Routine ist eine Handlung, die durch ständige Wiederholung zur Gewohnheit wird. Eine Darbietung mit einer festen Abfolge. Mit der ständigen Wiederholung gelingt die Übung üblicherweise zunehmend besser und schneller. Für geneigte Zuschauerinnen und Zuschauer hat das den Vorteil der Verlässlichkeit: Es ist klar, was als Nächstes kommt.
So was kann aber auch mit der Zeit ermüdend bis langweilig werden. Mitunter sogar richtig ärgerlich.
Der langen Vorrede kurzer Sinn: Bundesinnenminister Alexander
Dobrindt (CSU) will mal wieder die Grenzkontrollen verlängern, und Alice Weidel (AfD) die Grenzen am besten gleich ganz „zumachen“.
Eigentlich müßig, zum gefühlt tausendsten Mal alle guten Gegenargumente aufzulisten, von Gerichtsurteilen bis zu Klagen von Bundespolizei, Wirtschaft, Nachbarn und vielen anderen mehr.
Es ist halt Wahlkampf, höre ich, und vermute, das soll beruhigend klingen.
Ist es aber nicht.
Es ist Symbolpolitik. Symbol für ein Grundverständnis, das so vielen Errungenschaften widerspricht, um die so lange mühsam gerungen wurde.
Dobrindt wird Mühe haben zu erklären, worin er die große Gefahr und Bedrohung sieht, die weiter Grenzkontrollen rechtfertigen sollen. Ansonsten wird er von Gerichten und der EU-Kommission klare Hinweise auf seine Grenzen bekommen.
Die AfD stört derlei Rechtsstaatlichkeit wenig. Sie orientiert sich lieber an Trump und würde gleich mal neben „Schengen“ auch aus dem Euro aussteigen. Auch zu freien Wahlen hat sie ein trumpsches Verhältnis. Mal ganz abgesehen davon, dass sie nichts davon hält, wenn bei ihren Kandidaten schon mal vorab gefragt wird, ob sie auch Gewähr bieten, auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Ordnung zu stehen.
Am Ende sind das fast noch Petitessen gegenüber dem, was dahintersteht. Es geht letztlich um eine Frage des Menschenbildes.
Die katholische Deutsche Bischofskonferenz hat dazu schon vor mehr als zwei Jahren festgestellt: Völkischer Nationalismus ist mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar.
Womit die einzige Grenze beschrieben ist, die gesichert werden muss, damit wir uns ansonsten frei bewegen können.