TV Homburg. HGS-Sportdirektor Markus Baur hat den Neuzugang jetzt vorgestellt: „Jan-Ole ist ein physisch bereits sehr gut ausgebildeter Spieler, der uns sowohl in der Abwehr mit seiner Größe und Stärke als auch im Angriff weitere Optionen bringt. Er wird mit seiner emotionalen Art, Handball zu spielen, unser Team beleben.“ Auch HGS-Cheftrainer Jörg Lützelberger sieht in Schimmel eine Verstärkung mit Perspektive: „Jan-Ole hat in der vergangenen Saison bereits sehr viel Spielzeit in der 3. Liga gesammelt und dabei 85 Tore erzielt. Er bringt gute körperliche Voraussetzungen mit, will sich permanent weiterentwickeln und ist hungrig auf Erfolg.“ Für Schimmel ist die HG Saarlouis kein völlig neues Terrain. Bereits 2023 hatte ihn Tom Paetow als Gastspieler für die Aufstiegsrunde zur Jugend-Bundesliga engagiert. Der 21-jährige Maschinenbau-Student blickt nach vorne, ohne seinen bisherigen Verein zu vergessen, der in der abgelaufenen Runde leider aus der 3. Liga absteigen musste: „Ich möchte mich herzlich beim TV Homburg für vier wirklich schöne Jahre bedanken. Gleichzeitig freue ich mich sehr auf die neue Herausforderung und darauf, Teil der HG Saarlouis zu werden.“
Leclerc siegt
Charles Leclerc hat beim Formel-1-Grand-Prix von Großbritannien am Sonntag für einen Ferrari-Sieg gesorgt. Platz zwei ging an Mercedes-Pilot George Russell, der Lewis Hamilton im zweiten Ferrari nach dessen Boxenstopp in der Safety-Car-Phase noch abfing. Bitter lief es auch für den Führenden in der WM-Fahrerwertung. In Runde 41 von 52 meldete Kimi Antonelli an die Box: „Irgendetwas ist am Auto gebrochen.“ Der Italiener verlor Platz um Platz, kassierte dazu noch gegen Ende eine Strafe wegen zu schnellen Fahrens unter gelber Flagge und wurde auf Rang 16 eingestuft. In der Fahrerwertung führt Antonelli mit nur noch 25 Punkten vor Russell und 32 vor Hamilton.
Trauer um Edmund Burg
Der saarländische Leichtathlet Edmund Burg ist am 26. Juni 2026 im Alter von 91 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben. Mit ihm verliert das Saarland nicht nur einen der erfolgreichsten Sprinter seiner Geschichte, sondern auch einen Menschen, der den Sport weit über seine aktive Laufbahn hinaus geprägt hat – als Trainer, Förderer und Vorbild.
Wer Edmund Burg begegnete, traf auf einen Mann, der trotz all seiner Erfolge stets bescheiden blieb. Dabei hätte er allen Grund gehabt, seine sportliche Karriere in den Mittelpunkt zu stellen. 46-mal wurde Burg Saarlandmeister, mehrfach Deutscher Meister, Senioren-Weltmeister mit der Staffel und Hallen-Weltrekordler über 50 Meter. Er gewann im antiken Stadion von Athen, lief in Warschau, Madrid oder Brüssel und begegnete Größen und Prominenten wie Jesse Owens, Emil Zátopek oder Fürstin Gracia Patricia.
Noch vor einem Jahr, anlässlich seines 90. Geburtstags, wirkte Burg beneidenswert fit. Für den Fotografen gab er vor der FORUM –
Das Wochenmagazin Redaktion noch einmal alles und lief ein paar Meter. „Irgendwann wacht man morgens auf und ist 90“, hatte der am 31. März 1935 geborene Burg gesagt. Ans Kürzertreten dachte er damals nicht. Er arbeitete gern im Garten, reiste mit seiner Frau Ingrid ins geliebte Allgäu und freute sich über jedes neue Stück für seine Sammlung alter Rosenkränze.
Seine sportliche Laufbahn begann eigentlich im Handball. Erst ein Trainer überzeugte den jungen Edmund Burg, sein Talent in der Leichtathletik auszuprobieren. Es war die Entscheidung, die sein Leben verändern sollte. Als erster Deutscher Juniorenmeister von der Saar schrieb er Sportgeschichte. Gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Hans und Adelbert wurde der Name Burg zu einem festen Begriff in der saarländischen Leichtathletik.
Sein Wirken endete nicht im Sport. Der Diplom-Ingenieur arbeitete jahrzehntelang beim TÜV Saarland und nahm unzähligen Fahrschülern die Prüfung ab. Nach internationalen Wettkämpfen saß er montags wieder im Prüfungsauto. Parallel trainierte er beim SV Saar 05 und später beim Saarländischen Tennisbund Generationen von Athleten, darunter auch Claudia Kohde-Kilsch und Patrik Kühnen. Für viele war er nicht nur Trainer, sondern ein geduldiger Mentor.
Besonders wichtig waren ihm die Menschen. Bewegend erzählte er von seiner Freundschaft zu Joachim Deckarm, dessen signierte blaue Mütze er bis zuletzt wie einen Schatz aufbewahrte. Seine größte Stütze aber war immer seine Frau Ingrid. Seit 1961 waren beide verheiratet.
Mit Edmund Burg geht eine Persönlichkeit, die den saarländischen Sport über Jahrzehnte geprägt hat. Seine Rekorde und Titel werden bleiben. Vor allem aber bleibt die Erinnerung an einen warmherzigen, bescheidenen Menschen, der nicht viel tun musste, um bei seinem gegenüber Eindruck zu hinterlassen.
Die Redaktion von FORUM – Das Wochenmagazin spricht der Familie, allen Angehörigen sowie den Freunden von Edmund Burg ihr herzliches Mitgefühl und aufrichtiges Beileid aus.