Museums-Nacht
Kriminelle Machenschaften
Wer gern in die Geschichte krimineller Machenschaften eintaucht und detektivische Spurensuchen liebt, ist bei der „Langen Nacht der Museen“ richtig. Das Programm widmet sich dem Verbrechen in all seinen Facetten. So führt das Gespräch über Kunstdiebe und Fälscher mit René Allonge, Kriminalhauptkommissar im LKA Berlin, und Stefan Simon, Direktor des Rathgen-Forschungslabors, im Bode-Museum zum Kunstfälscher-Fall Beltracchi. Im Medizinhistorischen Museum der Charité geben Forensikerinnen und Forensiker Einblicke in ihre Arbeit. Das Museum für Naturkunde untersucht urzeitliche Tatorte anhand fossiler Objekte, während die Kriminologin Gina Wollinger im Futurium über Verbrechen im Zeitalter Künstlicher Intelligenz spricht. In der Nikolaikirche wird die Orgel selbst zur Erzählerin des Verbrechens, wenn der Organist Jack Day Werke aus Film- und Kulturgeschichte erklingen lässt. Auch unter den Alten Meistern tun sich erstaunliche Abgründe auf: Führungen in der Gemäldegalerie erzählen von Mord und Totschlag, Seitensprüngen und Justizirrtümern. Das „Mach mit!“-Museum für Kinder lädt in eine Fälschungswerkstatt ein, das Haus der Kulturen der Welt organisiert eine Detektiv-Rallye. 75 Museen beteiligen sich mit 750 Events an der Veranstaltung am 29. August.
Infos und Tickets: www.langenachtdermuseen.berlin
Surreales Kino
Die Sammlung Scharf-Gestenberg startet am 26. August ins zweite Halbjahr ihrer „Cinema Surreal“-Reihe. Die Reihe geht mit Fritz Langs Film „Der müde Tod“ von 1921 in die nächste Runde. Neun Filme stehen bis Ende des Jahres auf dem Programm – in Anlehnung an das Surrealistische Manifest, in dem André Breton 1924 schrieb: „Ich glaube an die Auflösung dieser scheinbar so gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit in einer Art … Surrealität.“ Nach „Der müde Tod“ geht es weiter mit „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (9. September), „Pandora und der Fliegende Holländer“ (23. September), „Letztes Jahr in Marienbad“ (7. Oktober), „Tausendschönchen“ (21. Oktober), „The Call of Cthulhu“ (4. November), „Heart of a Dog“ (18. November), „Cloclo und ich“ (2. Dezember) und „A Useful Ghost“ (16. Dezember). Die Aufführungen beginnen jeweils um 18 Uhr in den Räumen des Museums in der Charlottenburger Schlossstraße 70. Zu jedem Film gibt es eine Einführung. Der Eintritt ist frei.
Informationen: www.smb.museum
Kulturverführung vom 14. August 2026
Konzert: Der Berlin Beat Club nimmt sein Publikum am 21. August, 19 Uhr, mit auf eine musikalische Zeitreise, die von den großen Songs der 60er-Jahre bis zu den Hits der 70er-Jahre führt. Die Band bringt unter anderem Songs der Rolling Stones, der Doors, von Santana, Creedence Clearwater Revival, Black Sabbath, und Deep Purple auf die Bühne. Freilichtbühne an der Zitadelle Spandau, Am Juliusturm 62, 13599 Berlin, Karten und Informationen: www.kulturhaus-spandau.de.
Ausstellung: Bis zum 20. September präsentiert der Projektraum Alte Feuerwache Friedrichshain bei freiem Eintritt die Ausstellung „Kunst gegen Rechts“. Die Ausstellung ist von Anne Mundo und Dirk Teschner kuratiert und zeigt Werke der Künstlerinnen und Künstler Ulf Aminde, Talya Feldman, Moritz Frei, Noa Gur, Thomas Judisch, Lukas Liese, Eric Meier, Alex Müller, Anne Mundo, Cornelia Renz, Finja Sander, Sonya Schönberger, Silke Silkeborg, Moritz Stumm, Raul Walch und Ina Wudtke. Gezeigt werden Werke, mit denen sich die Künstlerinnen und Künstler als, wie sie sagen, „Akteure einer gesellschaftlich-demokratischen Vision für die Kunst der Vielfalt, gegen eine rechtsradikale Politik und Einflussnahme“ positionieren. Projektraum Alte Feuerwache Friedrichshain, Marchlewskistraße 6, 10243 Berlin, Informationen: www.alte-feuerwache-friedrichshain.de
Aktionskunst: Normalerweise sorgt die Ringbahn dafür, dass man sich wegen Verspätungen und kompletten Verbindungsausfällen ärgert. Die Berliner Festspiele sorgen nun dafür, dass man an der Ringbahn quasi in die Vergangenheit der Zukunft eintaucht. Sie laden gemeinsam mit dem japanischen Künstler Akira Talayama zu einer Reise durch ein Berlin ein, das hätte sein können. An vier Wochenenden werden die 27 Stationen der Ringbahn zu Orten vergessener künstlerischer Zukunftsentwürfe, die von Stadtführerinnen und Stadtführern in sechs verschiedenen thematischen Touren neu erzählt werden: Unverwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, aus anderen Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architektinnen und Architekten, Künstlerinnen und Künstlern. Dabei geht es auch um Fragen wie: Wie kann das vergessene künstlerische Erbe der DDR reaktiviert werden? Welche Infrastrukturen und urbanen Systeme erlauben Teilhabe und Diversität? Wie öffnet sich das Zentrum Berlins hin zu seiner Peripherie? Wo verlaufen die neuen Grenzen und unsichtbaren Mauern in der einst geteilten Stadt und wie können wir sie überwinden? Das Publikum ist dabei eingeladen, sich eine andere Stadt, ein „Neues Berlin“ vorzustellen. Ab dem 28. August kann auf der Website der Berliner Festspiele abgestimmt werden, welches Projekt Berlin am meisten braucht. Informationen und Tickets: www.berlinerfestspiele.de/what-if-berlin.Martin Rolshausen