Sakamoto-Werke in Berlin
Der Hamburger Bahnhof zeigt vom 11. September bis zum 20. Juni unter dem Titel „seeing sound, hearing time“ die erste große Retrospektive des japanischen Komponisten und Künstlers Ryuichi Sakamoto in Europa. Sakamoto gilt als Pionier der elektronischen und experimentellen Musik, der die Grenzen zwischen Klang, Film, Performance und bildender Kunst immer wieder neu definierte. Seit den 2000er-Jahren entwickelte er dreidimensionale Klangräume, oft in Zusammenarbeit mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern – unter ihnen Shiro Takatani und Carsten Nicolai – sowie dem Filmemacher Apichatpong Weerasethakul.
Die Schau in den Rieckhallen zeigt sieben Werke von Ryuichi Sakamoto in fünf großformatigen Installationen. Ryuichi Sakamoto (1952–2023) debütierte 1978 mit dem Album „Thousand Knives“ und war Mitbegründer der Techno-Gruppe Yellow Magic Orchestra. Sein vielfältiges Schaffen umfasst Popalben, viele klassische Werke, zwei Opern und fast 45 Original-Film- und TV-Soundtracks. Für seine Filmmusik erhielt er zahlreiche renommierte Auszeichnungen, darunter einen Oscar, zwei Golden Globes und einen Grammy. Auch in der Kunstwelt war Sakamoto aktiv: Seine Arbeiten wurden weltweit in Museen gezeigt. Als Aktivist engagierte er sich jahrzehntelang für Umweltschutz und Weltfrieden. Er gründete die Organisation „more trees“ zur Waldrettung und das „Tohoku Youth Orchestra“, um die Opfer des Tohoku-Erdbebens durch Musik zu unterstützen.
Kulturbrauerei gesichert
Der Fortbestand der kulturellen Nutzung auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg ist langfristig gesichert. Der Mietvertrag für die vom Land Berlin angemieteten Kulturflächen auf dem Areal wird um weitere zehn Jahre verlängert. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hat hierfür die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen. Das teilt die Senatsverwaltung für Kultur mit. „Die Kulturbrauerei ist einer der vielfältigsten und lebendigsten Kulturorte Berlins. Der Erhalt des bewährten Nutzungsmixes auf dem Gelände lag und liegt daher im besonderen kulturpolitischen Interesse des Landes Berlin“, kommentierte Kultur-Staatssekretärin Cerstin Richter-Kotowski die Vertragsverlängerung. Das Ergebnis der Verhandlungen gewährleiste „die so wichtige Planungssicherheit für unsere auf dem Gelände ansässigen Zuwendungsempfänger Consense GmbH, Theater RambaZamba und Haus für Poesie“. Die neue Vereinbarung sichere die Nutzung der insgesamt 4.578 Quadratmeter umfassenden Kulturflächen.
Kulturverführung
Kino: In 29 Berliner Kinos gibt es am 12. und 13. September das Angebot, alle Filme, die gezeigt werden, für jeweils fünf Euro zu schauen. Kinofest nennt sich diese bundesweite Aktion, an dem diese Berliner Kinos teilnehmen. Es empfiehlt sich allerdings, wegen des zu erwartenden größeren Interesses die Tickets online zu kaufen, um nicht vor ausgebuchten Vorstellungen zu stehen.
Informationen und Tickets: www.daskinofest.de
Tanz: Das Ramal-Ensemble mit der Tänzerin Nabila Elhakim bringt am 12. September, 19.30 Uhr, eine zeitgenössische Musik- und Tanzperformance auf die Bühne, die – wie die Veranstalter es formulieren – „den Prozess der Selbstermächtigung in den Mittelpunkt stellt“. „Nawaya“ heißt das Stück. Das bedeutet auf Arabisch „Absichten“. Die Geschichte, die auf der Bühne erzählt wird, folgt dem Lebensweg einer Frau. „In einer poetischen Verbindung von Musik und Tanz erzählt die Inszenierung von der Suche nach der eigenen Stimme – im Spannungsfeld zwischen Herkunft, gesellschaftlichen Erwartungen und der Freiheit, den eigenen Weg zu wählen“, kündigt das Ensemble an. Im Fokus stehe dabei keine biografische Erzählung, sondern „eine universelle Auseinandersetzung mit Identität, künstlerischer Freiheit und Selbstbestimmung jenseits überkommener Rollenbilder“. Das Ramal Ensemble – gegründet 2011 in Damaskus – verbindet arabische Musiktradition, westliche Klassik und zeitgenössische Musik. Nach der Flucht aus Syrien setzten die Musiker ihre Arbeit in Deutschland fort. Theater im Delphi, Gustav-Adolf-Str. 2, 13086 Berlin, Informationen und Karten:
www. theater-im-delphi.de/programm
Literatur: Für die Reihe „Objekte widersprechen“ werden internationale Autorinnen und Autoren eingeladen, ein Objekt der Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst auszuwählen und darüber zu schreiben. Schon vor ihrem Besuch stand für die hawaiianische Autorin No‘u Revilla fest: Auf die Kihawahine, eine der machtvollsten Gottheiten der hawaiianischen Geschichte, wollte sie reagieren. Dafür begab sie sich auf Spurensuche. Am 10. September, 19 Uhr, präsentiert sie den daraus entstandenen Text. Humboldt Forum, Schlossplatz, 10178 Berlin, Karten und Informationen: www.humboldtforum.org
Konzert: Es fing damit an, dass der Konzertpianist Ulugbek Palvanov am Ende eines seiner klassischen Konzerte als Zugabe etwas aus dem Film „Der Meister und Margarita“ spielte. Daraus hat er ein Programm mit Lieblings-Filmmusik entwickelt. Am 12. September, 19.30 Uhr, spielt er unter anderem Musik aus „Herr der Ringe“, „Star Wars“, „Interstellar“, „Zurück in die Zukunft“, „Titanic“ und „Mission: Impossible“. Theaterschiff, Schiffbauergasse 9, 14467 Potsdam, Karten: www.theaterschiff-potsdam.de