Lichterfestivals sollen nur etwas für den Winter sein? Von wegen. Manche Orte zeigen sich schon bei (früh-)herbstlichen Illuminationen in bestem Lichte. Das Funkelangebot reicht von Berlin bis Graz und von Videoprojektionen bis zu Wassershows.
Wenn die Tage im Herbst kürzer werden, beginnt für Lichtkünstler – und deren Bewunderer – die schönste Jahreszeit: Dann verwandeln sie etliche Städte, Parks und historische Gemäuer mitunter auch Kirchen, Seebecken und Höhlen in spektakuläre Bühnen. Farben tanzen über Fassaden, Projektionen erzählen Geschichten ,und Hunderttausende Lichtpunkte lassen vertraute Orte plötzlich ganz anders erscheinen. Ob große Funkelshow oder detailverliebte Installation: Die nachfolgenden Festivals in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind wahre Hingucker und mitunter sogar eine eigene Reise wert.
Mainz leuchtet – das Late Light Festival: Drei Septemberabende lang – in diesem Jahr vom 24. bis 26. – werden historische Fassaden, Plätze und markante Gebäude wie der Dom St. Martin oder das Staatstheater durch Licht- und Videoprojektionen sowie stimmungsvolle Musik in Szene gesetzt. Das Besondere: Studierende der Hochschule Mainz entwerfen viele der Installationen und machen die Innenstadt der Rhein-Stadt zur offenen Bühne für Licht und Kunst. Für ein gelungenes Gesamtsetting sorgen außerdem Dutzende Angebote aus Gastronomie, Handel und (Musik-)Kultur. Kostenlos, aber keineswegs umsonst!
Infos: www.mainz-leuchtet.de
Thuner Wasserzauber: Wasser marsch! Vom 25. September bis zum 25. Oktober verwandelt sich das Aarebecken im Herzen von Thun am gleichnamigen See allabendlich in eine spektakuläre Bühne. Bis zu 30 Meter hohe Fontänen tanzen zu Musik, während Licht und Laser die Wassermassen in ständig wechselnde Farben tauchen.
Zwei unterschiedliche Aufführungen – eine heißt „EDM – Electronic Dance Music“ und beleuchtet Thuns Zeit als Elektro-Hochburg, die andere erzählt die einzigartige Geschichte des legendären Dampfschiffs „Blüemlere“ – verbinden dabei regionale Geschichten mit internationalen Hits. Das Beste: Der Eintritt zu den täglich bei jeder Witterung aufgeführten Shows ist kostenlos.
Infos: www.thunerwasserzauber.ch
Essen Light Festival: Neoninstallationen, Lightshows und Videomappings von internationalen Künstlern verwandeln die Essener Innenstadt vom 2. bis zum 11. Oktober in eine offene Galerie. Da schimmern Mauern in geometrischen Mustern, Lichter tanzen Ballett auf den Gehwegen und Wasserflächen reflektieren die Farben in stets neuen Formen. Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen den alten Backsteinbauten und den modernen Lichtkunstwerken, der den städtischen Raum zu einem Labyrinth aus Farbe, Bewegung und Perspektiven macht.
Infos: www.visitessen.de
Rheinleuchten in Oberwesel: Vom 8. bis zum 11. Oktober beginnen, wenn die Dämmerung hereinbricht, gleich mehrere Orte im zum Unesco-Welterbe geadelten Oberen Mittelrheintal zu leuchten. Allen voran: Oberwesel, die „Stadt der Türme und des Weins“. Dort verwandeln sich Kirchen, Stadtmauer- und Klostergarten in spektakuläre Bühnen für Lichtkunst und multimediale Inszenierungen. Gut zu wissen: Für die vier immersiven und von musikalischen Klängen begleiteten Lichtkunst-Installationen zwischen Liebfrauenkirche und der Kirche St. Martin sollte man sich vorab Tickets besorgen. Die sind den Preis wert, bei dem rund zweistündigen Spektakel wird einiges geboten.
Infos: www.welterbe-mittelrheintal.de/rheinleuchten
Festival of Lights in Berlin: Scheinwerfer lassen Schmetterlinge über Hausfassaden flattern, Tausende von Lampen werfen Blüten und romantische Muster an Gebäudewände: Beim „Festival of Lights“, das heuer vom 9. bis 18. Oktober unter dem Motto „Colours of Love“ stattfindet, wird die deutsche Hauptstadt in eine Welt der Farben getaucht.
