Seit über 40 Jahren ist Tom Hanks als Schauspieler aktiv – und erfolgreich. Sein Geheimrezept scheint zu sein, auffällig unauffällig zu bleiben, bodenständig statt abgehoben, höflich statt exzentrisch.
Tom Hanks ist ein solider und zuverlässiger Schauspieler, der für seine ganz eigene Art bekannt ist. Was diese Art ausmacht, privat wie professionell, sind eine gewisse Schlichtheit, Bodenständigkeit und Normalität.
Nicht nur vor der Kamera, sondern auch aus dem Leben abseits der Kamera gibt es erstaunlich viele Geschichten, die seinen Ruf als lockeren und zugänglichen Hollywoodstar unterstreichen.
Hilfe beim Keksverkauf
Im Jahr 2015 traf er zum Beispiel in Kalifornien auf eine Gruppe Pfadfinderinnen, die Kekse verkauften. Hanks kaufte vier Packungen, spendete zusätzlich 20 Dollar und blieb anschließend noch dort. Für Passanten, die Fotos mit ihm machen wollten, war sein Deal, dass es nur ein Foto gibt, wenn auch Kekse gekauft werden.
Im selben Jahr fand er im Central Park den Ausweis einer Fordham-Studentin namens Lauren. Statt sich keine weiteren Gedanken darüber zu machen, twitterte er ein Foto des Ausweises und bat Lauren, sich zu melden. Der Ausweis kam schließlich mit einer handschriftlichen Notiz von Tom Hanks zu ihr zurück.
Überhaupt scheint der Central Park ein guter Ort zu sein, um mit ihm in Kontakt zu kommen. 2016 staunte ein frisch verheiratetes Paar beim Fotoshooting nicht schlecht, als ein Jogger anhielt, Mütze und Sonnenbrille abnahm und sich mit „Hi, I’m Tom Hanks“ vorstellte. Danach machte er Fotos und Selfies mit ihnen und gratulierte öffentlich. Eine Einladung zur Feier musste er wegen einer Verabredung absagen, erwähnte aber scherzhaft, dass er ordinierter Geistlicher sei und notfalls doch einspringen könne.
Hanks ist nicht nur als technikbegeisterter Weltraumfan bekannt, er ist auch ein leidenschaftlicher Sammler mechanischer Schreibmaschinen. Als eine italienische Künstlerin ihm im Jahr 2016 ein Buch mit Zeichnungen zu seinen Filmen schenkte, schickte Tom Hanks ihr eine eigene Schreibmaschine zurück. Die Begeisterung anderer für Schreibmaschinen weiß er ebenfalls zu würdigen. Im vergangenen Jahr schickte eine Schulklasse in Pennsylvania, die im Unterricht bewusst analog mit alten Schreibmaschinen arbeitete, getippte Briefe an Hanks. Das gefiel ihm so gut, dass er tatsächlich jedem Schüler einzeln eine individuelle Antwort zukommen ließ.
Tom Hanks und seine Frau waren unter den ersten Prominenten, die sich mit Corona infizierten. Im weiteren Verlauf der Pandemie schrieb der achtjährige Australier namens Corona De Vries ihm einen Brief. Andere Kinder würden ihn wegen seines Namens hänseln und ihn „Virus“ nennen. Tom Hanks antwortete persönlich und schickte ihm ebenfalls eine Schreibmaschine, aber eine ganz besondere: Sie war von der Marke Corona. In Anspielung auf das bekannte Lied aus dem Film „Toy Story“, in dem Tom Hanks Cowboy Woody synchronisiert, schrieb er ihm außerdem: „You got a friend in me!“
Technische Geräte scheinen es ihm angetan zu haben. Tom Hanks hörte 2004, dass die Reporter im White House Press Corps schlechten Kaffee trinken mussten und schenkte ihnen eine Espressomaschine. Als das Gerät in die Jahre kam, wiederholte er das Ganze, 2017 bereits zum dritten Mal. Der damaligen Maschine legte der den Demokraten nahestehende Star eine ebenfalls getippte Nachricht bei, in der er die Journalisten aufforderte, besonders für die Wahrheit weiterzukämpfen. Eine Botschaft, die aktuell wichtiger denn je zu sein scheint.
Wünscht sich keine Sonderbehandlung
Tom Hanks ist bekennender Familienmensch und auch unter Kollegen beliebt, da er seinen Star-Status im Umgang mit anderen oft bewusst zurücknimmt.
Für Spielbergs „Der Soldat James Ryan“ mussten Hanks und mehrere Darsteller etwa ein brutales militärisches Trainingslager absolvieren: wenig Schlaf, Märsche, Regen, Waffenübungen. Die Schauspieler wollten irgendwann abbrechen. Tom Hanks, der als großer Star am wenigsten etwas beweisen musste, wollte weitermachen und überzeugte die anderen, ebenfalls durchzuhalten. Vin Diesel erinnerte sich später, dass die Gruppe in diesem Moment großen Respekt vor Hanks hatte: Er hätte sich bequem herausziehen können, tat es aber nicht.
Während der Dreharbeiten zu „The Green Mile“ wurde teilweise bis drei oder vier Uhr morgens gearbeitet. Michael Clarke Duncan, der im Film den Gefangenen John Coffey spielt, sagte später, Hanks sei trotzdem immer pünktlich gewesen, er habe ihn nie wütend erlebt und Hanks habe selbst zu solchen Uhrzeiten noch Witze gemacht. Außerdem habe Hanks freitagabends regelmäßig auf eigene Kosten Essen für die weit über 100 Crewmitglieder organisiert.