Boxen
Kadiru verpasst WM-Titel
Im Urlaub erreichte den Hamburger WBA-Continental-Champion Peter Kadiru das Angebot, am 11. Juli um die Schwergewichtskrone nach Version der World Boxing Association zu kämpfen. Der technisch starke 29-jährige Hamburger – dreifacher Europameister der Amateure, WM-Silbermedaillengewinner und Jugend-Olympiasieger von 2014 – nahm an und reiste ohne vorheriges Trainingslager nach Moskau. Der Russe Murat Gassiev war nach dem Rückzug des unumstrittenen Weltmeister Oleksandr Usyk von der WBA zum neuen Titelträger ernannt worden. Sein eigentlich vorgesehener Gegner, der 34-jährige französische Olympiasieger Tony Yoka, fiel wegen einer Rückenverletzung aus. Generell gilt der frühere Cruisergewichts-Weltmeister Gassiev als etwas zu leicht für die Klasse, während Kadiru deutlich schwerer als noch im Mai in den Ring trat. Nach abwartendem Beginn setzte der Deutsche energisch Akzente, doch auch Gassiev kam im Infight öfter durch. In Runde sechs verließen Kadiru langsam die Kräfte. Als er in einer Ecke mit Schlägen eingedeckt wurde, warf sein Trainer das Handtuch. Kadiru steht nun bei 25 Siegen und erst zwei Niederlagen und bleibt – nach einem vollen Trainingscamp – weiter ein Kandidat für die Schwergewichtskrone.
Berlin Thunder schlagen Florenz
In der American Football League Europe haben sich Berlin Thunder von ihrer Heimpleite gegen die Vienna Vikings aus der Vorwoche gut erholt gezeigt. Am 12. Juli sahen die Fans im kleinen Jahnstadion an der Cantianstraße gegen die Firenze Red Lions ein punktloses Auftaktviertel. Danach überrollten die Berliner die Gäste aus Florenz aber komplett und siegten mit 49:3. Thunder stehen mit drei Siegen und 4 Niederlagen auf Rang drei der Staffel Süd/Ost.
Alba verstärkt sich für Europa
Der Deutsche Basketballmeister Alba Berlin hat mit Julius Böhmer (24) einen Shooting Guard von der BG Göttingen aus der Pro A verpflichtet. Bei den Würzburg Baskets hatte er ab 2020 vier Jahre Erstligaluft geschnuppert, bevor ihn eine Verletzung ein Jahr lahmlegte und er dann in Göttingen unterschrieb. Sportdirektor Himar Ojeda lobte ihn als „klug, vielseitig und mit dem richtigen Blick fürs Wesentliche.“ Diese Fähigkeiten braucht der Club in der nun zweiten Spielzeit der FIBA Champions League. Ab dem 6. Oktober treffen die Albatrosse auf Surne Bilbao aus dem spanischen Baskenland, ERA Nymburk (Tschechien) und die Bosnier von Igokea Aleksandrovac. Auch für Albas Frauenteam geht es in eine zweite europäische Saison. Nach dem Verzicht des BC Marburg treten die Berlinerinnen ein weiteres Mal nach 2024/25 im EuroCup Women an. Ohne Insidespielerin Marie Bertholdt allerdings. Nach insgesamt drei Jahren bei Alba wechselt die 31-jährige deutsche Nationalspielerin nach Neuseeland. Neu zum Team stößt für zwei Jahre die erst 17-jährige Würzburgerin Marie Wiegand. Gerade noch als Jugendspielerin im WNBL-Finale Berlin unterlegen, wechselt sie nun die Seiten, um „endlich einmal für die gelbe Wand in der Sömmeringhalle zu spielen“. Mit einer Doppellizenz kann sie in der 2. DBBL Nord für TuS Lichterfelde auflaufen, für Alba in der 1. DBBL und WNBL.
Neuer Eisbären-Goalie
Nach den beiden Goalie-Youngstern Jonas Neffin und Lennart Neiße hat DEL-Champion Eisbären Berlin nun einen erfahrenen Stamm-Keeper verpflichtet. Der 28-jährige Kanadier Jack LaFontaine gewann nach zwei NHL-Spielen für die Carolina Hurricanes mit den Chicago Wolves 2021/22 den Calder Cup der American Hockey League, spielte zuletzt hauptsächlich für die Kansas City Mavericks der East Coast Hockey League, mit denen er das Play-off-Finale erreichte, und die Coachella Valley Firebirds aus der AHL – beides Farmteams der Seattle Kraken. In 183 Spielen über fünf Spielzeiten liegt seine Fangquote bei über 90 Prozent.
Seahawks verkauft
Die Seattle Seahawks haben rund fünf Monate nach ihrem Triumph beim Super Bowl für einen Rekordpreis einen neuen Besitzer gefunden.