Bekannte Lichtdesigner illuminieren rund 80 Monumente, Wahrzeichen und bekannte Straßen, darunter Brandenburger Tor und Potsdamer Platz. Besonders eindrucksvoll: die Lichtkunst-Installationen auf dem Bebelplatz. Neu ist in diesem Jahr das Veranstaltungsformat „Beyond the Light“ im Berliner Dom. Im Mittelpunkt steht eine 30 Minuten lange 3D-Videoshow, die den Altarraum mit Lichtprojektionen und musikalischer Begleitung in Szene setzt.
Infos: www.berlin.de/events/2097286-2229501-festival-of-lights.html
Herbstleuchten in Hamm: Tausende LEDs sowie etliche Projektionen und Lichtkunstwerke verwandeln den Maximilianpark, zentrales Ausflugsziel der westfälischen Stadt Hamm und Vorreiter für die Umwandlung von Industriearealen, von 9. Oktober bis 1. November wieder in ein graziles Lichtermeer. Neben Bäumen, Wegen und Wasserflächen tauchen Lichtkünstler – natürlich – auch das Wahrzeichen des Parks, den überdimensionalen Glaselefanten, in wechselnde Farben und Musterabfolgen. Ferner locken das Schmetterlingshaus und die große Lego-Ausstellung mit erweiterten Abendöffnungszeiten. Wem würde es da langweilig werden?
Infos: maximilianpark.de/veranstaltung/herbstleuchten
Barbarossahöhle World of Lights: Auf die inneren Werte kommt es an! So wie im Kyffhäusergebirge, wo die in Nordthüringen befindliche Barbarossahöhle Besucher rund ums Jahr zum Staunen bringt, erst recht jedoch, wenn im späten Frühjahr Lichtkünstler die bizarren Gipsformationen der XXL-Anhydrithöhle mit Projektionen, Laser und Nebel illuminieren.
Besondere Hingucker sind die Spiegelungen in den unterirdischen Seen, die Farben und Muster in ständig neue Formen zerlegen. Plus: Auch 2026 gibt es wieder eine unheimlich schöne Halloween-Ausgabe als Zugabe. Konkret wird die Höhle zwischen 10. Oktober und 1. November zur Leinwand für raffinierte Lichtinszenierungen und Projektionen. Am 31. Oktober wartet eine Extraportion Grusel-Spaß!
Infos: barbarossahoehle.de/veranstaltungen
Klanglicht in Graz: Klanglicht, so heißt das große, seit 2015 von den Bühnen Graz veranstaltete Kunstfestival für Licht- und Klanginstallationen. In diesem Jahr findet es vom 23. Oktober bis 7. November an verschiedenen Spielorten in der steirischen Landeshauptstadt statt. Stark: Diesmal wird auch das barocke, nicht ohne Grund zum Unesco-Welterbe ausgezeichnete Schloss Eggenberg wieder zur Projektionsfläche, wobei Licht und Sound mit der historischen Architektur samt Parkanlage zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk verschmelzen.
Unter dem Motto „ZEIT – Kosmos, Geschichte, Gegenwart, Zukunft“ spielen internationale Künstler mit Projektionen, Farben, Klängen und räumlichen Interventionen. Tickets kosten rund 20 Euro.
Infos: www.klanglicht.at
Rheinlicht Festival in Schaffhausen: Vom 28. Oktober bis zum 8. November wird die historische Altstadt von Schaffhausen zur offenen Galerie: Mehr als 20 Lichtkunstwerke internationaler Künstler bespielen Gassen, Plätze und Fassaden der Schweizer Stadt am Hochrhein und setzen die mittelalterliche Architektur in ein völlig neues Licht. Mal poetisch und filigran, mal spektakulär und farbenprächtig entsteht ein nächtlicher Rundgang, bei dem Geschichte und zeitgenössische Lichtkunst auf ungewöhnliche Weise zusammentreffen.
Infos: rheinlicht.ch
Wein & Licht auf Schloss Wackerbarth: Inmitten der Weinberge von Radebeul liegt mit dem barocken Ensemble von Schloss Wackerbarth ein sächsisches Staatsweingut mit Terrassen, Manufaktur und weitem Blick über das Elbtal. Beim Festival „Wein & Licht“ wird dieses Gelände, das sich als „Europas erstes Erlebnisweingut“ bezeichnet, zwischen November – Start ist in diesem Jahr am 11. November – und Februar zur Bühne für Lichtkunst zwischen Reben und historischen Mauern.
Installationen, Projektionen und illuminierte Wege lotsen Gäste durch die Weinberge, begleitet von Musik, Weinverkostungen und kulinarischen Angeboten. Auch wenn die Veranstaltungen über mehrere Wochen laufen, rentiert sich ein früher Besuch. Der Eintritt am ersten Novemberwochenende ist im Gegensatz zu den Folgeterminen kostenlos.
Infos: www.schloss-wackerbarth.de/hoehepunkte/wein-licht