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WAS MACHT EIGENTLICH...

2005: Bellucci als Hexe in „Brothers Grimm“, in dem sie die Männer reihenweise verzauberte
Foto: picture alliance / COLLECTION CHRISTOPHEL

Monica Bellucci?

Sie wurde als Schauspielerin und Stilikone zum Welt­star. Als „Bella“ Bellucci ziert sie auch jenseits ihres 60. Geburts­tags die Cover von Modemagazinen wie „Vogue“ und „Marie Claire“. Außerdem dreht sie einen Film nach dem anderen, spielt Theater und ist als Produzentin tätig.

Als blutsaugende Nymphe wurde Monica Bellucci vom amerikanischen Kultregisseur Francis Ford Coppola für seinen Film „Bram Stocker’s Dracula“ (1992) vor die Kamera geholt – so öffnete sich für die bildschöne junge Schauspielerin das Tor zu einer Weltkarriere. „Das war zwar ein exquisiter Start, aber eben nur der Anfang. Danach musste ich mich erst einmal richtig beweisen. Nicht jedes Model ist auch eine gute Schauspielerin. Kein Regisseur will einen für seinen Film haben bloß, weil man gut aussieht –
sondern weil man Talent hat. Und Ausstrahlung. Die Ausstrahlung ist überhaupt das Allerwichtigste“, sagt Monica Bellucci.

Um ihre Ausstrahlung musste sich „Bella“ Bellucci, wie sie von den Medien bald genannt wurde, keine Sorgen machen. Denn nach dem großen Erfolg von „Dracula“ war sie, vor allem in Italien und Frankreich, als Schauspielerin sehr gefragt und verfeinerte ihr Können – learning by doing – unter anderem in romantischen Komödien, Historien-Epen, Erotik-Streifen, Thrillern und Gaunerkomödien. Eine echte Filmperle aus jener Zeit ist „Der Zauber von Malèna“ (2000) von Giuseppe Tornatore.

Monica Bellucci auf dem Biarritz Film Festival im Juni 2026
Monica Bellucci auf dem Biarritz Film Festival im Juni 2026 - Foto: picture alliance / SIPA

Monica Bellucci erinnert sich auch heute noch gerne an ihre Heimatstadt Città di Castello, wo sie aufwuchs. „Das provinzielle Leben dort hat mich sehr geprägt. Da kannte jeder jeden, da wurde viel getratscht. Die Männer pfiffen einem nach und die Frauen taxierten einen eifersüchtig, wenn man über die Piazza ging. Und ich gestehe freimütig, dass ich mich schon mit 14 für Männer interessiert habe. Ich meine, für richtige Männer. Die Jungs in meinem Alter waren mir immer viel zu unreif und zu albern. Ich war nämlich schon damals sehr unabhängig und hatte meinen eigenen Kopf“, meint sie lachend.

Nach dem Abitur studierte sie eine Zeitlang Jura, was ihr allerdings schnell langweilig wurde. Also ging sie mit 24 Jahren nach Mailand, wo sie 1988 von der Agentur Elite unter Vertrag genommen wurde und als Model Karriere machte. Während ihrer Zeit als Model lernte sie den italienischen Fotografen Claudio Basso kennen, mit dem sie von 1990 bis 1994 verheiratet war. Im Sommer 1995 verliebte sie sich bei den Dreharbeiten zum Film „Lügen und Liebe“ in den französischen Schauspieler Vincent Cassel, mit dem sie von 1999 bis 2013 verheiratet war. Cassel ist auch der Vater ihrer beiden Töchter: Deva, die 2004 zur Welt kam, und Léonie, die 2010 geboren wurde.

Kein schönes Dummchen

Darauf angesprochen, ob ihre Schönheit jemals ein Handicap für sie war, meint Monica Bellucci mit einem süffisanten Lächeln: „Sie meinen, ob man mich zwar für gutaussehend, aber strohdumm hielt? Nein, eigentlich nicht. Natürlich hat mir mein guter Look bei meiner Karriere als Model und später als Schauspielerin geholfen. Aber das war immer nur eine Seite der Medaille.“ Zu Beginn des neuen Millenniums begann ihr Stern am Filmhimmel so hell zu strahlen wie noch nie zuvor. Sie trat zum Beispiel in zwei der drei „Matrix“-Filme als erotische Persephone in Erscheinung, verkörperte in Mel Gibsons Regiearbeit „Die Passion Christi“ die Maria Magdalena und bezauberte als Hexe im „Brothers Grimm“-Film Matt Damon und Heath Ledger gleichermaßen. Für großes Aufsehen sorgte sie in dem Erotik-Thriller „Irreversible“, den sie zusammen mit Vincent Cassel machte. Mit einer schockierenden, achtminütigen Vergewaltigungs-Sequenz entfachte sie bei den Filmfestspielen 2002 in Cannes fast einen Skandal.

Diese selbstbewusste Sinnlichkeit, die sie auf der Leinwand wie auch im richtigen Leben ausstrahlt, war immer ein Teil ihres Wesens und machte sie schnell zum Lieblingsobjekt diverser Starfotografen, darunter Peter Lindbergh, Helmut Newton und Richard Avedon. „Ich hatte wirklich keine Scheu, mich nackt oder in gewagten Posen ablichten zu lassen, solange es kunstvoll und ästhetisch war. So, wie ich mich damals für die italienische „Vanity Fair“ auf dem Cover gezeigt habe – im sechsten Monat schwanger.“ Das war 2010, sie war 45 und erwartete ihre zweite Tochter, Léonie. Dieses spektakulären Nacktfotos ging damals um die ganze Welt.

Vor gut zehn Jahren wurde Monica Bellucci für den Film „James Bond 007: Spectre“ angefragt, ob sie als Bond-Girl mitmachen wollte. Sie sagte ja – und wurde mit 51 Jahren das älteste Bond-Girl der Filmgeschichte. 

Fest mit der Heimat verbunden

In ihrem abwechslungsreichen Leben hat sich Monica Bellucci immer ihren Humor und ihre Herzlichkeit bewahrt. Nach der Trennung von US-Regisseur Tim Burton im vergangenen Jahr genießt sie nun wieder ihre neue Freiheit als ungebundene Frau. Sie arbeitet weiterhin als Schauspielerin und Model, zum Beispiel auch für Luxusmarken wie Dior und Cartier. Und sie strahlt vor Lebensfreude: „Ich bin nach wie vor fest mit meiner Heimat Italien verbunden und besuche dort regelmäßig meine Mutter und die vielen Freunde, die ich dort habe. Ich war schon immer ein Familienmensch und bin natürlich ganz besonders stolz auf meine beiden Töchter, mit denen ich, wann immer es geht, viel Zeit verbringe. Meine Familie geht mir über alles, denn da finde ich das, was im Leben wirklich zählt: Liebe. Und meine Fähigkeit, lieben zu können – und zwar nicht nur Menschen – ist vielleicht meine größte Gabe ...“

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