Gabi Ivan (75) und Miriam Smidt (43)
Xanthippen | Friedrichshain
Xanthippen gelten gemeinhin als zänkische Weiber. Die Xanthippen aus dem Friedrichshain sind jedoch eher kämpferisch unterwegs. Hinter dem provokanten Namen verbirgt sich eine Gruppe von Künstlerinnen, die sich für mehr Sichtbarkeit der Kunst von Frauen einsetzt. Gegründet wurde der Verein „Xanthippe e. V.“ 1992 von ostdeutschen Kunstschaffenden. „Nach dem Mauerfall brachen für viele Künstlerinnen aus dem Osten die bisherigen Förderstrukturen zusammen“, erinnert sich Kunstwissenschaftlerin Gabi Ivan, die unter anderem Mitarbeiterin in Museen und Leiterin kommunaler Galerien ist. Seit 2012 ist sie außerdem Kuratorin der „Inselgalerie“, vom „Schaufenster“ sowie der „Xanthippen“. Die Pressefrau des Vereins und multidisziplinäre Künstlerin Miriam Smidt experimentiert mit hypervergänglichem Material, wie gelöste fließende Substanzen aus Stärke und Tusche, die sich in Flüssigkeit verändern. Apropos Veränderung: Obwohl qualitativ die Kunst der Frauen der von Männern in nichts nachsteht, erhalten sie etwa 40 Prozent weniger Honorar. Ihr Metier wird oft als „gefühlsbetont“ abgewertet. Das wollen die heute 26 „Xanthippen“ – neben Künstlerinnen auch Kunstexpertinnen – ändern, indem sie gemeinsam mit ihren Bündnispartnerinnen unter anderem für angemessene Honorare kämpfen. Denn künstlerische Freiheit muss man sich leisten können. www.inselgalerie-berlin.de | www.miriamsmidt.com