Peter Nguyen steht seit vielen Jahren für hervorragende Cocktails. Jetzt startet er mit einem neuen Geschäftspartner ein neues Projekt: „Monsun – Asian Streetfood & Cocktails“. Die Gäste erleben dort asiatische Aromen nicht nur im Glas, sondern auch auf dem Teller.
Manche Orte sind mehr als nur eine Adresse. Sie werden zu Treffpunkten, an denen Menschen besondere Momente erleben. Das „Monsun – Asian Streetfood & Cocktails“ in Saarbrücken hat dieses besondere gastronomische Konzept und sorgt für solche Momente. Mit dem Umzug beginnt für die Bar von Peter Nguyen ein neues Kapitel – und gleichzeitig entwickelt sich die Idee weiter: Aus der bekannten Cocktailbar wird ein Ort, an dem asiatische Aromen nicht nur im Glas, sondern jetzt auch vermehrt auf dem Teller erlebbar werden.
Bereits in einigen meiner früheren Berichte für FORUM hatte ich das Besondere am „Monsun“ beschrieben. Im Mittelpunkt stand eine Bar, die asiatische Einflüsse mit moderner Barkultur verbindet und Gästen eine besondere Genusswelt eröffnet. Mit Milan Jeknic hat Peter Nguyen nun auch einen Partner, der vorher als Barkeeper bei ihm arbeitete. Die Kombination aus Bar und Küche macht den Auftritt besonders. Asiatische Spezialitäten und kreative Cocktails ergänzen sich und schaffen ein Konzept, das Genuss, Geselligkeit und Kultur miteinander verbindet.
Der Umzug an den neuen Standort eröffnet dem „Monsun“ zusätzliche Möglichkeiten. Die zentrale Lage bietet neue Chancen, Gäste aus Saarbrücken und der Umgebung anzusprechen und das Konzept weiterzuentwickeln. Die Idee bleibt dabei dieselbe: Menschen mit besonderen Geschmackserlebnissen zu überraschen.
Drinks ganz individuell gemixt
Für Peter Nguyen ist das „Monsun“ mehr als ein gastronomischer Betrieb. Es ist ein Stück seiner persönlichen Leidenschaft für asiatische Kultur, Küche und Gastfreundschaft. Mit der Erweiterung um seine vielfältige Kochkunst zeigt er, dass eine Bar heute weit mehr sein kann als ein Ort für Getränke – sie kann ein Erlebnis für alle Sinne werden. Der neue Weg des „Monsun“ zeigt, wie sich Gastronomie weiterentwickelt: Traditionelle Einflüsse treffen auf moderne Ideen, internationale Küche verbindet sich mit regionaler Gastfreundschaft. Saarbrücken gewinnt damit einen weiteren Ort, an dem kulinarische Vielfalt lebendig wird.
Im „Monsun“ entscheidet das Gespräch – nicht die Speisekarte. Wer das „Monsun“ betritt, sucht zunächst vergeblich nach einer Getränke- oder Speisekarte. Doch genau das ist gewollt. Peter Nguyen, Inhaber und kreativer Kopf der Bar, setzt nicht auf standardisierte Angebote, sondern auf das persönliche Gespräch. Er möchte seine Gäste kennenlernen, bevor er für sie mixt oder kocht. Was mögen sie? Welche Aromen bevorzugen sie? Darf es kräftig, fruchtig oder eher würzig sein? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, beginnt seine eigentliche Arbeit.
Dass dieses Konzept funktioniert, durfte ich selbst erleben. Ich hatte lediglich einen Wunsch: einen Cocktail mit Ingwer. Mehr Vorgaben machte ich nicht. Peter hörte aufmerksam zu, stellte ein paar Fragen und verschwand hinter der Theke. Wenige Minuten später stand ein Drink vor mir, der mich vom ersten Schluck an restlos überzeugte. Frisch, ausgewogen und mit einer feinen Ingwerschärfe zeigte er eindrucksvoll, wie viel Leidenschaft und Können in der Arbeit Nguyens stecken. Es war kein Cocktail „von der Stange“, sondern ein Getränk, das genau für diesen Moment und diesen Gast entstanden und gemixt worden war.
