Es soll ein Abend werden, bei dem der Name Programm ist: „Saarlouis lacht und staunt“. Durch die Gala-Show am Freitag, 2. Oktober, führt Zauberkünstler Thomas Otto. Wir haben nachgefragt, was die Besucher erwarten dürfen.
Verblüffende Dinge werden passieren – viel mehr möchte Thomas Otto noch gar nicht verraten, sagt er schmunzelnd; aber klar: Zauberkünstler reden ja ungern über ihre Tricks. Und wenn diese auch nur dazu dienen, das Publikum zu unterhalten. Jedenfalls führt der Mann, der nach eigenen Angaben „weit über 50“ ist, durch eine Varieté-Show, die Humor, Artistik, Magie und faszinierende Bühnenkunst zu einem einzigartigen Erlebnis verbinden möchte: „Saarlouis lacht und staunt“ soll das Theater am Ring am Freitag, 2. Oktober, ab 19.30 Uhr in eine außergewöhnliche Bühne für internationale Künstlerinnen und Künstler der Spitzenklasse verwandeln.
Und Thomas Otto ist nicht nur einer, der die Magie liebt, sondern auch einer, der unterhaltsam einen Abend moderieren kann. Saarländer haben ihn eventuell bereits im Alexander Kunz Theatre erlebt, wo er in mehreren Saisons engagiert war. Generell sagt er: „Ich bin in fast allen deutschen Varietés schon aufgetreten.“ In Saarlouis präsentiert er hingegen nun zum ersten Mal seine ganz eigene Mischung aus Zauberei und Stand-up-Comedy.
Mit dem Veranstalter des Abends, Wolfgang Heinz, hat er bereits mehrfach zusammengearbeitet, daher gerät er beinahe ins Schwärmen, wenn er über die Künstler spricht, die Anfang Oktober auftreten. Wolfgang Heinz selbst erklärt: „Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Veranstalter von Varieté- und Zaubershows habe ich viele Kontakte zu Künstlern dieses Genres, sogar bis Amerika. Und an diesem Abend werden wir zum ersten Mal faszinierende Künstler der Spitzenklasse in Saarlouis präsentieren.“
Spektakuläre Darbietungen
Allen Künstlerinnen und Künstlern von „Saarlouis lacht und staunt“ ist gemein, dass sie internationale Bühnenerfahrung mitbringen und bereits Auftritte in renommierten Kabaretts, Varietés und bei namhaften Festivals nicht nur in Europa vorweisen können. Das Publikum darf sich nach Angaben von Thomas Otto und Wolfgang Heinz auf liebenswerte Bühnenfiguren, überraschende Momente, verblüffende Magie und spektakuläre artistische Darbietungen freuen.
Der amerikanische Künstler Burl beispielsweise möchte mit seiner staunenswerten Fähigkeit beeindrucken, Seifenblasen in kleine Traumwelten zu verwandeln: Bunt, schillernd, fragil und fantasievoll soll es werden. Der in Sibirien geborene und mittlerweile in Deutschland lebende Künstler Igor Boutorine gilt als einer der wenigen männlichen Artisten weltweit, der Hula-Hoop-Artistik beherrscht – und das nach Veranstalterangaben in irrem Tempo, mit technisch perfekter Choreografie, mit rockiger Musik und mittels lässig-dynamischer Präsentation. Der Schweizer Jongleur Claudius Specht ist schon seit vielen Jahren auf Varietébühnen zuhause. Er jongliert mit Keulen, Bechern und den Gesetzen der Physik.
Mit ihrer eleganten Handstand-Kunst überrascht die italienisch-schweizerische Künstlerin Veronica Fontanella die Zuschauer mit einer Kombination aus Leichtigkeit und kraftvollen Figuren. Man darf eine anmutige Darbietung mit großer Körperbeherrschung erwarten. Der chinesische Künstler Kai Hou, der in Deutschland lebt und immer wieder Teilnehmer internationaler Fernsehshows und Zirkusfestivals ist, präsentiert eine in Deutschland selten gezeigte Darbietung des Reifenspringens. Regie führt Stefan Warmuth, der Musik in Berlin und Los Angeles studiert hat. Inzwischen widmet er sich vor allem der Inszenierung von Show- und Theaterproduktionen.
Und dann ist da eben noch Thomas Otto, der vor all seinen Kolleginnen und Kollegen höchsten Respekt hat. Vor Physical Comedy oder vor der Leistung hinter Luftakrobatik beispielsweise. „Mit diesem Respekt versuche ich, durch das Programm zu führen.“ Über seine Engagements sagt er selbst: „Ich mache das immer mit sehr viel Herz.“ „Das“, damit meint er natürlich seine Zauberkunst, mit der er seit rund 35 Jahren selbstständig unterwegs ist. Von Berufs wegen ist er gelernter Chemielaborant, damals war er 21 Jahre jung. Früh merkte er allerdings, dass dies dann doch so gar nichts für ihn ist, verabschiedete sich davon und lebte fortan seinen Traum – und das bis heute. „Ich habe es nicht bereut“, sagt er über seinen eingeschlagenen Lebensweg.
Otto lebt in Steinhorst zwischen Hamburg und Lübeck. „Ich bin ein Nordlicht“, wie er betont. Wenn er nun mit Varieté- und Gala-Vorstellungen fürs Erste durch ist, geht er auf Solo-Tour. „Das Bügelbrett ist meine Bühne“, sagt er verschmitzt. Denn ohne Gala im Rücken zeigt er eher Close-up-Zauberei, ist also ganz nah an den Besucherinnen und Besuchern dran. „Das macht meinen Beruf so reizvoll“, erklärt er. Für seine Zauberei – nur so viel möchte er im Vorfeld der Veranstaltung verraten – nutze er am liebsten alltägliche Gegenstände. Und dies gibt er seinen Gästen mit auf den Weg: „Ich habe eine sehr nahe und kommunikative Art der Zauberei.“ Auf seiner Homepage heißt es zusätzlich: „Virtuos, quasselig und spielerisch zündet er ein fast atemloses Stakkato von Irritationen, Gags und Effekten. Amüsant, schlagfertig und spontan.“ Man darf also gespannt sein.
Ein Herz für die Nachwuchsarbeit
Wenn er nicht gerade kleine oder große Hallen füllt, Reiselustige auf Kreuzfahrtschiffen unterhält, auf Solo-Tour ist oder eben Galashows moderiert, kümmert sich Thomas Otto auch um den Nachwuchs. In Österreich geht er nach eigenen Worten beispielsweise bald ein Jugendprojekt an, bei dem sich Jugendliche aus sechs europäischen Ländern mit der Zauberei beschäftigen. „Wenn die kleine Welt doch nur auch so in der großen funktionieren würde“, sagt er über sein verbindendes „Europa-Projekt“.