Uralt-Rekord geknackt
Es waren die großen Duelle Ende der Siebziger- bis Mitte der Achtzigerjahre auf den langen Sprintstrecken der Leichtathletik: Und immer hatte über die 400 Meter Hürden der US-Amerikaner Edwin Moses gegenüber dem in Hanau gebürtigen Harald Schmid die Nase vorn. Dennoch stellte Schmid (Bestzeit über 400 Meter flach 44,92 Sekunden) 1982 als 25-Jähriger seine historisch zu nennende Weltklasse unter Beweis, als er mit 47,82 Sekunden einen Europa- und damit auch deutschen Rekord aufstellte und diese Zeit 1987 noch einmal wiederholte.
Es sollte ganze 44 Jahre dauern, bis es einem Deutschen gelang, diese Fabelzeit endlich zu unterbieten. Beim Diamond-League-Meeting am 18. Juli in London lief der 27-jährige Berliner Emil Agyekum vom SC Charlottenburg nach 47,45 Sekunden als Zweiter hinter Weltrekordler Karsten Warholm (Norwegen) ins Ziel. „Es war ein wundervolles Rennen, in das ich wirklich alles reingelegt habe“, jubelte Agyekum.
Royals und Thunder dominieren
Am 18. Juli hatte der amtierende Deutsche Meister und Nord-Zweite Potsdam Royals in der German Football League den nur um einen Sieg schlechteren Tabellennachbarn Hildesheim Invaders zu Gast. Im Sportpark Luftschiffhafen entwickelte sich aber keineswegs ein enges Spiel. Stattdessen dominierten die Royals von Beginn an und schickten die Invaders mit einem 61:0-Whitewash zurück nach Niedersachsen. Parallel empfingen Berlin Thunder in der American Football League Europe im kleinen Jahnstadion an der Cantianstraße die Alpine Rams. Thunder starteten gut gegen die Gäste aus Biel (Schweiz) und gaben nur das letzte Viertel ab. Am Ende stand ein 40:17 für die Berliner, die nun bei vier Siegen und vier Niederlagen auf Platz 3 in der Staffel Süd/Ost rangieren.
Tuaniga übernimmt
Nach einer Saison beim Rekordmeister Berlin Recycling Volleys ist der finnische Zuspieler Fedor Ivanov in die Türkei zu Gaziantep Gençlik Spor gewechselt. Statt seiner übernimmt erstmals seit 11 Jahren wieder ein US-Amerikaner die Regie bei den Berlinern. Zuspieler Joshua Tuaniga, 29 Jahre alt und Linkshänder, suchte nach sieben Jahren in Polen einen neuen Club, nachdem der PlusLigist, langjährige Champions-League-Teilnehmer und Vereins-Weltmeister von 2011 Jastrze¸bski We¸giel vor kurzem finanzielle Schlagseite bekommen und sich aus der Liga zurückgezogen hatte. BRV-Boss Kaweh Niroomand freut sich auf den „sehr erfahrenen, renommierten Zuspieler. Vor allem bringt er Führungsqualitäten mit, die unserer Mannschaft guttun werden.“ Auch aufgrund seines Spielwitzes lief Tuaniga lange für das US-Nationalteam auf, nun konzentriert er sich ausschließlich auf den Vereins-Volleyball. In der neuen Champions-League-Saison treffen die BR Volleys in Gruppe A ausnahmsweise auf keine Übermannschaft. Gegen Galatasaray Istanbul (Türkei), Panathinaikos Athen (Griechenland) sowie einen noch auszuspielenden Qualifikanten ist alles möglich.
Eurocup
Kaderaufbau
Sie war zusammen mit Nationalmannschaftskollegin Marie Bertholdt vor drei Jahren aus Marburg zu Albas Frauenteam gekommen, holte hier 2024 die Meisterschaft und 2026 den Pokal. Bertholdt wechselte vor kurzem nach Neuseeland, und auch Theresa Simon verlässt nun den Verein, bleibt aber in der DBBL aktiv. Glücklich schätzt sich der Club, dass Nationalspielerin Alina Hartmann, die während der Spielzeit zum Team gestoßen war, bleibt und sogar für gleich zwei Jahre verlängerte. Vermutlich half bei der Entscheidung auch, dass Alba wieder im Eurocup spielen wird.
Dabei geht es ab dem 15. Oktober in Gruppe C gegen die Castors Braine aus Belgien sowie den Verlierer der Euroleague-Qualifikation zwischen Panathinaikos Athen (Griechenland) und Emlak Konut Türkei sowie den Sieger der Eurocup-Qualifikation zwischen GEAS Basket (Italien) und CAB Estepona (Spanien).
