Es ist immer wieder erstaunlich, wie weitsichtig die alten Griechen waren. Beispiele ließen sich zuhauf anführen. „Panta rei“ ist so ein Satz: „Alles fließt“, alles ist im Wandel. Warum soll sich da nicht auch das Klima wandeln? Und die Klimapolitik gleich mit?
Der Kanzler wurde noch vor der jüngsten Regierungsklausur eindringlich aus den eigenen Reihen ermahnt, es jetzt bloß nicht nach diesem Sommer mit Klimaschutz zu übertreiben. Der Kanzler wollte nach den Sommerferien mit den Themen Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und Klimaschutz wieder einsteigen.
Am Ende der Klausur befand er in Sachen Klima- und Hitzeschutz: Geld ist genug da, Projekte auch – es muss nur besser verzahnt werden. Und dann klappt das, auch mit besserem Hitzeschutz. Erst recht, wenn dann noch alle mitmachen, aufeinander aufpassen, und Eltern dafür sorgen, dass kein Kind ohne eine Flasche Wasser in die Schule geht – andere Länder machen das schließlich vor.
Echt coole Antwort nach der Rekordhitze und dem Dürresommer.
Mag sein, dass das Wortspiel etwas zu platt klingt, aber wie sonst mit diesem „Ergebnis“ umgehen? Die SPD hatte mit ihrem Vorschlag, Klimaschutz als Gemeinschaftsaufgabe ins Grundgesetz aufzunehmen, immerhin eine Idee, wie dem lähmenden Streit um Zuständigkeiten und Geld beizukommen sein könnte.
Die CDU hat dafür eine Wirtschaftsministerin, die nun auch noch prüfen soll, ob nicht alte Kohlekraftwerke wieder laufen sollten. Immerhin: Frau Reiche ist in Bezug auf Fossiles konsequent. Mag sein, dass das manche Kreise freut, die auch in anderen Fragen gerne mit Antworten aus alten Zeiten aufwarten, unter Reform vor allem Kürzungen im Sozialbereich verstehen, und Arbeitsplatzabbau und Schließungen für einen Ausweis hoher Wirtschaftskunst halten.
Das mulmige Gefühl ist schon länger da, dass mit Rezepten von gestern kaum Zukunft zu gewinnen ist.
Zukunft, um die sich Eltern für ihre Kinder Sorgen machen und die auch bei Kindern und Jugendlichen die Sorge um eine intakte Umwelt auslöst, die zunehmend öfter regelrecht krankhafte Züge annimmt – da hilft auch keine Wasserflasche im Schulranzen.