Es bleibt heiß. Und trocken. Volkswirte rechnen schon mal vor, dass uns die Rekord-Hitze-Verhältnisse die letzte Hoffnung auf ein Miniwachstum zerschmelzen lassen dürften.
Hierzulande wird diskutiert, ob der Klimaschutz forciert oder doch lieber die Priorität auf Klimawandelfolgen-Bewältigung gelegt werden sollte.
Klingt so ein bisschen nach klassischem Aufsatzthema zum Schulanfang: Der nächste Urlaub lieber in den Bergen oder am Meer? Schreiben Sie Für und Wider auf, wägen Sie ab und kommen Sie dann zu einer Schlussfolgerung. Oder vielleicht aktueller: Jetzt vor Hitze eingehen – oder später dann gegen Fluten kämpfen?
Während wir dann zum Hitzeschutz sorgfältig planen, wie wir erfrischenden Sprühregen in Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen bringen, ist – leider, leider – kein Wasser mehr da für künstlichen Abkühlungsnebel.
Es ist einfach müßig, Woche für Woche Klimadiskussionen zu führen. Es wiederholt sich mit jedem neuen Hitzerekord.
Und erinnert sehr an frühere Etappen: Als die große Privatisierungswelle im Zuge des Neoliberalismus in Mode war, gab es ausreichend Warnungen. Ein paar Jahre später hat sich erstaunlich viel von dem, wovor gewarnt wurde, eingestellt. Dann war es im Trend, Schuldenbremsen einzuführen. Die Warnungen waren deutlich – heute können wir die vorausgeahnten Folgen an allen Ecken und Enden besichtigen – und machen noch mehr Schulden als zuvor. Dass es teurer würde, war Teil der Warnung.
Und jetzt Klimawandel.
Die Zeit ausgiebiger Diskussionen ist vorbei. Jetzt müssen wir alles gleichzeitig und mit hohem Tempo machen, wenn wir den heute jungen Menschen noch eine einigermaßen lebbare Welt übergeben wollen.
Wobei es gar nicht mehr so viele junge Menschen gibt. Bei uns im Land ist der Anteil noch geringer als der ohnehin geringe Bundesdurchschnitt. Und ohne Eingewanderte würde es noch trister aussehen. Aber da reden wir ja aktuell mal wieder mehr über Abschottung und Abschiebung als über echte Integration und Willkommenskultur. Und lernen nichts aus den bekannten Warnungen, dass wir ohne ein beträchtliches Maß an Zuwanderung wirtschaftlich und damit auch im Blick auf den Sozialstaat echte Probleme bekommen werden.