Die SV Elversberg hat ihre erste Pflichtspielaufgabe als Bundesligist gelöst. Beim Drittligisten MSV Duisburg setzte sich die Mannschaft in der ersten Runde des DFB-Pokals durch, musste aber lange kämpfen.
Das Ergebnis war deutlicher als der Spielverlauf. Francis Onyeka traf in der 88. Minute zur erneuten Führung und vollendete in der Nachspielzeit seinen Doppelpack. Zuvor hatte Elversberg nach dem Ausgleich zwei große Möglichkeiten der Gastgeber überstanden und war an einer Pokalüberraschung vorbeigeschrammt.
Vincent Wagner musste auf den gesperrten Kapitän Lukas Pinckert verzichten, auch Seifert und Tom Zimmerschied fehlten verletzt. Neuzugang Noel Futkeu saß zunächst auf der Bank, Noah Darvich und Cole Campbell standen in der Anfangsformation.
Duisburg war nach zwei klaren Siegen als Tabellenführer der 3. Liga in die Partie gegangen und setzte auf eine kompakte Ordnung. Im 5-4-1 überließ der MSV den Gästen den Ball, verdichtete aber konsequent die Räume vor dem eigenen Strafraum. Elversberg kam auf mehr als 70 Prozent Ballbesitz, fand gegen den tiefstehenden Gegner zunächst jedoch kaum Lücken. Campbell verzeichnete früh den ersten Abschluss, weitere Versuche wurden geblockt, ein Schuss von Lukas Petkov flog knapp am Tor vorbei.
In der 38. Minute zahlte sich die Geduld aus. Nach einer unübersichtlichen Situation am Duisburger Strafraum landete der Ball über Felix Keidel bei Luca Schnellbacher. Der Stürmer nahm ihn nahe des Elfmeterpunkts an und traf mit rechts zur Führung. Noch vor der Pause hätte Campbell erhöhen müssen, verzog freistehend vor Torhüter Maximilian Braune aber deutlich.
Diskussion um den Rasen
Auch nach dem Seitenwechsel begann Elversberg druckvoll. Petkov setzte sich auf der rechten Seite gegen mehrere Gegenspieler durch, Keidels anschließender Versuch wurde zur Ecke abgewehrt. Wenig später brachte sich die SVE mit einem missglückten Einwurf selbst in Schwierigkeiten. Lex Tyger Lobinger fing den Ball noch in der eigenen Hälfte ab, ließ auf seinem Weg zum Tor die Elversberger Defensive hinter sich und schoss zum 1:1 ein.
Mit dem Ausgleich veränderte sich die Partie. Duisburg gewann an Selbstvertrauen, die SVE verlor an Genauigkeit und das zuvor kontrollierte Spiel wurde zu einem offenen Pokalkampf. Wagner brachte nach 69 Minuten Onyeka für Darvich und David Mokwa für Schnellbacher, zunächst blieben die besseren Möglichkeiten aber beim Drittligisten. Jan-Simon Symalla setzte einen völlig freien Kopfball aus kurzer Entfernung neben das Tor. Nur wenig später tauchte Ramien Safi allein vor Nicolas Kristof auf, doch Elversbergs Torhüter hielt seine Mannschaft mit einer starken Parade im Spiel.
„Wenn wir da in Führung gehen, dreht das Stadion komplett durch“, sagte MSV-Trainer Dietmar Hirsch später. Stattdessen bestrafte Elversberg die ausgelassenen Chancen. Petkov setzte sich in der 88. Minute auf der rechten Seite durch, Duisburgs Martin Ens konnte nur unzureichend klären. Der Ball landete bei Onyeka, der ihn aus kurzer Entfernung wuchtig in den rechten Winkel setzte. In der ersten Minute der Nachspielzeit blieb der 19-Jährige erneut ruhig und traf zum 3:1. „Wenn man sich die Chancen im Spiel anschaut, passt das Ergebnis nicht zu der Leistung meiner Mannschaft“, bilanzierte Hirsch.
Diskussionen gab es nach dem Abpfiff zudem über den erst zwei Wochen alten Rasen. Wagner störte sich vor allem an der Länge der Halme und nannte die Bedingungen für das auf schnelle Kombinationen ausgerichtete Elversberger Spiel „sehr kontraproduktiv“. Hirsch wies den Eindruck zurück, der MSV habe den Platz bewusst so präpariert. Er hätte sich selbst bessere Bedingungen gewünscht.