Die neue Eigentümergruppe unter der Führung des in Indien geborenen Milliardärs Vinod Khosla zahlt für die Franchise, die sich im Februar zum zweiten Mal in ihrer Geschichte zum Champion der National Football League (NFL) gekrönt hatte, übereinstimmenden Medienberichten zufolge 9,612 Milliarden US-Dollar – so viel, wie für keinen NFL-Klub zuvor.
Es sei ein „formeller Kaufvertrag“ abgeschlossen worden, gaben die Seahawks in einer offiziellen Mitteilung bekannt, die Familie Khosla werde „zum Mehrheitsgesellschafter des Teams“. Offiziell abgeschlossen ist der Kauf damit aber noch nicht, in den nächsten Monaten muss die Transaktion noch von der NFL genehmigt werden.
Höheres Risiko
Laut einer neuen Studie erkranken NFL-Spieler bis zu viermal häufiger an neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson.
Bei anderen Krankheiten oder Risiken schneiden sie allerdings auch besser ab als der Durchschnitt.
Forscher von Mass General Brigham, der Boston University und der Concussion & CTE Foundation untersuchten insgesamt 19.824 Athleten, die von 1960 bis 2019 in der NFL aktiv waren.
Dabei war das Risiko eines neurodegenerativen Todesfalls bei jüngeren Spielern noch einmal deutlich erhöht: Unter 60 Jahren lag eine solche Todesursache zwölfmal so oft vor. Es handle sich um „tragische, aber nicht überraschende“ Ergebnisse, erklärte Dr. Daniel Daneshvar, der Leiter der Studie, in einem Interview gegenüber dem Nachrichtensender ESPN. „Dies ist der eindeutigste Beleg auf Bevölkerungsebene, den wir je hatten, dass bei NFL-Spielern eine tatsächlich und messbar höhere Sterblichkeitsrate aufgrund neurodegenerativer Erkrankungen vorhanden ist.“ Das größte Risiko fand man bei Skill-Position-Spielern, es war etwa zweimal so hoch wie bei Linemen.
Medaille verpasst
Die deutsche Triathlon-Staffel hat bei der Mixed-WM in Hamburg die angestrebte Medaille deutlich verpasst. Lisa Tertsch, Valentin Wernz, Franka Rust und Tim Hellwig beendeten den Wettkampf mit 1:17 Minuten Rückstand auf das französische Quartett auf dem fünften Rang. Silber gewann Ungarn. Danach folgte Großbritannien. Im DTU-Team war Tertsch an Position eins gesetzt gewesen. Sie übernahm zum Ende der Laufstrecke die Führung und schickte Valentin Wernz mit knappem Vorsprung in den zweiten Abschnitt. Der Tuttlinger konnte das hohe Tempo der Mitfavoriten auf seinem Laufabschnitt jedoch nicht mitgehen und übergab als Vierter an Franka Rust, die anschließend weiter an Boden verlor. Schlussläufer Hellwig nahm den letzten Abschnitt schließlich mit fast 40 Sekunden Rückstand auf die vier an der Spitze liegenden Teams auf.
Basketball
Wagner nimmt Auszeit
Franz Wagner wird in diesem Jahr nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen und sich eine Auszeit vom DBB-Team nehmen. „Der Plan ist und bleibt, überhaupt nicht zu spielen und mich voll darauf zu konzentrieren, erst mal komplett gesund zu werden, um dann fresh in die neue Saison zu gehen“, sagte Wagner. Damit wird der NBA-Profi von Orlando Magic beim Supercup in Hamburg (21./22. August) und den restlichen sechs Qualifikationsspielen für die WM 2027 fehlen. Wagner hat eine schwierige Saison hinter sich, fehlte erst lange wegen einer hartnäckigen Knöchelverletzung und später wegen Wadenproblemen. Beim Aus für Orlando im Playoff-Achtelfinale gegen die Detroit Pistons (3:4) verpasste der Berliner die letzten drei Spiele. Der 24-Jährige lief in nur 34 von 82 Hauptrundenpartien auf. „Es fühlt sich ein bisschen komisch an, aber es ist auch schön, mal ein bisschen Zeit zu haben“, sagte Wagner, der seit seinem Debüt 2022 in jedem Sommer im Nationalteam gespielt und dabei erst EM-Bronze (2022) und dann WM- (2023) sowie EM-Gold (2025) geholt hatte. 2024 war er bei den Olympischen Spielen in Paris dabei. Die Auszeit nutzt er: „Ich habe gerade ein, zwei Wochen Urlaub auf Sizilien gemacht, gutes Essen, bisschen Kultur, und einfach mal komplett abschalten vom Basketball“, sagte Wagner. Er werde aber „den Rest des Sommers nutzen, um körperlich wieder voll fit zu werden und an meinem Spiel zu arbeiten für die kommende Saison“.