Der FC 08 Homburg hat seine Serie von vier Spielen ohne Niederlage beim TSV Steinbach Haiger verloren. Die Homburger steigerten sich nach der Pause zwar, fanden gegen den tief stehenden Gegner aber keinen Weg zum Ausgleich.
Zweimal flog der Ball von der Eckfahne in Richtung Homburger Tor, zweimal landete er im Netz. Beim ersten Mal konnte der FC 08 Homburg noch aufatmen: Schiedsrichter Timon Ulrich erkannte den Treffer von Till Hausotter wegen eines Offensivfouls nicht an. Wenig später gab es diese Rettung nicht mehr. Serkan Firat brachte die nächste Ecke direkt im Tor unter, und das 1:0 aus der 30. Minute blieb bis zum Abpfiff bestehen. Ein ungewöhnliches Tor entschied eine Partie, in der die Homburger nach der Pause mehr Druck entwickelten, ihre Möglichkeiten aber nicht nutzten.
Für die Mannschaft von Trainer Roland Seitz war es am neunten Spieltag der Regionalliga Südwest die dritte Saisonniederlage. Nach zuvor vier Spielen ohne Pleite blieb der FCH bei 14 Punkten stehen und rutschte vom vierten auf den siebten Tabellenplatz. Im letzten Drittel fehlte zu oft die Genauigkeit, und nach dem Rückstand musste die Mannschaft gegen einen Gegner spielen, der seine Führung mit einem tiefen Block verteidigte.
Seitz hatte derselben Startelf vertraut wie beim 2:2 gegen den KSV Hessen Kassel eine Woche zuvor. Damals war Homburg erst mit der letzten Aktion der Sieg entglitten. Steinbach hatte zwar nur neun Punkte gesammelt und drei der vergangenen vier Spiele verloren, war zu Hause aber noch ungeschlagen. Seitz hatte schon vor der Reise vor einer engen Begegnung gewarnt. Nach dem späten Ausgleich gegen Kassel hatte er gesagt: „Wir müssen schauen, dass wir uns die Punkte wiederholen.“ In Haiger gelang das nicht.
Vor 1.038 Zuschauern im SIBRE-Sportzentrum Haarwasen waren klare Chancen zunächst selten. Steinbach wirkte im Zug nach vorne etwas entschlossener. Hausotter schoss nach knapp zehn Minuten über das Tor, auf der anderen Seite verfehlte Birkan Celik mit Homburgs erstem Abschluss in der 14. Minute ebenfalls das Ziel. Die beste Gelegenheit der Gäste vor der Pause hatte Hilal El-Helwe: Nach einer Flanke von Simon Joachims köpfte er aus guter Position knapp über die Latte. Die Führung war möglich.
Stattdessen nahm der Druck der Gastgeber zu. Kurz vor der halben Stunde segelte Hausotters Ecke direkt ins Tor von Michael Gelt. Wegen eines Fouls am Homburger Keeper zählte der Treffer nicht. Firats nächste Ecke fand ebenfalls ohne Umweg den Weg ins Netz. Diesmal zeigte der Schiedsrichter auf den Anstoßpunkt. Noch vor der Pause verpasste Steinbach die Möglichkeit zum 2:0: Ertan Hajdaraj schoss knapp vorbei, zudem parierte Gelt einen Kopfball von Deniz Bindemann. So ging der FCH mit einem Rückstand in die Kabine.
Seitz reagierte mit zwei Wechseln. Marc Ehrhart und Armend Qenaj kamen für Emir Kuhinja und Birkan Celik. Homburg brauchte mehr Präsenz in Strafraumnähe und bessere Lösungen für die letzte Aktion. Qenaj schob einen Versuch kurz nach Wiederbeginn knapp am Tor vorbei; auf der anderen Seite strich ein Abschluss von Jahn Herrmann nach einem Doppelpass ebenfalls am Gehäuse vorbei. Steinbach hatte weiter Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Gerade weil das 2:0 nicht fiel, blieb für Homburg die Chance, mit einer gelungenen Aktion zurückzukommen.
Nach gut einer Stunde wurden die Gäste zwingender. Jan-Erik Eichhorn fand Ehrhart im Strafraum, doch Paul Donner blockte dessen Abschluss. Wenig später zog Joachims aus der Distanz ab. Steinbachs Torhüter Kevin Ibrahim parierte den wuchtigen Schuss. Der TSV blieb zugleich gefährlich: Hajdaraj setzte sich in der 70. Minute durch, schoss aber am Tor vorbei. Es war kein Spiel, in dem Steinbach nur noch den eigenen Strafraum bewachte. Je näher der Abpfiff rückte, desto stärker konzentrierten sich die Gastgeber jedoch darauf, ihren knappen Vorsprung zu verteidigen.
Seitz brachte mit Manuel Feil noch einen Offensivspieler. Der Neuzugang stand erstmals im Homburger Kader und gab in Haiger sein Debüt. Auch Nico Jörg war nach langer Verletzungspause wieder im Aufgebot, während Yohann Torres wegen der luxemburgischen U21 fehlte. In der Schlussphase kamen Homburgs Spieler noch zu Kopfball- und Distanzversuchen, darunter Kapitän Phillipp Steinhart nach einer Ecke. Der Ausgleich fiel trotz des höheren Drucks nicht.
Schwierigkeiten im letzten Drittel
Seitz sah die Schwierigkeiten seiner Mannschaft vor allem im letzten Drittel. Den direkt verwandelten Eckball ordnete er sinngemäß als außergewöhnlichen Treffer ein. Danach musste Homburg dem Rückstand hinterherlaufen, während Steinbach tief stand und schwer zu bespielen war. Die Gäste fanden nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel und erarbeiteten sich Abschlüsse, konnten den Gegner aber nicht mehr aus seiner komfortablen Ausgangslage zwingen. Steinbach brauchte keinen zweiten Treffer, weil Homburg den ersten nicht beantworten konnte.
Für den FCH setzt sich damit ein Thema fort, das Seitz schon vor der Partie beschäftigt hatte. Nach acht Spieltagen hatte seine Mannschaft noch kein Spiel ohne Gegentor absolviert, obwohl der Trainer die grundsätzliche Defensivarbeit gelobt hatte. Gegen Kassel kostete ein später Treffer zwei Punkte; in Haiger reichte eine direkt verwandelte Ecke, um ganz ohne Zählbares nach Hause zu fahren. In beiden Spielen blieb der Ertrag hinter Homburgs guten Phasen zurück. Gegen Steinbach kam hinzu, dass die letzte Aktion im Angriff zu selten präzise genug war.
Am kommenden Samstag bietet sich im heimischen Waldstadion die nächste Gelegenheit zur Reaktion. Um 14 Uhr empfängt Homburg die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. Dann wird es für den FCH darum gehen, aus seinen Chancen wieder mehr zu machen und endlich ohne Gegentor zu bleiben. In Haiger fehlte beides. Steinbach genügten eine direkt verwandelte Ecke und eine konzentrierte Defensivleistung für den Heimsieg.