Genau darin liegt die Stärke des „Monsun“. Peter Nguyen mixt nicht einfach standardisierte Cocktails – er entwickelt sie. Einen alkoholfreien Wermut und einen alkoholhaltigen stellt er selbst her. Sein umfangreiches Fachwissen über Spirituosen, Kräuter, Gewürze und Aromen verbindet er mit einer bemerkenswerten Menschenkenntnis. Er hört zu, beobachtet und spürt schnell, was seine Gäste sich wünschen – manchmal sogar, bevor diese es selbst genau formulieren können.
Hot Pot schafft Gemeinschaft
Diese sehr spezielle Mischung aus Fachkompetenz und Empathie macht jeden Besuch besonders. Mit sehr viel Aufwand macht er auch alkoholfreie Cocktails.
Auch in der Küche verfolgt der Gastronom konsequent seine Philosophie. Am liebsten bereitet er alles frisch zu, denn morgens geht er immer frisch einkaufen. Qualität beginnt für ihn bei den Zutaten und endet erst dann, wenn das Gericht den Gast überzeugt. Fertigprodukte oder beliebige Standardgerichte sucht man hier vergeblich. Fast immer gehören Dim Sum zum Angebot. Die kleinen, kunstvoll gefüllten Teigtaschen sind für Peter Nguyen weit mehr als nur ein asiatischer Snack. Sie erzählen von einer kulinarischen Tradition, die Kulturen miteinander verbindet. Denn Teigtaschen gibt es nahezu überall auf der Welt. In China sind es Dim Sum oder Jiaozi, in Japan Gyoza, in Tibet Momos, in Polen Pierogi, in Deutschland Maultaschen und in Italien Ravioli oder Tortellini. Überall werden einfache Zutaten in feinen Teig gehüllt und zu kleinen Köstlichkeiten verarbeitet. Peter Nguyen greift diese jahrhundertealte Idee auf und interpretiert sie mit hochwertigen Zutaten und viel handwerklichem Geschick.
An meinem Besuchsabend bereitete er sich auf eine größere Gesellschaft vor, die zum Hot Pot erwartet wurde. Das traditionelle Gericht stammt ursprünglich aus China und ist weit mehr als eine Mahlzeit. Ein Topf mit heißer Brühe bildet den Mittelpunkt des Tisches. Darin garen die Gäste Fleisch, Fisch, Gemüse, Pilze oder Nudeln selbst und kombinieren diese anschließend mit unterschiedlichen Saucen.
Hot Pot lebt vom gemeinsamen Genießen, vom Austausch und vom Miteinander – Werte, die auch Peters Bar prägen. Wer ihn bei der Arbeit beobachtet, merkt schnell, dass hier ein echter Profi am Werk ist. Seine Leidenschaft endet nicht an der eigenen Theke. Er besucht regelmäßig renommierte Bars, unter anderem in Karlsruhe und Köln, beobachtet aufmerksam neue Entwicklungen und nimmt Inspirationen mit nach Hause. Trends interessieren ihn – aber nur, wenn sie zu seinem eigenen Anspruch passen. Kopieren kommt für ihn nicht infrage. Stattdessen entwickelt er aus neuen Ideen seinen ganz persönlichen Stil weiter.
Gerade diese Haltung macht das „Monsun“ so besonders. Hier steht nicht die schnelle Bestellung im Mittelpunkt, sondern das Erlebnis. Jeder Cocktail erzählt eine kleine Geschichte, jedes Gericht trägt die Handschrift seines Schöpfers. Peter versteht sein Handwerk bis ins Detail und verbindet fachliches Können mit echter Gastfreundschaft. Das Ergebnis ist eine Bar, die bewusst ihren eigenen Weg geht – fernab von Beliebigkeit und Mainstream. Wer einmal im „Monsun“ zu Gast war, versteht schnell: Eine Speise- oder Getränkekarte würde hier nur stören. Das Wichtigste ist ohnehin das Gespräch. Alles andere entsteht daraus.