Filmmuseum
80 Jahre DEFA
Vor 80 Jahren wurde in Potsdam-Babelsberg die DEFA gegründet, die staatliche Filmgesellschaft der DDR, die zwischen 1946 und 1992 zahlreiche Dokumentar-, Animations- und rund 750 Spielfilme herstellte. Anlässlich dieses Jubiläums zeigt das Filmmuseum Potsdam die neue Sonderausstellung „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion“. Der Titel ist einer Szene aus „Solo Sunny“ entlehnt. Emanzipation, Rebellion und Rückzug, Wohnen, Spaß und gute Laune. Freiheit und Fernweh. Kunst. Sex und Liebe, Essen und Trinken. Frieden, Patriotismus und Heimatliebe, Kirche und Religion, Mode und Bekleidung – unter diesen thematischen Schlagworten sind die Filme in der Ausstellung sortiert. Wie gingen die Menschen in der DDR damit um? Und wie wurden diese Themen in den Filmen der DEFA dargestellt? Zeigten sie die Wirklichkeit? Politische Wunschbilder? Oder persönliche Träume? Diese Frage versucht das Museum zu klären. Es stehen Produktionen im Mittelpunkt, die ihre eigene Zeit beschreiben. Es soll um den DDR-Alltag gehen. „Die sogenannten Gegenwartsfilme holten die Menschen im Kinosaal viel direkter bei ihren eigenen Befindlichkeiten ab. Sie entstanden nicht durchgehend auf Anweisung der Staatsführung, sozusagen von oben. Sie wurden von Filmschaffenden gemacht, die selbst in der DDR lebten“, erklären die Ausstellungsmacher.
Rekord-Ausstellung
Zum Abschluss haben rund 320.000 Besucherinnen und Besucher die „Once in a Lifetime“-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie gesehen. „Der zu Beginn der Ausstellung in Deutschland noch als unbekanntester Großmeister der Moderne beschriebene Constantin Brancusi ist damit einem breiten Publikum bekannt geworden und heute fest im Bewusstsein der Besucherinnen und Besucher verankert“, schwärmt die Museumsleitung. „Brancusi“ gehört mit „Das MoMA in Berlin“ (2004), „Die schönsten Franzosen kommen aus New York“ (2007) und „Gerhard Richter“ (2012) zu den meistbesuchten Ausstellungen der Neuen Nationalgalerie seit 1968. Vom 20. März bis 9. August zeigte sie in Kooperation mit dem Centre Pompidou Paris die Einzelausstellung des rumänisch-französischen Bildhauers Constantin Brancusi. Mit über 150 Arbeiten war es die erste umfassende Werkschau des Künstlers seit über 50 Jahren in Deutschland. Ab dem 10. September zeigt das Museum die Ausstellung „Maurizio Cattelan. Night“.
Kulturverführung vom 21. August 2026
Konzert: Lauschen oder Tanzen – zu beidem wollen sie animieren: Die vier Musiker der Berliner Band Bohai – Yorick Lohse (Klarinette), Sönke Tippelmann (Gitarre), Alexander Patzelt (Bassklarinette) und Johannes Schauer (Kontrabass) – mixen am 29. August, 18 Uhr, jiddische Volks- und Tanzmusik mit weiteren Musikstilen wie Tango und Swing. Das Ergebnis ist ein musikalisches Spektrum, das von melancholischen Balladen bis hin zu temporeichen Tanznummern reicht. Jagdschloss Grunewald, Hüttenweg 100, 14193 Berlin, Karten und weitere Informationen unter: www.spsg.de/schloesser-gaerten/objekt/jagdschloss-grunewald
Lesung: „Deutschland ist trotz aller Probleme nach wie vor eines der politisch stabilsten, sozial sichersten, wirtschaftlich stärksten und gesellschaftlich freiheitlichsten Länder der Welt. Doch Populisten und Extremisten vermitteln ein ganz anderes Bild, versuchen, auch in Deutschland die Demokratie zu demontieren.“ Mit dieser Analyse als Ausgangspunkt beschäftigt sich Ilko-Sascha Kowalczuk am 29. August, ab 20 Uhr. Er fragt: Was können wir ihnen entgegensetzen? Wie bleibt man stabil in den neuen autoritären Zeiten? Er ruft in seinem neuen Buch dazu auf, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen und dafür zu kämpfen, dass unsere Freiheit, unsere Demokratie, unsere Rechtsstaatlichkeit „nicht den Menschenfeinden und Faschisten ausgeliefert werden“. „Noch sind die Demokratie- und Freiheitsfreunde in der Mehrheit, aber sie müssen sich zeigen, anstatt herumzujammern und zu schweigen. Demokratie funktioniert nur mit einer lebendigen Zivilgesellschaft, die widerspricht, protestiert, mitmacht, organisiert, herausfordert, Verantwortung übernimmt“, lautet die Botschaft. Das Buch wendet sich „gegen das bequeme Wegsehen, gegen das stille Sichfügen in das scheinbar Unvermeidliche“. Es will ermuntern, anstecken, motivieren und Argumente liefern für den ewigen Weltenkampf um Freiheit und Demokratie. Ilko-Sascha Kowalczuk ist Historiker und Publizist sowie wissenschaftlicher Berater der Geschäftsführung des DDR-Museums in Berlin. Pfefferberg-Theater, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin, Karten und Informationen: www.pfefferberg-theater.de
Diskussion: Wie wird aus Pressefotografie Forschungsmaterial – und welche Rolle spielen Archive, Museen und Sammlungen dabei? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine Runde von Expertinnen und Experten am 3. September, 18 Uhr, anlässlich der Berlin Summer School of Photography, die sich dem Thema „Von den News zum Kulturgut“ widmet. Es wird über fotografische Bestände in öffentlichen Institutionen und ihre Bedeutung für Erinnerungskultur, Öffentlichkeit und Geschichtsschreibung gesprochen. Der Eintritt ist frei, Staatsbibliothek zu Berlin, Theodor-Fontane-Saal, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Informationen: www.staatsbibliothek-berlin.deMartin Rolshausen