Neunkirchen
Britischer Humor im Saarland
Mit „Made in Dagenham – Das Musical“ bringt das Musical-Projekt Neunkirchen im Sommer seine nächste große Produktion auf die Bühne der Neuen Gebläsehalle. Die Gruppe, die 2003 ins Leben gerufen wurde, bleibt dabei ihrem Stil treu: Sie zeigt ein Stück, das sich bewusst von der klassischen Musicallandschaft abhebt.
Das Musical-Projekt verzichtet auf den Einkauf professioneller Darstellerinnen und Darsteller und wird stattdessen, so die Verantwortlichen, „von kulturell aktiven Menschen aus der Region für kulturell interessierte Menschen in der Region“ gestaltet. Während die ersten Stücke noch eigens für das Projekt komponiert wurden, setzt die Gruppe mit dem aktuellen Stück nun, wie schon in den vergangenen Jahren, erneut auf ein bereits international bekanntes Stück, dem der für das Projekt typische gesellschaftskritische Unterton dennoch nicht fehlt.
Das britische Musical „Made in Dagenham“ erzählt, nicht ohne den bekannten britischen Humor, die wahre Geschichte der Näherinnen in einem Ford-Werk in Dagenham im Osten Londons in den späten 1960er-Jahren. Im Mittelpunkt steht Rita O’Grady, eine zunächst eher unauffällige Arbeiterin, die zur Sprecherin einer Gruppe von Frauen wird, die sich den Kampf gegen ungerechte Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen und Degradierung auf die Fahnen geschrieben haben. Was erst als Konflikt in einer Fabrik beginnt, entwickelt sich auch in anderen Bereichen zu einem Selbstläufer und zu einem Paradestück für Solidarität, Mut und Gleichberechtigung.
Aktuell wird noch geprobt, aufgeführt wird die Musical-Komödie dann traditionell zum Ende der Sommerferien an mehreren Terminen in Neunkirchen in der Neuen Gebläsehalle.
Premiere: 7. August, 20 Uhr.
Weitere Vorstellungen: 8., 9., 11., 12., 14., 15., 16. August 2026. Tickets sind bei allen bekannten Vorverkaufsstellen in der Region oder bei ticket-regional.de erhältlich.
Kulturverführung vom 17. Juli 2026
Oper im Kino: Angeblich sind die Stühle im Bayreuther Festspielhaus sehr hart und sehr unbequem. Wagnerfans sitzen stundenlang, schauen und hören. Auch Nicht-Wagnerfans finden sich ein, weil sie schauen und gesehen werden wollen. In diesem Jahr feiern die Festspiele ihr 150-jähriges Bestehen. Die diesjährige Premiere ist sozusagen eine doppelte, denn die Oper „Rienzi“ wird erstmals auf der Bühne des Bayreuther Festspielhauses gespielt. Katharina Wagner, die künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin der Bayreuther Festspiele, lässt diese Botschaft verbreiten: „Seit vielen Jahren öffnen die Festspiele dieses exklusive Erlebnis auch für ein größeres Publikum.“ Im Saarland sind wir mit einer „zeitversetzten Live-Übertragung“ dabei! So etwas gibt es nicht. Entweder live oder nicht. Es gibt auch kein Sondervermögen. Wie lange hat es gedauert, bis uns das klar war beziehungsweise klar gemacht wurde? Die Wahrheit: Die Kinoausstrahlung erfolgt mit einer zweistündigen Verspätung zur Vorstellung im Festspielhaus, dafür auf bequemem Stuhl im Filmhaus. Vielleicht kein „exklusives Erlebnis“, aber eindrucksvoll allemal, denn die Bild- und Tonqualität ist auf höchstem Niveau.
„Rienzi“, Sonntag, 26. Juli, 18 Uhr bis 23.15 Uhr, Eintritt: 10 Euro, Filmhaus Saarbrücken, Mainzerstraße 8, 66111 Saarbrücken, E-Mail: filmhaus@saarbruecken.de, https://filmhaus-sb.de
Ausstellung: Die Ludwig Galerie Saarlouis in Kooperation mit Magnum Photos Paris wartet mit einer interessanten Ausstellung auf. Die Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, George Rodger und David Seymour gründeten 1947 in Paris die Fotoagentur Magnum, Triebfedern waren die Einführung von Rechten gegenüber Herausgebern und die Namensnennung des Fotografen. Die Gründer betrachteten sich in ihrem Selbstverständnis zugleich als Künstler und als Reporter. Die österreichische Fotojournalistin Inge Morath war die erste Frau, die die legendäre Foto-Agentur Magnum 1955 aufnahm. Die Ausstellung „Close Enough“ präsentiert fotografische Arbeiten von zwölf Fotografinnen der Agentur Magnum Photos. Diese Schau wurde 2022 am International Center of Photography in New York anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Agentur erstmals gezeigt.
Der Ausstellungstitel greift ein Zitat von Robert Capa auf: „If your pictures aren’t good enough you’re not close enough.“ – „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, bist du nicht nah genug dran.“ „Close enough – Perspectives by Women Photographers of Magnum“, Ausstellung bis 8. November, geöffnet: Di, Mi, Do, Fr: 10 Uhr bis 13 Uhr und 14 Uhr bis 17 Uhr, Sa, So, Feiertage: 14 Uhr bis 17 Uhr, Ludwig Galerie Saarlouis, Alte-Brauerei-Straße, Kaserne VI, 66740 Saarlouis Michaela Auinger