Antonelli siegt
Zwei frühe Crashs und jede Menge Überholmanöver haben den Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps spannend gemacht. Kimi Antonelli im Mercedes setzte sich am Sonntag letztlich im Duell mit Charles Leclerc (Ferrari) durch. Rang drei sicherte sich Max Verstappen im Red Bull. „Es ist schön, nach ein paar schwierigen Wochenenden wieder ganz oben auf dem Podest zu stehen“, sagte Antonelli nach seinem sechsten Saisonsieg, mit dem er seine WM-Führung ausbaute. Zuletzt wurde er mehrfach von Defekten heimgesucht, am Selbstbewusstsein des unbeschwerten Teenagers rüttelte es nicht. „Das Momentum war immer da“, sagte er: „Es ging um die Ergebnisse. Man muss einfach jede Gelegenheit nutzen, weil es so leicht in die eine oder die andere Richtung gehen kann.“ Leclerc ärgerte sich: „Es war ein enges Rennen, ich hatte leider über mehrere Runden Probleme mit der Vorderachse.“
Hylo-Team Saar dominiert
Das Hylo-Team Saar hat beim zweiten Rennen der 1. Triathlon-Bundesliga seine Ausnahmestellung bestätigt. Nach dem Auftaktsieg im Kraichgau gewann die Mannschaft auch den Sprinttriathlon in Tübingen und baute ihre Führung in der Gesamtwertung weiter aus. Vor großer Kulisse setzte Valentin Wernz beim Schwimmen im Neckar ein Ausrufezeichen und ging in einer fünfköpfigen Spitzengruppe auf die Radstrecke. Luca Fahrenson schloss in der zweiten Runde zur Spitze auf, während Emil Holm und Sebastian Ziekmann in der ersten Verfolgergruppe blieben. Auf der Laufstrecke setzte Wernz am Ende der ersten Runde die entscheidende Attacke und lief souverän zum Einzelsieg. Fahrenson belegte Rang vier, Ziekmann arbeitete sich noch auf Platz sechs vor. Holm komplettierte das starke Mannschaftsergebnis. Mit der Platzziffer Elf gewann das Hylo-Team Saar vor Süßen und den Weimarer Ingenieuren. Am kommenden Wochenende geht es bei den Finals am Steinhuder Meer weiter.
Umstrittene Regelung
Der internationale Dachverband des Frauen-Profitennis, die WTA, verpflichtet Spielerinnen, sich einem Geschlechtertest zu unterziehen, um an Turnieren teilzunehmen. Das berichtet das Portal „Bounces“. Die Richtlinie gilt bereits seit diesem Monat. Die WTA folgt damit der Linie des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Nach den Plänen des IOC sollen sich künftig alle Athletinnen einem Geschlechtertest unterziehen, um an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Transfrauen sollen in der Frauenkategorie künftig nicht mehr startberechtigt sein, wie das IOC im März mitgeteilt hatte. Auslöser der Diskussionen um Geschlechtertests war der Wirbel um Wettbewerbe im Frauen-Boxen bei den Sommerspielen in Paris 2024. Im Zentrum der Geschlechter-Debatte standen die Olympiasiegerinnen Imane Khelif (26) und Lin Yu-ting (30). Beide wurden zuvor vom Weltverband IBA von der WM ausgeschlossen, da sie auf der Basis eines nicht näher erklärten Geschlechtertests angeblich die Teilnahme-Kriterien nicht erfüllt hatten. Bei Olympia durften beide starten.
Handball
Österhall bleibt in Saarlouis
Während Trainerteam und Mannschaft der HG Saarlouis bereits mit der Vorbereitung auf die neue Drittliga-Saison begonnen haben, hat Sportdirektor Markus Baur die nächste wichtige Personalie unter Dach und Fach gebracht: Der schwedische Rückraum-Allrounder Olle Österhall hat seinen Vertrag bei der HG Saarlouis um zwei weitere Jahre verlängert. „Er will sich in Saarlouis durchsetzen, er will nach oben, und das am liebsten mit uns“, sagte HGS-Sportdirektor Markus Baur nach der Vertragsunterzeichnung. Er und Cheftrainer Jörg Lützelberger seien von den Qualitäten des 23-jährigen Schweden überzeugt, der sich in Saarlouis sehr wohlfühle. Erst im Februar, kurz vor Ende der Transferphase, war Österhall mit seinem Teamkollegen Zeb Bjerneld in einem Blitztransfer vom schwedischen Erstligisten Eskilstuna Guif nach Saarlouis gewechselt. Die ersten Monate im Ausland haben Olle Österhall gut gefallen, auch wenn ihn eine Rückenverletzung bislang daran hinderte, sein volles Potenzial zu zeigen. Die Atmosphäre, die Stadt, die Fans und die Aufnahme im Team haben Österhall überzeugt, dass er in Saarlouis am richtigen Ort für die weitere Entwicklung seiner Karriere ist.
Der zweite Schwede, Linkshänder Zeb Bjerneld, wird dagegen nicht in Saarlouis bleiben. Er hat sich dafür entschieden, zurück in die höhere Liga zu gehen. Für die Möglichkeit, im Ausland erste Erfahrungen zu sammeln, hat sich der sympathische 23-Jährige bei Sportdirektor Markus Baur, dem Trainerteam und der HGS bedankt. Seinen Teamkollegen wünscht er für die neue Spielzeit viel Erfolg.