Die Wanderroute „Der Hannock“ führt von Gersheim-Herbitzheim über den Hannock (372 Meter) wieder zurück über Rubenheim an den Ausgangspunkt. Eine mittelschwere Tour mit einer tollen Mischung der typischen Bliesgau-Hügellandschaft und herrlichen Buchenwäldern.
om „Hotel Bliesbrück“ führt die Rubenheimer Straße bis zur Barbarastraße sacht bergan. Wir folgen der Wegführung in die Barbarastraße. Dort steht auf mächtigem Buntsandsteinblock ein Dankkreuz von 1854. Errichtet wurde es zur Ehre Gottes von der Gemeinde Herbitzheim, um gnädig die Abwendung der Cholera zu erbitten. Nach mündlicher Überlieferung sollen nur zwei Einwohner der damaligen Epidemie ums Leben gekommen sein. Ein Schild in unmittelbarer Nähe des Kreuzes weist auf das Orchideengebiet hin, das sich zwischen Herbitzheim und Gersheim befindet. In großen Teilen führt unsere Wandertrasse durch die Wiesen des Orchideengebiets.
Linker Hand befindet sich ein modernes Kirchenbauwerk, das 1975 der Heiligen St. Barbara geweiht wurde. Das geschwungene, in zwei Säulen aufsteigende Dach erreicht eine Höhe von 24 Metern. Der Längsschnitt erinnert an ein Schneckenhaus. Das Gotteshaus möchte in seinem gerundeten Grundriss alle Bewegungen in sich aufnehmen, sie im Altarraum sammeln und wie in einer Spirale oben in Gott verankern, wohin das Turmkreuz zeigt.
Herbitzheim verlassen wir am Friedhof. Ein befestigter Feldwirtschaftsweg bringt uns Richtung Orchideengebiet. Nach circa 1,5 Kilometern verlassen wir den Feldwirtschaftsweg. Rechter Hand führt ein schmaler Pfad ins Orchideengebiet. Nun müssen wir für längere Zeit steigen.
Orchideen stehen Mai und Juni in voller Blüte
1936 entdeckte der Oberlehrer Ludwig Müller während einer Kräuterwanderung hier erstmals Orchideen. 21 Jahre später wurde das Orchideengebiet unter Naturschutz gestellt. In den Wiesen rund um Gersheim gedeihen nahezu die Hälfte der in Deutschland vorkommenden 60 Orchideenarten. Die Muschelkalkböden bieten eine optimale Grundlage für eine derartige Artendichte. Im Mai und Juni stehen die Orchideen in voller Blüte. Neben den verschiedenartigen Orchideen finden sich in den Wiesen Bärlauch, Küchenschellen, das Breitblättrige Wollgras, Wiesensalbei, Golddistel sowie der Gewöhnliche Fransenenzian, um nur einige zu nennen.
Im Anstieg passieren wir alte Weinbergsmauern. Bis in die 30er-Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde an den Hängen der Blies Wein angebaut. Erste Spuren des Weinbaus gehen auf die Römer zurück. Seine Blütezeit erlebte der Weinbau im 19. Jahrhundert, in dem viele Dörfer von Altheim bis Wolfersheim Reben anbauten.
Nach unzähligen Kurven und Richtungsänderungen gelangen wir zu einem Kalkquellsumpf, ähnlich den Hochmooren im Hunsrück. Wir lesen, dass dort, wo im Bliesgau kalkhaltiges, nährstoffarmes Wasser austritt, solche Kalkquellsümpfe entstehen können. Spezielle Pflanzenarten wie das Breitblättrige Wollgras, Orchideen, Teufelsabbiss und Blutweiderich finden hier optimale Wachstumsbedingungen.
Am Ende der Orchideenwiesen erreichen wir einen geteerten Feldwirtschaftsweg. Der Weg führt bis zur Pfarrer-Georg-Lindemann-Hütte nach oben. Nur noch wenige Schritte, und wir sind im schattigen Wald angekommen. Wenig später, leicht ansteigend, erreichen wir die Trasse des Bliessteigs und des Saarland-Rundwanderweges. Wir folgen der Trasse nach rechts. Ein längeres Wegstück geht es nun eben weiter, ehe wir nach rechts den Weg nach unten nehmen. In Tallage erreichen wir kurz vor Rubenheim das Naherholungsgebiet rund um den Rohrental-Weiher.
Vorbei am Friedhof von Rubenheim gelangen wir über die Friedhofstraße zur Erfweiler Straße in Rubenheim. Wir halten uns rechts, passieren auf der linken Straßenseite das Museum für dörfliche Alltagskultur. Am Ortsende von Rubenheim führt der Wanderweg rechts in den Hirtengarten. Wir folgen der Beschilderung Richtung Herbitzheim. Dort führt die Trasse über den Heideweg zur Barbarastraße und zum Ende der Tour.